Rückspiegel: Die zehn Tiefpunkte der Saison 2016

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Die Tiefpunkte der Saison 2016 | © Ralf Kieven und Manfred Muhr

Audi verkündete seinen WM-Ausstieg, der ACO strengt ein Verfahren gegen Creventic an. Marc VDS Racing zog sich abermalig zurück, die private LMP1-Kategorie siecht dahin. Und am Ring? Jürgen Alzen verabschiedet sich, Frikadelli Racing lamentiert. SportsCar-Info blickt zurück auf die Tiefpunkte der Saison 2016.

10. Lexus-Misere in der Eifel

Emil Frey Racing erwischte mit dem Lexus RC F eine rabenschwarze Saison auf der Nürburgring-Nordschleife. Die Schweizer Equipe erreichte dieses Jahr kein einziges Mal die Ziellinie in der VLN-Langstreckenmeisterschaft. Meistens mussten die Schweizer bereits am Freitag die Segel streichen, weil ihr Einsatzgerät verunfallt war. Es bleibt zu hoffen, dass der Lexus-Einsatzmannschaft im nächsten Jahr das Glück wieder hold ist.

9. Marc VDS Racing zieht sich abermals zurück

Die Automobilabteilung Marc van der Stratens verkündete den Rücktritt vom Rücktritt vom Rücktritt. Der Belgier wirft der Szene Willkür der Regelmacher vor, die Sponsoren hielten sich nicht an Absprachen und der Umgang miteinander lasse zu wünschen übrig. Bereits im vergangen Jahr hatte der Rennstall des Belgiers seine Pforten geschlossen, erste Anzeichen hierfür war die plötzliche Trennung vom Theamchef Bas Leinders.

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Doch in der Winterpause formierte der Milliardär seinen Rennstall neu und trat im Markenpokal für den Prototyp Renault R.S. 01 Trophy an. Nun hat der französische Konstrukteur die Serie allerdings eingestellt, und van der Straten will in keiner anderen Meisterschaft starten. Somit werden erneut die Garagentore geschlossen. Die Mannschaft des Bierproduzenten betreibt fortan nur noch die Motorrad-Abteilung.

8. Nico Bastian verunfallt beim Qualifikationsrennen

Ein schwerer Unfall überschattete schon zu Saisonbeginn das Qualifikationsrennen auf der Nordschleife des Nürburgrings. Ungefähr eine halbe Stunde Restzeit verblieben noch, als Nico Bastian beim Durchfahren der Kurvenkombination in der letzten Passage der Nordschleife die Kontrolle über seinen Mercedes-AMG GT3 verlor. Anstatt dem linksgekrümmten Streckenverlauf zu folgen, raste der blau-gelbe Sportwagen von Black Falcon schnurgerade gen Leitplanke.

Infolge des ersten Einschlages rutschte dieser quer über den Grünstreifen. Sodann prallte der AMG-Sportwagen auch gegen die gegenüberliegenden Reifenstapel, woraufhin sich der Renner emporrichtete, mit der Fronthaube den Asphalt touchierte und schließlich auf dem Dach landete. Gleichwohl kletterte Bastian unversehrt aus dem Wrack und war wohlauf. Dennoch rollte dieser Zwischenfall abermals die Sicherheitsfrage auf.

7. Scuderia Praha versus Primus Racing

Im Überrundungsverkehr der 24 Stunden von Dubai kollidierte der Scuderia-Praha-Akteur Matteo Cressoni mit dem deutlichen langsameren Thomas Martinsson. Letzterer war in einem GT4-Sportwagen der Marke Ginetta auf dem Wüstenkurs unterwegs, als ihn der Ferrari-Pilot anrempelte und anschließende in die Streckenbegrenzung manövrierte.

Der Ginetta-Fahrer trug dabei schwere Verletzungen davon und musste über eine Stunde lang aus dem Wrack geborgen wurde. Nach dem Rennen folgten schwere Vorwürfe von Primus Racing gegenüber der Scuderia Praha. Auch die niederländische Agentur Creventic sah Handlungsbedarf und entzog dem Ferrari-Rennstall für das Zwölf-Stunden-Rennen von Mugello die Startgenehmigung.

6. Jürgen Alzen fühlt sich „verarscht“ und verkündet VLN-Ausstieg

Zu Saisonbeginn erfolgte noch der brüderliche Pakt zwischen Uwe und Jürgen Alzen, welche den gemeinsamen Rennstall Alzen Racing gründeten, um den Ford GT auf der Nordschleife des Nürburgrings einzusetzen. Letztlich kündigte Jürgen Alzen jedoch seinen Ausstieg an. Alzen fühle sich „verarscht“ aufgrund des Bestrafungssystems. Damit verliert die VLN-Gemeinde ein Urgestein der Szene.