Niclas Königbauer: „Finden die Bestrafung für das gesamte Team zu hart“

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Walkenhorst Motorsport musste im Rennen ohne Jonathan Hirschi zurechtkommen | © Ralf Kieven (1VIER.com)

Jonathan Hirschi hat beim vierten VLN-Lauf seine Lizenz eingebüßt, weil der Walkenhorst-Motorsport-Pilot Flaggensignale ignorierte. Zudem sprachen die Sportkommissare drakonische Strafen für die gesamte Mannschaft aus. „Wir finden die Bestrafung für das Team und die Fahrer zu hart“, meint Team-Manager Niclas Königbauer.

Am vergangenen Wochenende haben die Sportkommissare ein Exempel an Jonathan Hirschi statuiert. Nach der Qualifikation zur Adenauer Rundstrecken-Trophy entschlossen die Regelwächter, dem Fahrer wegen Missachtens gelber Flaggen die Lizenz zu entziehen. Die Entscheidung gründete auf der Auswertung des GPS-Überwachungssystems. Im Unterschied zu Hirschi verminderten die anderen Teilnehmer in ebenjenem Code-120-Abschnitt das Tempo.

Sein Rennstall Walkenhorst Motorsport musste ebenfalls eine Strafe abbüßen. Eigentlich hatte sich die Mannschaft mit dem BMW M6 GT3 für die zweite Startposition qualifiziert, die Sportkommissare strafversetzten Walkenhorst Motorsport jedoch ans Ende aller Startgruppen. Zudem musste die Equipe den vierten Lauf der VLN-Langstreckenmeisterschaft aus der Boxengasse starten und eine dreiminütige Zeitstrafe absitzen.

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Nun hat sich Walkenhorst Motorsport in einer Pressemitteilung zu den Vorkommnissen auf der Nürburgring-Nordschleife geäußert. Obwohl das Gespann die Sanktion sowie ihre Notwendigkeit akzeptiere und nachvollziehen könne, sei die Schärfe nichtsdestoweniger inadäquat. Darüber hinaus sei Walkenhorst Motorsport außerstande, die Situation zu beurteilen, weil keine Kameraaufnahmen zur Verfügung stehen.

„Es ist wichtig die Flaggensignale einzuhalten“, betont Team-Manager Niclas Königbauer. „Die Sicherheit aller geht vor. Da leider die Onboardkamera nicht funktionierte, können wir als Team das Ereignis nur schwer beurteilen. Wir sind jedoch überzeugt, dass es keine Mutwilligkeit war, falls es tatsächlich so abgelaufen ist. Wir finden aber die Bestrafung für das gesamte Team und die anderen Fahrer zu hart.“

Aufgrund der Aussichtslosigkeit, noch ein Spitzenresultat zu erringen, nutzte Walkenhorst Motorsport die Adenauer Rundstrecken-Trophy letzten Endes für Einstellfahrten unter Wettbewerbsbedingungen. Insgesamt drehten Jordan Tresson und Hunter Abbott noch zwölf Umläufe um die Nürburg. Nach der Bestzeit von 7:58,878 Minuten in der Qualifikation erzielte die Truppe im Vier-Stunden-Rennen schließlich einen Bestwert von 8:09,737 Minuten. Hirschi muss indes zur Wiedererlangung seiner Lizenz das E-Learning-Programm wiederholen.