Rückspiegel: Die zehn Höhepunkte der Saison 2016

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Die Höhepunkte der Saison 2016 | © SRT41, BMW Presse, Ralf Kieven, Audi Mediacenter und PipoDerani.com

Alessandro Zanardi feierte eine triumphale Rückkehr, Frédéric Sausset bestritt die 24 Stunden von Le Mans. René Rast überragte wiederum im LMP2-Cockpit, Lexus erfocht den ersten VLN-Sieg eines asiatischen Herstellers. SportsCar-Info blickt zurück auf die Höhepunkte der Saison 2016.

10. Nostalgie bei Kremer Racing

In Motorsportkreisen erhält die Retrospektive zumeist den Vorzug gegenüber den Umständen der Gegenwart. Freunde des automobilen Wettbewerbs schwelgen vorzugsweise in der „guten alten Zeit“. Kremer Racing leistete diesem Verlangen Genüge. Das Kölner Gespann fertigte auf Basis des 997-K3-Modells den Porsche 935 K3 mit historischer Optik – ein Hingucker im VLN-Teilnehmerfeld, das sich großenteils aus GT3- und GT4-Sportwagen sowie Markenpokalen zusammenfügt.

9. BMW verkündet Le-Mans-Wiederkehr

Gegen Ende des Jahres hat BMW seine Rückkehr an die Sarthe verkündet. Lange spekuliert, aber schließlich doch überraschend, kam die Nachricht, dass die Münchener sich ab 2018 werksseitig in der GTE-Klasse engagieren. Somit hält BMW jedoch weiter Abstand von der LMP1-Klasse.

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Zwar haben die Münchener bereits Erfahrungen mit einem GTLM in der IMSA-Serie, jedoch ist der M6 dort ein modifizierter GT3. Für das Werksprogramm soll ein neues Auto entwickelt werden – Plattform noch unbekannt. Dafür formierte Jens Marquardt im Dezember bereits die Ressourcen. Das BMW-Team MTEK soll künftig den Einsatz in der Langstrecken-WM leiten.

Kurz darauf wurden auch die ersten Piloten benannt. Diese wurden nach der Reduzierung des DTM-Feldes auf sechs Auto pro Hersteller frei für ein WEC-Programm. Martin Tomczyk, Alexander Sims und António Félix da Costa sollen den GTE in die Spur bringen. Hierfür werden sie in 2017 Erfahrungen beim Team RLL in der IMSA-Meisterschaft sammeln.

8. Alexander Mies und Michael Schrey dominieren M235i-Racing-Wertung

In der hart umkämpften BMW-M235i-Racing-Klasse der VLN ist es ohnehin schwierig, einen Klassensieg zu feiern. Bei mindestens zwanzig Fahrzeugen ist die Zweierwertung die mit den meisten Startern. Umso erstaunlicher ist die Leistung Alexander Mies‘ und Michael Schreys mit Bonk Motorsport: Das Duo stand bereits nach dem achten Wertungslauf als Gesamtsieger der Langstreckenmeisterschaft fest. Insgesamt siegte das Duo ganze neun Mal in der internen BMW-Wertung – eine nahezu perfekte Saison des Gespanns. Zudem wurde Schrey als weltweit bester BMW-Privatier ausgezeichnet.

7. 0,034 Sekunden: Corvette versus Corvette in Daytona

Bereits zu Beginn des Jahres gab es einen Höhepunkt: Bei den 24 Stunden von Daytona durften die beiden Corvette-Crews in der GTLM-Klasse den Sieg untereinander ausfahren. Ein seltenes Unterfangen – denn meistens entscheidet die Teamleitung solche teaminternen Zweikämpfe, vor allem wenn die Protagonisten sicher vor der externen Konkurrenz liegen.

Doch Doug Fehan, Strippenzieher bei Corvette Racing, ließ seine Fahrer in der letzten Stunde frei fahren. Darum entwickelte sich ein kurzweiliger Zweikampf zwischen Oliver Gavin und Antonio García. Die Kontrahenten fuhren mit dem Messer zwischen den Zähnen, teilweise fehlten nur Millimeter zu einer Berührung. Diese blieb glücklicherweise aus. Im Endeffekt retteten Gavin, Marcel Fässler und Tommy Milner mit 0,034 Sekunden Vorsprung auf die Teamkollegen ins Ziel.

6. Rebellion Racing erklimmt Gesamtpodium

Eigentlich nötigt sich die Frage auf, warum der ACO zagt, der privaten LMP1-Klasse den Coup de grace zu versetzen. Stattdessen greift der ACO zu palliativen Mitteln, um den Hingang dieser Klasse hinauszuzögern. Und dennoch befindet sich diese Pseudowertung auf der Liste der Saisonhöhepunkte. Warum? Dank verschiedenerlei Turbulenzen bei der Werkskonkurrenz gelang es Rebellion Racing, in Spa-Francorchamps das Gesamtpodium zu erklimmen. Bronze für die stoische Truppe aus Helvetien. Chapeau!