Rückspiegel: Die zehn denkwürdigsten Momente der Saison 2016

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Die denkwürdigsten Momente der Saison 2016 | © Toyota Motorsport GmbH, Gruppe C, Ralf Kieven, Kevin Pecks und Ralf Kieven

Hagel am Ring, Schnee in Silverstone. Toyota erlebte in Le Mans einen Albtraum, Laurens Vanthoor überschlug sich und wurde GT-Weltpokalsieger. Und nicht zu vergessen: das Safety Car auf dem Circuit de la Sarthe. SportsCar-Info blickt zurück auf die zehn denkwürdigsten Momente der Saison 2016.

10. Unfall führt ADAC-GT-Masters-Titelentscheidung herbei

Das Finale des ADAC GT Masters sollte zur Zerreißprobe für alle Nerven werden. Erst im letzten Saisonrennen fiel die Entscheidung um den Titel. Statt im Schongang Punkte zu sammeln, gingen alle Titelanwärter volles Risiko und sorgten für spektakuläre Szenen.

Letztlich sorgte ein heftiger Abflug mit Einschlag in die Bande für die Entscheidung. Corvette-Pilot Jules Gounon, im virtuellen Kampf mit den Titelkontrahenten aus dem Lager von Land Motorsprot, versuchte, sich an Rolf Ineichen (Lamborghini) vorbei zu pressen. Dies gelang jedoch nicht und der junge Franzose verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug.

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Damit konnten Christopher Mies und Connor De Phillippi zum ersten ADAC-GT-Masters-Titel ihrer Karrieren rollen. Der Tagessieg ging jedoch an Herberth Motorsport. Das deutsch-amerikanische Duo sorgte damit auch für ein erstes sehr erfolgreiches Jahr für Land Motorsport, zurück im internationalen Motorsport.

9. Yannick Dalmas beweist Driftkünste im Safety Car

Dass auch eine rote Flagge unterhaltsam sein kann, bewies Yannick Dalmas während der 24 Stunden von Le Mans. Im Starkregen während der Qualifikation war es für die Rennboliden nicht möglich, sich auf dem Circuit de la Sarthe fortzubewegen. Der ehemalige Le-Mans-Sieger Dalmas sah die Lage für sein Safety Car aber anders und drehte munter seine Runden.

Im Bereich des Dunlop-Bogens wurde auch Dalmas Opfer des Aquaplanings, fing seinen Audi R8 aber sehenswert im Drift ab. Dadurch bekam er viel Respekt und Zuspruch von Fahrern und Fans. Auch in den sozialen Netzwerken wurde das Video vom driftenden Safety Car zum viralen Hit. Die SportsCar-Info-Jury ist sich einig und gibt zehn Punkte auf Ausführung und Stilistik.

8. Mercedes-AMG erstreitet Vierfachtriumph beim N’ring 24

Selten war eine Marke beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring derart überlegen wie in diesem Jahr. Mercedes-AMG belegte beim Langstreckenklassiker in der Eifel die Plätze eins bis einschließlich vier und trug sich mit diesem Erfolg in die Geschichtsbücher ein. Zu keinem Zeitpunkt konnte die Konkurrenz den Sternenkrieger gefährlich werden und musste die Machtdemonstration tatenlos hinnehmen. Fraglos ein denkwürdiges Resultat.

7. Noch einmal das Safety Car in Le Mans

Obwohl der ACO die 24 Stunden von Le Mans traditionell im Zeitraum der Sommersonnenwende terminiert, vergehen nur wenige Jahre, in denen das Département Sarthe während der Veranstaltungswoche nicht von Niederschlägen heimgesucht wird. Der Regenschirm gehört daher zur Pflichtausrüstung für die Endurance-Pilger – auch bei der diesjährigen Auflage des nordwestfranzösischen Traditionsrennens.

Einen Eindruck der Überforderung hinterließ in diesem Kontext die Rennleitung, welche aufgrund des nassen Asphalts den Entschluss fasste, hinter dem Safety Car zu starten. Aber das Sicherungsfahrzeug bog auch nach der zweiten Umrundung des Circuit de la Sarthe nicht in die Boxengasse ab. Auch nicht nach der dritten oder vierten, sondern nach der siebenten. Indes gellten bereits Pfiffe von den Tribünen, die Sportwarte wischten rührig das Wasser von den Randsteinen. Man wartete nur noch auf den Einsatz eines Föhns – unzweifelhaft nicht königsklassenwürdig.

6. Schnee in Silverstone

Das Wetter beim Auftakt der Langstrecken-WM in Silverstone sorgte bei allen Beteiligten für ungläubige Blicke. Bereits am Freitagabend verriet ein Blick auf den Wetterbericht böses für den Samstagmorgen, denn die Wetterfrösche sagten Schnee voraus. Zwar ist das englische Wetter für seinen Humor bekannt, doch als es am Samstagmorgen tatsächlich zu schneien begann, trauten die Protagonisten ihren Augen nicht.

Toyota-Pilot Anthony Davidson machte sich als erster auf um den Kurs in Silverstone zu überwinden, musste aber anschließend von den Sportwarten aus dem Kiesbett befreit werden. Nach rund zwanzig Minuten setze die Rennleitung dem ganzen ein Ende und beendete die denkwürdige Sitzung mit der roten Flagge. Im Fahrerlager sorgte der Schnee für ausreichend Belustigung und für die ein oder andere Schneeballschlacht.