GT2: Liefert der Porsche 935 die Entwicklungsgrundlage?

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Fundamentiert der Porsche 935 die GT2-Entwicklung? | © Porsche

Seitdem Stéphane Ratel angekündigt hat, die GT2-Kategorie zu reetablieren, setzt sich Porsche mit einem etwaigen Einstieg auseinander. Nach der Präsentation des Retromodells 935 räumt Frank-Steffen Walliser ein: Das Gefährt könnte die technische Grundlage für die Entwicklung bereitstellen.

Unmittelbar nach der Bekanntmachung, Stéphane Ratel beabsichtige, die GT2-Klasse zu revitalisieren, bestätigte Porsche sogleich: Ein Einstieg sei fraglos betrachtenswert. Nach der hauseigenen Nostalgieveranstaltung auf dem Laguna Seca Raceway nötigt sich nun die Frage auf, inwieweit das Retromodell 935 mit dem Konzept der wiederbelebten Kategorie der SRO-Organisation harmoniert.

„Dies ist ein ernstzunehmendes Rennfahrzeug. Wir testen im Windkanal – all diese Dinge. Folglich kann man damit Rennen bestreiten“, erkennt Motorsportchef Frank-Steffen Walliser gegenüber Sportscar365 zu. „Aber aus meiner Perspektive überstrapaziert es die GT2-Idee ein klein wenig. Mal sehen.“ Zumal: Der Porsche 935 mit dem Beinamen Moby Dick entbehrt jeglicher Reglementbasis.

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Aufgrund der fehlenden Homologation ist das auf siebenundsiebzig Exemplare limitierte Gefährt ausschließlich bei Clubsportveranstaltungen teilnahmeberechtigt. Gleichwohl könnte der Porsche 935 zumindest die technische Grundlage eines GT2-Renners bereitstellen. „Es ist nicht allzu schwierig, das Technologiepaket dieses Fahrzeug in einem GT2-Rennwagen zu verwenden“, meint Walliser. „Das passt vielleicht.“

Demnach würden Fahrgestell und Antriebsstrang bei der Entwicklung eines GT2-Sportwagens Anwendung finden. Der Porsche 935 ist ohnehin mit jenem Sechs-Zylinder-Twinturbomotor mit 3,8 Litern Hubraum ausgestattet, welcher auch den serienmäßigen Porsche 911 GT2 RS antreibt – nebst weiterer Komponenten. Indes stellte das Fachpublikum nach wiederholter Sichtung in Monza Mutmaßungen an, Porsche habe bereits erste GT2-Testfahrten unternommen.

Obschon die Bezeichnung eventuell Verwirrung stiftet, trägt sich die SRO-Gruppe mit dem Vorhaben, durch die GT2-Kategorie eine Division zu installieren, welche eine Mittelstellung zwischen den Wertung GT3 und GT4 einnimmt. Adressat dieser Liga: vornehmlich Herrenfahrer. Nach Angaben Ratels hätten bereits drei Konstrukteure eine Zusage erteilt. Neben Porsche bekundete Lamborghini bereits öffentlich Interesse.