N’ring 24: Scuderia Cameron Glickenhaus entwickelt SCG 004C GT2

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Der SCG 004C löst den SCG 003C ab | © Ralf Kieven (1VIER.COM)

Bei der Entwicklung des SCG-004C-Sportwagens wendet die Scuderia Cameron Glickenhaus eine Doppelstrategie an: Die Konstruktion erfolgt auf Basis des GT2-Regulariums, ein Plug-and-Play-Kit soll jedoch eine umstandslose Umrüstung zum GT3-Renner ermöglichen.

Nach fünfjährigen SPX-Engagement bringt die Scuderia Cameron Glickenhaus ihr Programm mit dem SCG-003C-Sportwagen in dieser Saison zum Abschluss. Hinfort zollt der nordamerikanisch-italienische Rennstall die Hauptaufmerksamkeit der Entwicklung seines SCG-004C-Modells, welches im nächsten Quartal planmäßig erste Funktionsfahrten unternehmen soll. Das Debüt erfolgt voraussichtlich bei einem der VLN-Läufe im nächsten Jahr.

Allerdings hat die Scuderia Cameron Glickenhaus nun einen Strategieschwenk eingeleitet. Eigentlich strebte James Glickenhaus mit seiner Mannschaft an, einen GT3-Sportwagen zu konstruieren. Aber: Das Reglement verlangt eine Mindestproduktion des rennfertigen Gefährts von zehn Exemplaren. Demgegenüber hat die SRO bislang noch keine obligatorische Stückzahl für die neue geschaffene GT2-Klasse festgeschrieben.

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Daher gedenkt die Scuderia Cameron Glickenhaus, zunächst einen SCG 004C GT2 zu fertigen, jedoch mit der Möglichkeit einer Transformation, den Rennwagen in einen GT3-Sportler umzuwandeln. „Es ist beides: ein GT2-Fahrzeug, für das man ein GT3-Kit bekommen kann“, erklärt Glickenhaus gegenüber Sportscar365, welcher das Vorhaben hegt, beim nächstjährigen 24-Stunden-Rennen einen Einsatz eigenständig zu schultern und zwei Renner an Kundenteams zu verkaufen.

Glickenhaus: „Man muss bloß Motor und Aerodynamik austauschen“

Die Konversion zum GT3-Sportwagen solle indes komplikationsfrei durchführbar sein. „Es ist dasselbe Fahrzeug, aber in seiner GT2-Gestalt verfügt es über weniger Aerodynamik und etwa sechshundertfünfzig Pferdestärken, und in seiner GT3-Gestalt wird es etwa fünfhundert Pferdestärken haben. „Es wird ein sofort betriebsbereites Kit sein. Man muss bloß Motor und Aerodynamik austauschen.“

Bislang hat sich ausschließlich Porsche zur wiederbelebten GT2-Kategorie bekannt, welche SRO-Chef Stéphane Ratel im vergangenen Sommer präsentierte. Als Basis fungiert höchstwahrscheinlich der Porsche 911 GT2 RS Clubsport. Demgegenüber tragen sich Aston Martin und Lamborghini zwar mit dem Vorhaben, sich in diesem Segment zu engagieren, erteilten aber keine definitive Zusage.

Zugleich forciert die Scuderia Cameron Glickenhaus auch den Einstieg in die Langstrecken-WM, um an der künftigen Spitzenklasse mit einem Hypersportwagen teilzunehmen. Die Entwicklungsarbeit am SCG 007 verrichte die SCG-Truppe parallel. „Alles, was wir durch den 003 gelernt haben steckt im 004 drin, und alles, was von diesen beiden wird wiederum im 007 stecken“ fügt Glickenhaus hinzu.