N’ring 24: Land Motorsport pokert sich zum Triumph

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Land Motorsport stolperte zum Gesamtsieg beim 24-Stunden-Rennen | © Ralf Kieven (1VIER.COM)

Ein Fauxpas beim letzten Boxstopp rang Land Motorsport die siegbringende Entscheidung ab: der Wechsel auf Regenreifen. Während einer kurzweiligen Schlussphase erstritten Connor De Phillippi, Christopher Mies, Markus Winkelhock und Kelvin van der Linde den Triumph beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring.

In einem nervenaufpeitschenden Finale hat sich Land Motorsport mit einer strategischen Vabanquespiel zum Gesamtsieg beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring gepokert. Als in der Schlussphase mancherorts Niederschläge in der Eifel einsetzen, entschied sich das Audi-Gespann im richtigen Augenblick für Regenreifen. Dieser Entschluss beförderte Connor De Phillippi, Christopher Mies, Markus Winkelhock und Kelvin van der Linde zum Triumph.

Die Ironie des Erfolges: Die Entscheidung, die Pneus auszutauschen, gründete auf einem Fauxpas beim finalen Boxenstopp. Aufgrund einer irrtümlichen Freigabe beschleunigte van der Linde bereits, obwohl der Tankvorgang noch nicht beendet war. Daraufhin mussten die Mechaniker von Land Motorsport den Audi-Sportwagen nochmals zurückschieben, um den notwendigen Kraftstoff aufzufüllen.

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In Ansehung der Perspektivlosigkeit, noch die Führung zu erobern, gerierte sich Wolfgang Land als Glücksritter und wandte die Alles-oder-nichts-Vorgansweise an: Wennschon die Regenschauer bis dato eigentlich noch keine Regenreifen erforderten, ordneten die Verantwortlichen am Kommandostand einen Wechsel an. Die siegbringende Anweisung. Denn van der Linde vermochte anschließend, im Handstreich die Führung zu erstreiten.

W Racing Team verliert Führung im Regen

Einem weiteren Rennstall kam der eifelcharakteristischen Wetterumschlag zupass: Rowe Racing. Die BMW-Werksmannschaft stand zuvor im Begriff, nur die unterste Stufe des Stockerls zu erklimmen, kletterten letztlich aber auf das zweite Plateau. Der Regen spülte Markus Palttala, Nick Catsburg, Alexander Sims und Richard Westbrook buchstäblich zur Silbermedaille beim der Kraftprobe in der Grünen Hölle.

Dahingegen musste sich das W Racing Team mit Podestplatz drei bescheiden. Auf nassem Asphalt büßten Nico Müller, Marcel Fässler, Robin Frijns und René Rast nicht nur die Führung ein, sondern letzten Endes auch den Pokal für den zweiten Rang ein. Von der Audi-Warte besehen, erwiesen sich die Wetterkapriolen also als zwiespältig. Denn zuvor wähnte sich Audi infolge eines mehr oder minder ereignisarmen Wettbewerbs als sicherer Zweifachsieger beim eintägigen Wettstreit in der Vulkaneifel.

Bereits Samstagabend arbeiteten sich Land Motorsport und das W Racing Team das Klassement empor, behaupteten sich Kräftemessen mit BMW und konsolidierten des Nachts peu à peu ihre Doppelführung. Einen ersten Rückschlag musste Land Motorsport bereits beim Anbruch des Schlussphase hinnehmen, als wegen technischer Gebrechen ein außerplanmäßiger Boxenbesuch nottat. Folgerichtig machte die WRT-Equipe ihren Markenkollegen die Spitzenposition abspenstig.

Der kurzweilige Zielsprint wirbelte die Reihenfolge schließlich vollends durcheinander. Welche Konstellation ergab sich auf den nachfolgenden Plätzen? Das Team Schnitzer garnierte seine Rückkehr mit dem vierten Platz. Beim Überkreuzen der Ziellinie befanden sich Marco Wittmann, Tom Blomqvist, Martin Tomczyk und Augusto Farfus zumindest im selben Umlauf wie die Gesamtsieger.