Christian Schütz: „Motorsport in Deutschland war schon vor der Krise angeschlagen“

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„Müssen Weg finden, das insgesamt besser zu vermarkten“, meint Christian Schütz | © Gruppe C

Welche Konsequenzen hat die Corona-Pandemie für Schütz Motorsport? Schrumpft das ADAC-GT-Masters-Teilnehmerfeld nach der Wiederaufnahme des Wettbewerbs? Was sind die Fernziele des Rennstalls aus Bobenheim-Roxheim? Teamchef Christian Schütz bewertet im Interview mit SportsCar-Info die derzeitige Lage im GT3-Sektor.

SportsCar-Info: Die Corona-Pandemie hat den Rennbetrieb stillgelegt. Zudem schränken die Regierungsmaßnahmen auch das Alltagsgeschäft der Rennställe ein. Wie ist die Lage bei Schütz Motorsport?

Christian Schütz: Nachdem bereits Anfang März den meisten Rennstrecken der Betrieb untersagt wurde, hat uns das natürlich auch kalt erwischt. Wir haben uns dann darauf konzentriert, unsere Saisonvorbereitungen abzuschließen und unseren Werkstattbetrieb für Kunden zu öffnen, die mit ihren Straßenfahrzeugen zu uns kommen möchten. Momentan nutzen wir die Zwangspause sinnvoll, um unsere internen Strukturen zu optimieren und arbeiten Dinge ab, für die üblicherweise sonst nie so richtig Zeit da ist.

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SportsCar-Info: Der gefasste Plan von Schütz Motorsport war, wieder mit einem Mercedes-AMG GT3 am ADAC GT Masters teilzunehmen. Marvin Dienst stand bereits als Fahrer fest. Beeinträchtigt die derzeitige Ausnahmesituation die Wahl des zweiten Fahrers? Und viel wichtiger noch: Gefährdet die COVID-19-Pandemie das ADAC-GT-Masters-Programm? Vorausgesetzt in diesem Jahr findet noch ein Rennen statt.

Schütz: Das ist eben die große Frage. Wir haben bereits einen zweiten Fahrer gefunden und sind uns generell einig. Nur weiß eben keiner momentan, ob und wann es in diesem Jahr wieder losgeht und inwieweit wir alle unsere Vereinbarungen aufgrund der aktuellen Situation überhaupt einhalten können. Ich kann mir gut vorstellen, dass es teilweise für viele schwierig sein wird, ein Motorsportprogramm zu verkünden, wenn gleichzeitig Mitarbeiter in Kurzarbeit sind oder finanziell noch an den Folgen der Corona-Krise leiden. Wir halten ständig Kontakt zu unseren Partnern, und sollte es tatsächlich weitergehen, werden wir uns zusammensetzen um zu entscheiden, ob wir in diesem Jahr an den Start gehen werden.

SportsCar-Info: Schrumpft das ADAC-GT-Masters-Starterfeld, nachdem die Krise ausgestanden ist?

Schütz: Ich kann mir gut vorstellen, dass einige Teams vor der gleichen Entscheidung stehen werden entsprechend abzuwägen. Ich bin mir auch nicht sicher, ob das immer nur eine Teamentscheidung sein wird. Ich weiß auch nicht, welche finanziellen Auswirkungen das auf die Budgets der Fahrer haben wird. Somit kann ich Dir das gar nicht beantworten.

Ich würde mir aber wünschen, dass es einigermaßen normal weitergeht, und wir alle an den Start gehen können. Gerade in solchen Zeiten wäre es doch ein tolle Ablenkung, sich mal wieder mit etwas anderem zu beschäftigen. Ich kann ehrlich gesagt den ganzen Corona-Mist nicht mehr hören. Laut ADAC sind alle Startplätze vergeben, und scheinbar soll es bis jetzt zu keinen Absagen gekommen sein. Das wäre ja mal eine gute Ausgangssituation. Endgültig sehen werden wir das erst in Most zum Saisonauftakt.