Tipp der Redaktion: Wer gewinnt den GT-Weltpokal in Macao?

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Wer triumphiert an diesem Wochenende in Macao? | © BMW Presse

Vier Hersteller, vier Favoriten: Sämtliche Konstrukteure erheben legitime Ansprüche auf den Gesamtsieg beim GT-Weltpokal in Macao. Aber: Wer macht das Rennen? Audi? BMW? Mercedes-AMG? Oder endlich Porsche? Die SportsCar-Info-Redaktion hat ihre Wettscheine abgegeben.

Maximilian Graf: Seit der Erstauflage des GT-Weltpokals harrt Porsche eines abermaligen Triumphes in Macao. Bisher triumphierten ausschließlich die anderen Konstrukteure aus dem Süden Deutschlands. Begradigt die Traditionsmarke aus Stuttgart-Zuffenhausen also an diesem Wochenende endlich die Statistik zu ihren Gunsten? Nein, der Neunelfer bleibt weiterhin sieglos in den Gassen der Glücksspielstadt.

Stattdessen gelingt den Bayerischen Motorenwerken jenes Virtuosenstück, das bis dation noch kein Hersteller fertiggebracht hat: die Titelverteidigung im Leitplankenkanal Macaos. Augusto Farfus erfocht mit dem Team Schnitzer neuerlich die Siegertrophäe, womit der Titelträger zugleich Wiedergutmachung für die missratene Endurance-Saison betreibt. Aber: Kévin Estre und Absolute Racing erstreiten wenigsten die Silbermedaille für Porsche.

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In Ansehung der Zusammensetzung des Teilnehmerfeldes beim Weltfinale auf dem Guia Circuit, das ausschließlich aus Herstellerdelegationen mit Erfolgsaspirationen und Favoritenstatuts besteht, entfällt de facto der Geheimtipp beim Formulieren der Prognose. Die letzte Stufe des Podiums erklimmt wiederum: Audi. Dries Vanthoor – für das W Racing Team im Einsatz – wohnt schlussendlich der Siegerehrung bei.

Gereon Radomski: Leider ist der FIA GT World Cup zu einer reinen deutschen GT-Meisterschaft verkommen. Nach vereinzelten Auftritten von Nissan, Honda oder Ferrari in den letzten Jahren starten in diesem Jahr in den engen Gassen Macaos nur Audi, BMW, Mercedes-AMG und Porsche. Nichtsdestotrotz ist die Crème de la Crème der Hersteller in China vertreten.

Einen klaren Favoriten in dem hochklassigen Feld auszumachen, ist schwierig. Allerdings gehe ich davon aus, dass ein Mercedes-AMG-Pilot sich in diesem Jahr die Krone zurückholen wird. Ganz vorne auf der Liste stehen Maro Engel und Raffaele Marciello. Die beiden Piloten zählen zweifelsohne zu den schnellsten GT-Piloten der Welt. Dazu liegt dem AMG GT3 der Guia Circuit. Daher machen die beiden den Sieg untereinander aus – mit dem besseren Ende für Marciello.

Dahinter balgen das Porsche Traumduo Bamthor – Laurens Vanthoor und Earl Bamber – Schnitzer-Tausendsassa Augusto Farfus und GT-Masters-Champion Kelvin van der Linde um den Podestrang. Als Geheimfavoriten sehe ich Joel Eriksson, der schon viel Erfahrung in der Formel 3 auf dem Guia Circuit sammeln konnte und in diesem Jahr als BMW-Werksfahrer antritt.

Ralf Kieven: Die Liste der potentiellen Sieganwärter in der chinesischen Zockermetropole Macao ist lang. Angefangen beim Titelverteidiger Augusto Farfus über den Rekordsiger Edoardo Mortara bis hin zu den GT-Assen Maro Engel, Laurens Vanthoor, Kévin Estre oder Earl Bamber. Fakt ist aber auch, dass jeder Fahrer auch ein gewisses Quäntchen Glück benötigt.

Mein Favorit auf den Sieg beim GT-Weltpokal heißt in diesem Jahr aber Raffaele Marciello. Der Schweizer war bereits im letzten Jahr nah dran und konnte den späteren Sieger Farfus lange unter Druck setzen.

Farfus ist für mich auch der größte Herausforderer. Er teilt sich den Job aber mit Edoardo Mortara, mit dem man in Macao eigentlich immer rechnen muss. Geheimtipp ist für mich heuer Laurens Vanthoor. Der Belgier hat mit dem Straßenkurs noch eine Rechnung offen. Seine Auftritte auf dem Guia-Parcours starteten meist vielversprechend, endeten aber regelmäßig in der Leitplanke.

Daniel Stauche: Aus meiner Sicht hat Maro Engel die besten Karten, in diesem Jahr auf dem Guia Circuit zu triumphieren. Seit seinem DTM-Ausstieg hat sich der AMG-Pilot zu einem der besten GT3-Fahrer entwickelt. Nicht zuletzt deshalb kämpfte er auch in dieser Saison bis ins Finale in Barcelona um den Titel der Blancpain GT Series, der wohl härtesten Rennserie dieser Zeiten.

Zweimal konnte Engel bereits gewinnen und einem dritten Triumph steht nichts mit Wege. Die Kontrahenten sind die erwartbaren und allgegenwärtigen Werksabordnungen von Audi, BMW und Porsche.

Auf dem zweiten Rang sehe ich Engels Teamkollegen Raffaele Marciello. Die Saison in Europa bei Akka-ASP lief wohl nicht ganz nach seinen Vorstellungen. Allerdings hat er nichts von seiner Fahrzeugbeherrschung eingelöst, welche ein Schlüsselfaktor auf dem engen Kurs ist. Der letzte Platz auf dem Podium könnten an einen der vier Porsche-Athleten gehen.