Olli Martini: „Guter Sound definiert sich nicht über Lautstärke, sondern Klang“

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Farnbacher Racing fiel bei VLN 7 den Lärmschutzbestimmungen zum Opfer | © Toyota

Die Lexus-Disqualifikation wegen der Lärmschutzbestimmung rief beim Ruhrpokal vielerorten Empörung hervor. Streckensprecher Olli Martini beschwichtigt jedoch: „Ein guter Sound definiert sich meiner Meinung nach nicht über die Lautstärke, sondern über den Klang.“ Ferner ging es um die Gesundheit der Beteiligten.

Die Disqualifikation des Lexus-Prototyps von Farnbacher Racing aufgrund einer Überschreitung der maximalen Geräuschemission erregte beim siebenten VLN-Lauf vielerorts Empörung. Streckensprecher Olli Martini begütigt jedoch die erbosten Kritiker, schält stattdessen einen differenzierten Standpunkt heraus. Obschon der Klang ein integraler Bestandteil des Motorsports sei, solle niemand Schaden davontragen.

Schließlich hätten die Veranstalter mit der Lärmobergrenze nicht nur den Beschwerden der Anrainer Genüge getan, sondern überdies einen Wert festgeschrieben, welcher als Schmerzgrenze für das menschliche Gehör gilt. „Nicht zuletzt geht es ja auch um die gesundheitliche Beeinträchtigung durch zu intensive Geräuschemissionen, und die sind nicht zu vernachlässigen“, stellt Martini in seiner Racing-News-Kolumne heraus. Die Beschränkung schütze die Beteiligten vor „dauerhaften Schäden“.

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Darüber hinaus sei nicht die Lautstärke, sondern die Klangqualität der Automobile entscheidend. „Ob ein Rennauto mit 129 Dezibel oder mit 132 Dezibel über die Nordschleife fährt, die etwas niedrigere Lautstärke mindert nicht im geringsten seine akustische Faszination“, vermeint Martini im Hinblick auf den geringeren Lärmpegel. „Ein guter Sound definiert sich meiner Meinung nach nicht über die Lautstärke, sondern über den Klang.“

Gleichwohl schwelge Martini dann und wann in Erinnerung an den Klamauk, den ein BMW M3 E30 von Dolate verursachte. „Doch die Zeiten ändern sich nun mal, und Vorschriften, die bundesweit gelten, müssen natürlich eingehalten werden, alleine schon, um die Durchführung von Rennveranstaltungen auf unserer geliebten Nordschleife nicht zu gefährden“, argumentiert Martini in dieser Diskussion.

Sein Plädoyer: Den Istzustand akzeptieren, um der „Zwei-Prozent“-Minderheit der Anwohner keine Angriffsfläche zu bieten. „Schütten wir den übrigen zwei Prozent, die dem Nürburgring vielleicht nicht ganz so wohl gesonnen sind, nicht zusätzlich Wasser auf die Mühlen, und respektieren die gesetzlichen Vorgaben“, fasst Martini zusammen. „Die Motorengeräusche auf der Nordschleife gehören nämlich genauso zu Adenau wie der Glockenklang der katholischen Pfarrkirche Sankt Johannes.“