Spa 24: GPX Racing holt den ersten Porsche-Sieg der GT3-Ära

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GPX Racing gewann die 24 Stunden von Spa für Porsche | © Ralf Kieven

Porsche feierte einen Doppelsieg bei den 24 Stunden von Spa-Francorchamps. GPX Racing führte das Rennen zum Fallen der Zielflagge an, vor Rowe Racing. Rang drei ging an Black Falcon. Nach enormer Hitze in der Woche war das Rennen von viel Regen geprägt. In der Nacht wurde der Wettbewerb für sechs Stunden unterbrochen.

Die 24 Stunden von Spa-Francorchamps waren geprägt von Regen, zahlreichen Strafen und schließlich einigen Zwischenfällen in der letzten Stunde. Am besten überstanden haben das Rennen die Porsche-Piloten Michael Christensen, Richard Lietz und Kévin Estre vom Team GPX Racing. Die Mannschaft unter der Flagge der Vereinigten Arabischen Emirate setzte erstmals einen Werkswagen für die Zuffenhausener ein. Zuletzt gewann im Jahre 2010 ein GT2-Porsche das Rennen.

Estre ließ bereits am gestrigen Tag das Potenzial des Autos aufblitzen, als er sich an seinen Markenkollegen vorbei an zweite Stelle arbeitete, hinter den zu diesem Zeitpunkt führenden Mercedes-AMG von Black Falcon. Nach einem verregneten Start hinter dem Safety-Car trocknete die Strecke am Abend zunehmend ab, was die Porsche auf den AMG aufschließen ließ.

Die Zäsur bildete der Abbruch am frühen Morgen des Sonntags aufgrund eines heftigen Regens. Die Fahrer beschrieben die Zustände als unfahrbar. Auf der Kemmel-Geraden sowie in Blanchimont führte das stehende Wasser zu Aquaplaning. Gemeinsam mit den Teammanagern wurde entschieden, das Rennen erst 11.30 Uhr wieder aufzunehmen.

Zum Neustart führte das Grasser-Trio Mirko Bortolotti, Christian Engelhart und Rolf Ineichen aufgrund der Boxenstrategie. Allerdings handelten sie sich eine Strafe wegen Überschreitung der Streckenbegrenzungen ein, was sie aus der Entscheidung nahm. Der Grasser-Lamborghini beendete das Rennen auf Position sechzehn.

Im Laufe des Sonntages kristallisierten sich hingegen der GPX-Porsche sowie der Black-Falcon-AMG, die Audi von Saintéloc und WRT sowie ein Rowe-Porsche als Sieganwärter heraus. Estre schaffte es, sich während der Schlussstunden einen komfortablen Vorsprung vor Maro Engel zu erarbeiten. Der AMG-Pilot musste beim letzten Boxenstopp gar Nick Tandy im Rowe-Porsche passieren lassen.

Wechselhaftes Wetter sorgt für schwierige Bedingungen

Für Spannung sorgten jedoch zwei Safety-Car-Phasen in der letzten Stunde, ausgelöst durch Unfälle. Zuerst kam Benny Simonsen im Modena-Porsche hinter der Speaker’s Corner von der Strecke ab und kollidierte mit der Leitplanke. Noch auf der Runde des Neustarts kamen sich René Rast im WRT-Audi und Klaus Bachler im Dinamic-Porsche ins Gehege und verunfallten in der Pouhon-Passage.

Beide Zwischenfälle ließen den Vorsprung Estres zusammenschmelzen. Tandy verpasste es jedoch, sich schnell genug durch den Verkehr zu arbeiten und seinen Markenkollegen noch einmal anzugreifen. Somit ging der Sieg an Estre, Lietz und Christensen, gefolgt von Tandy, Frédéric Makowiecki und Patrick Pilet, die den Doppelsieg für Porsche komplettieren. Engel, Luca Stolz und Yelmer Buurman gewannen den Bronzepokal für Black Falcon.

Honda erzielte den ersten Achtungserfolg in der Intercontinental GT Challenge. Renger van der Zande musste auf der letzten Runde zwar noch Mathieu Jaminet passieren lassen, holte mit Rang sechs jedoch die ersten Punkte für den japanischen Hersteller.

Im Silberpokal ging der Sieg an James Pull, Jordan Witt und Sandy Mitchell. Wie Estre sah auch Pull im Barwell-Lamborghini seinen Vorsprung durch die Safety-Car-Phasen vernichtet. Akka-Pilot Nico Bastian, der das Rennen von letzter Stelle nach einem Motorwechsel begann, kam dem Sieg noch einmal sehr nahe. Am Ende wurde es jedoch Rang zwei für ihn, Timur Boguslawski und Felipe Fraga. Rang drei ging an das Team WRT. Mitfavorit Attempto Racing musste das Auto in der Nacht mit einem Motorschaden abstellen.

Der Sieg in der Pro-Am-Klasse ging an TF Sport, angeführt von Nicki Thiim. Der Däne führte das britische Team zum Sieg, gemeinsam mit seinen Mitstreitern Salih Yoluc, Ahmad Al-Harthy und Charlie Eastwood. In der Amateurklasse triumphierte Rinaldi Racing mit dem Fahrerquartett Christian Hook, Alexander Mattschull, Manuel Lauck und Hendrick Still.