Rückspiegel: Die zehn Tiefpunkte der Saison 2017

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Peugeot hat sich gegen die Langstrecken-WM entschieden | © Peugeot Media

2. Peugeot sagt dem ACO ab

Peugeot und die LMP1-Klasse: Es ist eine komplizierte Beziehung. Alles ging mit dem plötzlichen Abschied der Franzosen los. Im Januar 2012 zog der PSA-Konzern plötzlich die Reißleine und beendete das LMP1-Programm der Löwen mit sofortiger Wirkung. Die Meldung kam damals selbst für alle Beteiligten der Mannschaft unerwartet.

Olivier Quesnel, damaliger Chef von Peugeot Sport, war mit seinen Mannen und zwei fertigen Peugeot 908 nach Sebring gereist, um sich auf die anstehende erste Saison der Langstrecken-WM vorzubereiten. Beim Beginn der Testfahrten erreichte die Meldung die Truppe, und es konnte alles wieder zusammengepackt werden und die fertigen Peugeot 908 wanderten, ohne ein Rennen bestritten zu haben, ins Museum.

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Was danach kam war eine jahrelange Hängepartie der Marke aus Paris. Jedes Jahr streute ein Beteiligter des Konzerns neue Gerüchte über eine baldige Rückkehr der Löwen. Doch jedes Mal haderte man mit der Kostenexplosion und verlangte eine deutliche Senkung dieser seitens des ACO.

Nicht anders war es auch in diesem Jahr. Der ACO versuchte einerseits, Porsche und Toyota mit dem kommenden Reglement zufrieden zu stellen, andererseits warf man Peugeot einige Leckerlis zu, damit die Franzosen zurückkommen. Ein Beispiel dazu war die Aufnahme des standardisierten Plug-in-Systems, oder auch die deutliche Reduzierung der Windtunnelstunden und Einschnitte in die Aerodynamik.

Über vier Monate berieten dann die Verantwortlichen bei Peugeot über diese Zugeständnisse. Im Oktober dieses Jahres bestätigte der Hersteller den werksseitigen Einstieg in die Rallyecross-WM und deren reinelektrischen Pendants. Dem ACO teilte Peugeot freundlich mit, dass man lieber reinelektrischen Rallyecross betreibt, weil es mehr dem neuen Firmenimage entspreche. (Gereon Radomski)