Schanghai: Dempsey-Proton verliert alle Punkte, Toyota steht auf Poleposition

515
Dempsey-Proton Racing büßt sämtliche WM-Punkte ein | © Porsche

Dempsey-Proton Racing verliert sämtliche bis dato erzielten WM-Punkte. Grund der Bestrafung: Untersuchungen nach dem Sechs-Stunden-Rennen am Fuji legten eine Modifikation des Datenloggers zutage, was die Regelhüter als „betrügerisches Verfahren“ einstuften. Derweil steht Toyota in Schanghai auf der Poleposition.

Die Regelwächter der Langstrecken-WM haben eine drakonische Strafe gegen Dempsey-Proton Racing ausgesprochen. Aufgrund einer Manipulation des Datenspeichers an den beiden Porsche-Neunelfern verliert das GTE-Am-Gespann sämtliche während der bisherigen Supersaison erzielten Punkte. Überdies erfolgt ein nachträglicher Ausschluss vom Sechs-Stunden-Rennen am Fuji. Zudem sind weitere Sanktionen durch die nationale, Lizenz ausstellende Behörde möglich.

Bereits nach dem vierten FIA-WEC-Lauf in Oyama erlegte die Sportkommissare Dempsey-Proton Racing eine Zeitstrafe auf, weil die Mannschaft die Minimalzeit von fünfundvierzig Sekunden beim Nachtanken unterschritt. Weitere Untersuchungen, die an diesem Wochenende in Schanghai ihren Abschluss fanden, förderten zutage: Mittels einer Modifikation des Datenloggers addierte das Messgerät zur tatsächlichen Nachfüllzeit zwei zusätzliche Sekunden hinzu.

- Anzeige -

Aufgrund dieser Fälschung der Messwerte legten die Regelhüter Dempsey-Proton Racing ein „betrügerisches Verfahren“ zur Last und entschieden sich, den Rennstall gemäß des Internationalen Sportgesetzes zu bestrafen. Ferner sei die Equipe nicht gewillt gewesen, zur Aufarbeitung der Vorkommnisse beizutragen. In wiederholten Anhörungen gaben Teamchef Christian Ried und der Technische Direktor Michael Ried an, ein externe Berater habe die Änderungen vorgenommen.

Team Project 1 führt nun GTE-Am-Tabelle an

Dessen Identität gab Dempsey-Proton Racing nicht preis. Porsche-Kundenbetreuer Marcus Stolzenthaler betonte unterdessen, der Hersteller habe derlei Modifikationen nicht veranlasst, sondern das Team selbst müsse den Datenspeicher manipuliert haben. Letzten Endes akzeptierte Dempsey-Proton Racing die empfindliche Strafe und bestätigte, das Urteil nicht anfechten zu wollen.

In der GTE-Am-Fahrerwertung klettern damit die Markenkollegen des Teams Project 1 – Egidio Perfetti, Jörg Bergmeister und Patrick Lindsey – mit sechsundsechzig Punkten auf den ersten Platz empor. An zweiter Stelle rangieren die Aston-Martin-Athleten Charles Eastwood und Salih Yoluc von TF Sport. Der Rückstand zu den Spitzenreitern beträgt elf Zähler. Dieselbe Konstellation ergibt sich in der Teamwertung.

Zum Sportlichen: Die Toyota-Werksdelegation steht beim Sechs-Stunden-Rennen von Schanghai erwartungsgemäß auf der Poleposition. Dank einer Durchschnittszeit von 1:42,931 Minuten positionierten sich Mike Conway und Kamui Kobayashi an vorderster Stelle. Den Stallgefährten Kazuki Nakajima und Fernando Alonso fehlten in der Endabrechnung 0,228 Sekunden auf die innerbetrieblichen Rivalen.

André Lotterer fährt zweitschnellste Rundenzeit in der Qualifikation

Als bester Privatier qualifizierte sich Rebellion Racing. Im Mittel fuhren Bruno Senna und André Lotterer binnen 1:43,218 Minuten über den Shanghai International Circuit. Mehr noch: Letzterwähnter erzielte sogar die zweitschnellste Rundenzeit der Qualifikation. Die Uhr blieb bei 1:42,869 Minuten stehen. Das Delta zum Sitzungsschnellsten Kobayashi maß lediglich 0,161 Sekunden.

In der LMP2-Liga belegte Jackie Chan DC Racing die ersten beiden Plätze. Im Binnenduell behaupteten sich Gabriel Aubry und Ho-Pin Tung gegenüber Jazeman Jaafar und Nabil Jeffri. Der Durchschnittswert der Sitzungsbesten: 1:48,888 Minuten, womit das Oreca-Duo seine Teamkollegen um 0,250 Sekunden unterbot. In der GTE-Pro-Kategorie schnitten die Ford-Lenker Olivier Pla und Stefan Mücke mit 1:58,627 Minuten am besten ab.

Das GTE-Am-Zeitfahren entschied wiederum Aston Martin Racing zu seinen Gunsten. Die beste Ausgangslage verschafften sich Pedro Lamy und Paul Dalla Lana, welche den ostchinesischen Grand-Prix-Kurs im Mittel innerhalb von 2:01,884 Minuten überquerten. Der Sechs-Stunden-Wettstreit im Reich der Mitte beginnt um elf Uhr Ortszeit, was wiederum vier Uhr Mitteleuropäischer Zeit entspricht.