Le Mans: Nur Favoriten in der GTE-Am-Wertung?

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Alle drei Marken haben die Möglichkeit die GTE-Am-Klasse zu gewinnen | © FIA WEC

Den Ausgang in der GTE-Am vorauszusagen, ist wohl die schwierigste Aufgabe bei den diesjährigen 24 Stunden von Le Mans. 23 Fahrzeuge stehen auf der Nennliste und mindestens die Hälfte hat realistische Chancen auf das Podest vorzufahren.

Die Ausgangslage in der GTE-Am sieht in diesem Jahr wie folgt aus. Es starten 23 Mannschaften mit drei verschiedenen Fabrikaten. Diese sind der Aston Martin Vantage AMR, der Ferrari 488 GTE Evo und der Porsche 911 RSR. Zahlenmäßig ist Aston Martin mit vier GTE-Boliden am schwächsten aufgestellt. Porsche hat doppelt so viele RSR am Start. Der Rest entfällt auf die Marke aus Maranello.

Das Fahrertrio in der GTE-Am darf sich aus maximal einem Profi-Piloten zusammensetzen. Sprich es darf nur ein Gold- oder Platinfahrer genannt werden. Zudem muss mindestens ein Bronzefahrer mit an Bord sein. Die dritte Position kann von einem Silberathleten, was der Großteil der Teams gemacht hat, oder einem weiteren Bronzefahrer eingenommen werden. Jeder Fahrer muss mindestens sechs Stunden im Fahrzeug gewesen sein und darf maximal 14 Stunden fahren.

Da sich die Profi-Piloten wie Nicki Thiim (Aston Martin Racing), Harry Tincknell (Proton Competition) oder Callum Illot (Iron Lynx) nicht viel nehmen, spielen die Gentlemenfahrer eine entscheidende Rolle in der GTE-Am-Klasse. Ganz oben auf der Liste der Herrenfahrer steht Ben Keating. Der US-Amerikaner gilt als einer der besten Bronzefahrer, weshalb man die Aston-Martin-Truppe von TF Sport auf der Rechnung haben muss. Neben Keating sitzen Dylan Pereira und Felipe Fraga im Auto. Das Schwesterfahrzeug rund um Aston-Martin-Werkfahrer Ross Gunn ist ebenfalls ein heißer Kandidat. Auch der Wagen von Aston Martin Racing mit Thiim, Marcos Gomes und Paul Dalla Lana an Bord ist ein Siegeskandidat.

Ferrari dominierte die ersten Rennen

Als Tabellenführer reist Cetilar Racing an die Sarthe. Roberto Lacorte, Giorgio Sernagiotto und Antonio Fuoco arbeiten seit Jahren als Trio in der Langstrecken-WM zusammen. Man war bereits in der LMP2-Kategorie aktiv, nun hat man den Wechsel auf einen Ferrari 488 GTE Evo vollzogen. Unter anderem gewannen die Drei die Acht Stunden von Portimao. Die anderen beiden Saisonläufe gingen ebenfalls an das Cavallino Rampante. AF Corse triumphierte in Spa und Monza. Hierfür zeigten sich François Perrodo, Alessio Rovera und Nicklas Nielsen verantwortlich. Dadurch rangiert AF Corse auf Position zwei in der Meisterschaft.

Weitere gute Chancen hat Iron Lynx. Die frischgebackenen Sieger der 24 Stunden von Spa bringen Rino Mastronardi, Matteo Cressoni und Callum Illot nach Frankreich. Immer vorne mit dabei ist das eingespielte Trio Fisichella, Castellaci und Flohr. Etwas unter dem Radar fliegt JMW Motorsport. Die britische Equipe stellt Jahr für Jahr eine schlagkräftige Mannschaft auf und ärgert die Top-Teams der Wertung. Seit 2017 hat man es immer unter die besten Fünf in Le Mans geschafft. Der letzte Sieg in der GTE-Am datiert auf 2017, als unter anderem ein junger Dries Vanthoor sein Le-Mans-Debüt gab. In diesem Jahr könnte sich die Vanthoor-Story wiederholen. Denn mit Thomas Neubauer hat man wieder einen sehr schnellen Jungprofi im Auto. Der Franzose teilt sich den 488 mit Rodrigo Sales und Jody Fannin.