Le Mans: Führt Quantität oder Qualität zum GTE-Pro-Sieg?

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Die Corvette C8.R debütiert in Le Mans | © Jake Galstad

Acht Autos treten in diesem Jahr in der GTE-Pro-Klasse bei den 24 Stunden von Spa-Francorchamps an. Nach dem Ende des Werksprogrammes von Aston Martin gibt es keinen Titelverteidiger. Porsche, Ferrari und Corvette werden um die GT-Krone kämpfen. Dabei kommt erstmals die neue Corvette C8.R zum Einsatz.

Trotz des Ausstiegs der Aston-Martin-Werksmannschaft am Ende der vergangenen Saison bleibt die Starterzahl in der GTE-Pro-Klasse für reine professionelle Besatzungen bei den 24 Stunden von Le Mans gleich. Acht Fahrzeuge werden dank der Rückkehr von Corvette Racing im Kampf um den Klassensieg antreten. Dabei treffen die US-Amerikaner, die im vergangenen Jahr aufgrund der COVID-19-Pandemie auf die Reise nach Frankreich verzichteten, auf Vertreter von Ferrari und Porsche.

Mit der Hälfte der Teilnehmer stellt Porsche den größten Anteil des Feldes. Neben den zwei Werksautos werden zwei weitere Fahrzeuge durch WeatherTech Racing und HubAuto ins Rennen geschickt. Auf der Seite des Werksteams wurden die Besatzungen nur an einer Stelle verändert. Für Laurens Vanthoor ist Neel Jani an die Seite von Kévin Estre und Michael Christensen gerückt. Das zweite Auto steuern erneut Gianmaria Bruni, Richard Lietz und Frédéric Makowiecki.

In der letztjährigen Ausgabe ging Porsche komplett ohne Pokal nach Hause. Das Team setzt alles daran, dies in diesem Jahr zu ändern. Nicht zuletzt geht es neben dem prestigeträchtigen Sieg auch um doppelte Punktzahl für die Langstrecken-Weltmeisterschaft. Diese führen Jani und Estre nach zwei Saisonsiegen in Spa und Monza an.

„Wir haben nach unserem Sieg zuletzt in Monza ein sehr großes Selbstbewusstsein und fahren guter Dinge nach Le Mans. Allerdings ist sich ebenso jeder der Tatsache bewusst, dass in dem großen 24-Stunden-Rennen jederzeit alles passieren kann. Das habe ich am eigenen Leib bereits im positiven wie auch im negativen Sinne erfahren. Ich war seit 2009 in jedem Jahr in Le Mans am Start – die einzige Ausnahme war die vergangene Saison. Nun freue ich mich umso mehr auf meine Rückkehr auf die ganz besondere Strecke. Wir sind gut vorbereitet und können den Start der Veranstaltung mit dem Vortest eine Woche vor dem Rennen kaum erwarten“, bringt Jani seine Vorfreude zum Ausdruck.

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Nach dem Ausstieg aus der IMSA-Serie hält WeatherTech Racing als Privatier die Flaggen der Stuttgarter in den USA hoch. Zum zweiten Mal reist die Truppe, die operativ durch Proton Competition geleitet wird, in diesem Jahr auch nach Le Mans. Cooper MacNeil startet dabei gemeinsam mit den Porsche-Experten Laurens Vanthoor und Earl Bamber. Mit zwei IMSA-Rennsiegen gegen die Werksteams von Corvette und BMW hat sich das Team in dieser Saison bereits Respekt erarbeitet. Dennoch bildet Privatfahrer MacNeil das Fragezeichen im Trio.

Das vierte Auto im Bunde kommt vom taiwanesischen Team HubAuto Racing. Zwar ist die Mannschaft aus Fernost nicht neu in der GTE-Klasse, allerdings kam bisher ein Ferrari zum Einsatz. Zudem hat sich das Team zu einem Versuch in der Pro-Klasse entschieden. Dafür konnten Audi-Werksfahrer Dries Vanthoor, McLaren-Pilot Àlvaro Parente und Vizeweltmeister Maxime Martin gewonnen werden. Vanthoor tritt dabei nicht nur gegen seinen Bruder Laurens an, er bestreitet auch seit Langem wieder ein Rennen nicht für das Team WRT. Fahrerisch hat HubAuto also drei Hochkräter verpflichtet. Nun kommt es auf die operative Abwicklung an, damit es zum Achtungserfolg reicht.