N’ring 24: BMW gewinnt erstmals mit einem GT3-Fahrzeug

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© Ralf Kieven (1VIER.com)

Rowe Racing und BMW haben die 24 Stunden auf dem Nürburgring gewonnen und so eine Durststrecke von zehn Jahren ohne Gesamtsieg beendet. Es war der insgesamt zwanzigste Sieg für die Marke. Alexander Sims, Nick Catsburg, Nick Yelloly und Philipp Eng meisterten die widrigen Bedingungen am Besten.

Ganze zehn Jahre musste BMW auf den zwanzigsten Gesamtsieg an der Nordschleife warten. Letztmals gewann das Team Schnitzer 2010 mit einem BMW M3 GT2. Nun, im Jahre 2020, folgte der erste Erfolg mit dem BMW M6 GT3 in seiner vorletzten Rennsaison. Rowe Racing gewann mit den Fahrern Alexander Sims, Nick Catsburg, Nick Yelloly und Philipp Eng ein größtenteils nasses Rennen, das in der Nacht für über neun Stunden unterbrochen werden musste.

Der entscheidende Moment für das Rowe-Team kam zwei Stunden vor Rennende, als erneut ein Regengebiet über die Eifel hinweg zog. Während der, zu dem Zeitpunkt führende, Car-Collection-Audi auf der Strecke blieb, kam die BMW-Mannschaft zum Reifenwechsel. Hierdurch verlor das Audi-Team die Spitzenposition. Walkenhorst-Pilot Jordan Pepper beschrieb die Bedingungen als „ganz schön fies: Der Regen ist in jeder Runde an einer anderen Position. Jede Ecke, die man anfährt, ist anders als in der Runde vorher.“

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Nach den letzten Boxenstopps lief es auf ein Fernduell der beiden Fahrzeuge hinaus, welches Catsburg im BMW für sich entscheiden konnte. Wiederum stoppte Audi-Pilot Christopher Haase eine Runde später, hatte somit aber eine kürzere Standzeit. Knapp zwanzig Sekunden hinter dem Niederländer kam Haase zurück auf den Kurs, konnte den Abstand aber nicht mehr egalisieren. Somit kreuzte Catsburg als Sieger die Ziellinie. Haase, Mirko Bortolotti und Markus Winkelhock wurden Zweite. Platz drei ging an die Schnitzer-Crew Augusto Farfus, Jens Klingmann, Martin Tomczyk und Sheldon van der Linde trotz mehrerer Zeitstrafen.

Duell Audi gegen BMW zieht sich durch den Vormittag

Dass ein bayerisches Fabrikat das Rennen gewinnen würde, zeichnete sich bereits seit dem Neustart am Sonntagmorgen ab. Audi ging mit einer Dreifachspitze ins Rennen, welche der Hersteller in der Nacht im Starkregen vor der Unterbrechung erobern konnte. Anfangs behaupteten sich die drei Autos von Phoenix Racing, Land-Motorsport und Car Collection nach dem Neustart am Sonntag vor dem BMW-Lager.

Über den Vormittag trocknete die Strecke zunehmend ab und die BMW-Fahrzeuge schienen mit den Mischbedingungen besser zurecht zu kommen. Darüber hinaus begingen die Audi-Teams untypische Fehler. Sowohl Phoenix als auch Land handelten sich Strafen ein. Darüber hinaus setzte Land auf die falsche Reifenwahl, weshalb sich Kelvin van der Linde mit dem R8 LMS drehte. Wenig später vollzog Car Collection den Reifenwechsel zu spät und Phoenix verlor die Siegchance durch einen Reifenschaden.

In der Endabrechnung bedeutete dies, dass neben den zwei BMW und einem Audi weitere zwei R8 und ein M6 unter den besten Sieben zu finden sind. Marco Wittmann beendete das Rennen im zweiten Rowe-Auto auf Rang sechs. Dahinter kam Dries Vanthoor für die Vorjahressieger von Phoenix ins Ziel. Van der Linde im Land-Audi schaffte es auf Rang sieben.

Mit Platz sechs hält Mathieu Jaminet die Farben für Porsche hoch. Die aufgrund des positiven Corona-Tests gebeutelte Zuffenhausener Delegation spielte im Kampf um den Gesamtsieg bereits seit dem Vormittag keine Rolle mehr. „Nach dem Restart fuhren Dennis Olsen und Maxime Martin jeweils einen starken Stint. Als sich das Wetter geändert hat, haben wir die Reifen- und Luftdruckkombination nicht optimal getroffen und viel Zeit im zweiten Stint verloren“, erklärte Projektleiter Sebastian Golz das Abschneiden seiner Fahrzeuge.

Mercedes-AMG erlebt enttäuschendes Rennen

Ebenfalls hinter den eigenen Erwartungen zurück blieb Mercedes-AMG. Im Qualifying einer der stärksten Hersteller, setzten sich Maro Engel vom Team HRT und Raffaele Marciello von Getspeed in der ersten Runde an die Spitze des Feldes. Bereits in der Nacht war jedoch das Rennen für das Team rund um Engel beendet, da Teamkollege Manuel Metzger auf nasser Fahrbahn die Kontrolle über das Auto verlor.

„Vor meinem Unfall gestern Nacht hatten wir auf ‚drying wets‘ gewechselt. Das war auch die perfekte Entscheidung. Aber dann hat es wieder angefangen zu regnen. Ich habe mich dann etwas zurückgenommen, da ich von meinen Teamkollegen wusste, dass dieser Reifen mit solchen Bedingungen nicht so gut zurechtkommt. Ich selbst war diese Reifenmischung noch nie gefahren. Ich wollte dann aus dem kleinen Karussell sachte herausbeschleunigen, habe dann aber plötzlich das Auto verloren. Es tut mir sehr leid für das Team, das Auto lief mega“, so HRT-Pilot Metzger.

Auch der Getspeed-Besatzung erging es nicht viel besser. Marciello wurde vor dem Abbruch von den Bedingungen überrascht und landete in der Streckenbegrenzung. Allerdings konnte das Auto noch einmal während der Unterbrechung repariert werden. Zur Mittagszeit hatte Fabian Schiller einen weiteren Kontakt mit der Mauer, was zum Aus des Fahrzeugs führte.

Damit kam Patrick Assenheimer als bestplatzierter AMG-Pilot auf Rang acht für HRT über die Ziellinie, rund drei Minuten vor seinem Teamkollegen Nico Bastian. Die besten zehn komplettierte Dirk Müller Sven Müller mit dem Porsche 911 GT3 R von Falken Motorsports.