Le Mans: Toyota holt den langersehnten ersten Gesamtsieg

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Toyota hat den Le-Mans-Fluch mit dem ersten Gesamtsieg gebrochen | © João Filipe

Toyota hat zum ersten mal die 24 Stunden von Le Mans gewonnen. Mit einem Doppelsieg, angeführt von Fernando Alonso, Kazuki Nakajima und Sébastien Buemi, beendeten die ewigen Zweiten ihren Fluch an der Sarthe. In beiden GT-Klassen ging der Sieg nach Zuffenhausen ins Porsche-Lager. Manthey-Racing feierte einen Doppelsieg in der GTE-Pro.

In Abwesenheit ernst zu nehmender Konkurrenz hat Toyota erstmals die 24 Stunden von Le Mans gewonnen. Die Besatzung Fernando Alonso, Kazuki Nakajima und Sébastien Buemi überquerte am Sonntagnachmittag kurz nach fünfzehn Uhr nach 388 Umläufen an erster Position die Ziellinie vor dem Schwesterfahrzeug von Kamui Kobayashi, Mike Conway und José-Maria Lopez. Rebellion Racing durfte den Bronzepokal als bester Privatier in Empfang nehmen.

Von der Poleposition gestartet, war es für alle drei Fahrer der erste Gesamtsieg an der Sarthe, für Alonso war es darüber hinaus der Erfolg beim Debütrennen. Den Sieg über den Schwesterwagen, mit dem mehrfach die Plätze getauscht wurden, besiegelte ein Fahrfehler von Kamui Kobayashi. Statt zum Boxenstopp abzubiegen, blieb der Japaner in der Schlussphase auf der Strecke. Damit ihm nicht der Sprit ausging, musste er im Slow-Zone-Modus die Runde absolvieren. Dies hatte darüber hinaus eine Strafe zur Folge, da die maximale Stint-Länge überzogen wurde.

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Damit vergrößerte sich der Abstand schlagartig in eine komfortable Führung, lagen beide Autos am frühen Morgen noch rund fünfzehn Sekunden voneinander getrennt. Allerdings lief auch für den Siegerwagen nicht alles glatt. Buemi handelte sich eine einminütige Strafe durch eine Geschwindigkeitsüberschreitung in der Nacht ein. Alonso sorgte anschließend dafür, den Rückstand wieder zu verkürzen. Bei der Zielüberfahrt trennte beide Wagen ein Abstand von zwei Runden.

Aus der Privatiersfraktion sah lediglich das Team Rebellion Racing die Zielflagge. Bereits vor dem Anbruch der Nacht war das Team ByKolles durch einen Unfall aus dem Rennen. SMP Racing verlor anschließend das erste Auto durch einen Unfall von Matewos Issaakjan. Der junge Russe lag zu jenem Zeitpunkt an dritter Gesamtposition und damit vor Rebellion Racing. Nach dreiundzwanzig Stunden mussten die Russen, die ART Grand Prix als Einsatzteam betreut, auch das andere Auto abstellen. Jenson Button wurde durch einen Motorschaden am Zieleinlauf gehindert.

Rebellion Racing kommt unbeschadet über die Distanz

Damit verblieben die Schweizer als einzige Privatiers im Rennen. Thomas Laurent stand damit nach dem vergangenen Jahr zum zweiten mal auf dem Podium, gemeinsam mit Mathias Beche und Gustavo Menezes. Teamkollege André Lotterer verspielte einen starken Start bereits auf den ersten Metern. Von Rang drei gestartet, kam er besser los als Nakajima, berührte jedoch das Heck des Japaners im Toyota.

Dies löste die Fronthaube, verringerte den Abtrieb und sorgte dafür, dass der Duisburger Ben Hanley im Dragonspeed-BR ins Heck rutschte. Die verlorene Zeit sollten Lotterer, Neel Jani und Bruno Senna nicht mehr aufholen, was in Position vier mündete. Hierzu trug in der letzten Rennstunde auch eine Strafe wegen eines zu langen Stints bei.

Eine ähnlich dominante Leistung wie Toyota zeigte G-Drive Racing in der LMP2-Klasse. Vom Start weg präsentierten sich Jean-Éric Vergne, Roman Russinow und Andrea Pizzitola fast unantastbar für die Konkurrenz. Mit einer darüber hinaus fehlerfreien Leistung sprang somit der erste Klassensieg für das Trio heraus. Dahinter spielten sich für einige Kontrahenten Dramen ab. Sowohl IDEC Sport als auch Panis-Barthez Compétition konnten aus ihren starken Anfangsphasen kein Kapital schlagen. Stattdessen erreichten Signatech-Alpine und Graff Racing, im zweiten Jahr nach der Rückkehr an die Sarthe, das Podest.