Le-Mans-Test: Toyota verfestigt Dreifachführung am Nachmittag

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Toyota blieb federführend an der Sarthe | © Toyota Motorsport GmbH

Auch während des zweiten Tests hat Toyota bei den Le-Mans-Probefahrten den Ton angegeben. Die Tagesbestzeit hätte sogar hingereicht, um bei der letztjährigen Auflage des 24-Stunden-Rennens auf der Poleposition zu stehen. Letztlich belegte Gazoo Racing erneut die Ränge eins bis drei. Die LMP2-Prototypen konsternierten mit extrem hohen Spitzengeschwindigkeiten.

Im Nachmittagsdurchgang der Le-Mans-Einstellfahrten hat die Toyota-Werksabordnung ihre Führungsrolle gefestigt. Der Konstrukteur aus Fernost beanspruchte abermalig die Ränge eins bis einschließlich drei und senkte die Bestmarke noch einmal. In seinem raschesten Umlauf eilte Kamui Kobayashi binnen 3:18,132 Minuten über den Circuit de la Sarthe, womit der TMG-Werksfahrer die letztjährige Rundenzeit für die Poleposition um über anderthalb Sekunden unterschritt.

Auch Stallgefährte Sébastien Buemi überwand die Marke von drei Minuten und zwanzig Sekunden. Gleichwohl betrug das Delta zum innerbetrieblichen Konkurrenten an der Klassementstirn letztlich 1,158 Sekunden. Die flottesten Drei komplettierte José María López, welcher demgegenüber jenseits der Grenze von drei Minuten und zwanzig Sekunden verharrte. Der Abstand zum Erstplatzierten maß 3,323 Sekunden.

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Titelverteidiger Porsche agierte beim Testtage im Département Sarthe wiederum im Hintergrund. Auch während der zweiten Übungseinheit begnügte sich der Traditionshersteller aus Stuttgart-Zuffenhausen mit den Plätzen vier und fünf. Earl Bamber fehlten 3,380 Sekunde zur Referenzzeit von Gazoo Racing, während Markenkollege Neel Jani sich einen Rückstand von 3,968 Sekunden vermerken ließ.

LMP2-Prototypen fahren dreihundertvierzig Kilometer pro Stunde

Die Mannschaft von ByKolles Racing musste sich neuerlich hinter einem LMP2-Gespann einordnen, beförderte sich allerdings unterhalb der Schallmauer von dreieinhalb Minuten – dank einer Umrundung innerhalb von 3:28,701 Minuten, gefahren von Dominik Kraihamer. Überdies übertrumpfte der CLM-P1/01-Nismo-Prototyp die Hybridsportwagen auf den Geradeauspassagen. Bei der Tempomessung erreichte das Gefährt über dreihundertdreißig Kilometer pro Stunde.

Apropos Höchstgeschwindigkeiten: Auf der Hunaudières-Geraden überflügelten die LMP2-Boliden regelrecht ihre großen Brüder in der LMP1-Spitzenklasse. Erzielten die Hybridrenner annäherungsweise dreihundertdreißig Kilometer pro Stunde, überschritt die Dallara-P217-Gibson-Kombination mitunter den Wert von dreihundertvierzig Kilometer pro Stunde. Aus diesem Umstand vermochte die Dallara-Sektion allerdings, kein Kapital zu schlagen.

Denn die vordersten dreizehn Plätze der LMP2-Liga okkupierte Oreca. Zualleroberst: Signatech-Alpine mit Nelson Panciatici, welcher innerhalb von 3:28,146 Minuten über die Kombination aus permanenten Rundkurs und alltäglicher Nationalstraße hastete. Damit unterbot Ragues seinen Manor-Rivalen Jean-Eric Vergne um 0,698 Sekunden. Dahinter folgte Alex Brundle von Jackie Chan DC Racing mit 0,958 Sekunden Rückstand.

Corvette bleibt vor Porsche

In der GTE-Pro-Kategorie ergab sich eine identische Konstellation wie im ersten Segment: Corvette vor Porsche und Aston Martin. Oliver Gavin fuhr die schnellste Rundenzeit. Die Uhr stoppte bei 3:54,701 Minuten. Auf den nachfolgenden Positionen klassierten sich die Porsche-Werkspiloten Frédéric Makowiecki und Kévin Estre – der Abstand zum Klassenprimus betrug 0,295 Sekunden respektive 0,298 Sekunden.

Abschließend die Rangordnung im GTE-Am-Unterhaus: Aston Martin sortierte sich vor Larbre Compétition und Dempsey-Proton Racing ein. Pedro Lamy gelang eine Umrundung innerhalb von 3:58,250 Minuten, womit der AMR-Athlet seinen Corvette-Widersacher Fernando Rees um zweiundfünfzig Tausendstelsekunden unterbot. Porsche-Pilot Matteo Cairoli lag wiederum 0,199 Sekunden zurück.

Den Teilnehmern des 24-Stunden-Rennens von Le Mans bleiben nun einige Tage Zeit, um Atem zu schöpfen, ehe am nächsten Wochenende mit der technischen Abnahme auf dem Place de la République im Stadtzentrum die Veranstaltungswoche beginnt. Die vierstündige Trainingseinheit sowie die drei Qualifikationssitzungen finden am Mittwoch und Donnerstag statt. Freitag ist an der Sarthe traditionell Ruhetag.