Zeltweg: Callaway Competition gewinnt den Reifenpoker am Sonntag

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Marvin Kirchhöfer rettet sich auf Regenreifen ins Ziel | © Gruppe C

Der zweite ADAC-GT-Masters-Lauf auf dem ehemaligen Österreichring war alles, nur nicht langweilig. Callaway Competition taktierte sich durch eine konservative Strategie zum Sieg. Grasser Racing wählte dagegen die Hochrisikovariante und belohnte sich mit dem zweiten Platz, nur knapp hinter der siegreichen Corvette.

Das Sonntagsrennen des ADAC GT Masters auf dem ehemaligen Österreichring war ein Rennen für die Taktiker. Dank eines zwischenzeitlichen Regenschauers war die Reifenwahl freigestellt, sodass die Tür für einen strategischen Wechsel offen war. Das Spiel gewonnen hat Callaway Competition, da Grasser Racing in der Schlussphase die Zeit ausging. Damit baute die Corvette-Mannschaft ihre Meisterschaftsführung deutlich aus.

Bereits zehn Minuten nach dem Rennstart fing es an manchen Stellen an zu regnen. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich Polesetter Daniel Keilwitz an die Spitze gesetzt, vor dem Meisterschaftskonkurrenten Mathieu Jaminet im Herberth-Motorsport-Porsche und Dries Vanthoor im Team-EFP-Audi. Als die Rennleitung das Regenrennen ausrief, zog das Team Herberth Motorsport die Option des Reifenwechsels, ebenso wie Vanthoors Mannschaft.

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Diese Strategie sollte sich schnell als falsch herausstellen. Die Fahrer mit Regenreifen waren nur unwesentlich schneller als die Piloten, welche sich auf Slicks über den ehemaligen Österreichring kämpften. Callaway Competition ließ Keilwitz auf der Strecke, bis sich das Pflichtboxenstoppfenster öffnete, um nicht durch einen zweiten Stopp Zeit zu verlieren.

Grasser Racing setzt auf Trockenreifen

Damit lag die Truppe goldrichtig. Sie konnte Marvin Kirchhöfer an erster Stelle zurück auf die Strecke schicken, vor Filip Salaquarda von I. S. R. und Markus Pommer im HTP-Motorsport-Mercedes-AMG. Gleichzeitig fiel ein Teilnehmer durch enorm langsame Rundenzeiten auf. Mirko Bortolotti, der den Grasser-Racing-Lamborghini von Andrea Caldarelli übernommen hatte, verlor viel Zeit auf seinen ersten Runden.

Das einheimische Team aus Sankt Margarethen, lediglich zehn Kilometer von der Rennstrecke entfernt, hatte einen erneuten Wetterumschwung antizipiert. Dieser Poker sollte sich in den letzten zehn Minuten auszahlen. Sobald die Sonne sich durch die Wolken gekämpft hatte, bekam der Huracán-Pilot Oberwasser.

Von Rang neun kommend pflügte Bortolotti mit Sieben-Meilen-Stiefeln durch das Feld. In Windeseile ließ er auch Salaquarda und Pommer stehen. Lediglich für einen Angriff auf Spitzenreiter Kirchhöfer reichte die Zeit nicht mehr. Damit gewinnt Callaway und führt nun fünfundzwanzig Zähler vor Herberth Motorsport, welches das Rennen an zehnter Stelle beendete.