GT2: Porsche bekundet Interesse an wiederbelebter Klasse

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Steigt Porsche in die wiedereingeführte GT2-Klasse ein? | © Porsche

Porsche-Motorsportchef Frank-Steffen Walliser zeigt sich aufgeschlossen gegenüber der revitalisierten GT2-Klasse. Der Konstrukteur aus Stuttgart-Zuffenhausen könne sich vorstellen, einen Sportwagen für diese Wertung zu entwickeln. Potenzielles Modell: der Porsche 911 GT2 RS.

Stéphane Ratel beabsichtigt, die GT2-Liga – zumindest nominell – zu reetablieren. Unbeschadet etwaiger Skepsis angesichts des vermeintlich übersättigten GT-Marktes bekundet Porsche seine Offenheit gegenüber der wiedereingeführten Kategorie. „Wie immer, falls sich innerhalb der Motorsportszene etwas bewegt, schauen wir uns das an“, erklärt Porsche-Motorsportchef Frank-Steffen Walliser gegenüber Sportscar365.

Angesichts des angestrebten Leistungsspektrums von sechshundertvierzig und siebenhundert Pferdestärken sowie die Beschränkung etwaiger Modifikationen eigne sich der Porsche 911 GT2 RS prinzipiell für die wiederbelebte Klasse. „Die ist die Zielgruppe für Stéphane Ratel“, meint Walliser. „Es sind hochpreisige Sportwagen, aber keine Hypersportwagen. Es müssen Supersportwagen sein.“

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Die SRO-Gruppe präsentierte ihr Vorhaben, die GT2-Wertung zu revitalisieren, anlässlich der alljährlichen Pressekonferenz in Spa-Francorchamps. Jene GT2-Division solle eine Mittelstellung zwischen Sportwagen der Kategorien GT3 und GT4 einnehmen. Walliser bestätigt sogar potenzielles Interesse innerhalb des Porsche-Kundenkreises: „Interessanterweise haben wir tatsächlich Fahrer, die sagen, die GT4 sei nicht ausreichend und nicht ruhmvoll genug.“

Grundsätzlich sei die Vorgangsweise Ratels nachvollziehbar. „Die GT4 sollte für kleine Fahrzeuge wie dem Cayman, dem M4 oder Alpine bleiben. Bei einem abgerüsteten AMG oder R8 ist dies nicht der Fall. Sie sind GT3“, betont Walliser. Mit der GT2 bewahre man gewissermaßen „die Leichtigkeit eines GT4-Einsatzes“ und habe dennoch ein leistungsstarken Rennwagen. „Somit ist es eine GT4 für Erwachsene“, urteilt Walliser

Gleichwohl sei das Zeitfenster für die Entwicklung eines solchen GT2-Sportwagens einigermaßen schmal. „Falls etwas Neues herauskommt, müssen wir dies überprüfen und schauen, ob es durchführbar ist, sofern man etwas machen kann“, fügt Walliser hinzu. Dann werden wir eine Entscheidung treffen.“ Einen finalen Entschluss, ob Porsche ein GT2-Modell fertige, wolle die Führungsebene im letzten Quartal des Jahres fassen.