Sabine Schmitz: „In den BMW kannst du einen dressierten Affen reinsetzen“

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Das Fahrzeug eines „dressierten Affen“? | © Ralf Kieven

Was unterscheidet den BMW M6 GT3 vom Porsche 991 GT3 R? „In den BMW kannst du einen dressierten Affen reinsetzen.“ Zumindest nach der Überzeugung, die Sabine Schmitz nach dem achten VLN-Lauf zynisch zum Ausdruck brachte. Mit der Fahrt im Silberpfeil warte sie hingegen noch bis zur Rente.

Nach dem BMW-Intermezzo beim Ruhrpokal bestritt Frikadelli Racing den Barbarossapreis am vergangenen Wochenende wieder mit dem Porsche 991 GT3 R. Diese direkte Gegenüberstellung verstattete Sabine Schmitz einen Vergleich zwischen den beiden Fabrikaten und unterschiedlichen Konzepten. Bei ihrem Resümee nach dem drittletzten Lauf zur VLN-Langstreckenmeisterschaft bemühte sich die Stammfahrerin nicht, ihren Zynismus zu verbergen.

Während der Porsche ihr allerlei Kraftanstrengungen abnötige, führe sich der BMW M6 GT3 gleichsam von selbst. „Im BMW kann ich noch überlegen: ‚Was koch‘ ich morgen..?‘, während du im Porsche richtig ackern musst und höllisch aufpassen musst“, zitiert GT-Eins.de die Reaktion im Ring Radio. Diese Analyse korrespondiert mit der bisherigen Kritik des Teams. Zuletzt monierte Frikadelli Racing ohne Unterlass, der Neunelfer sei gegenüber der Konkurrenz chancenlos.

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Der Fahrbericht aus dem Cockpit des Sechsers lässt sich konzise zusammenfassen: Man könne gewissermaßen auf Autopilot stellen. „In den BMW kannst du einen dressierten Affen reinsetzen – nichts gegen die BMW-Werkspiloten“, höhnte Schmitz nach der Rückkehr ans Porsche-Lenkrad – mit einer Referenz auf Rallye-Legende Walter Röhrl. „Am Abend nach dem Test hatte ich das Gefühl, ich müsste noch joggen gehen, weil ich nicht ausgelastet war.“

Auch über die Silberpfeile mokiert sich Schmitz, wolle mit dem ersten Einsatz noch der ersten altersbedingten Gebrechen harren. „Einen Mercedes-AMG teste ich noch nicht. Dafür bin ich noch nicht alt genug. Vielleicht wenn ich mal einen Rollator habe, dann ist das der richtige Wagen für mich“, spielt Schmitz auf die Dominanz der Sternenkrieger an. Bekanntermaßen zelebrierte Mercedes-AMG beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring einen Vierfachtriumph.

In Rundenzeiten schlägt sich der Unterschied allerdings nicht nieder. Frikadelli Racing fuhr mit dem Elfer in der Qualifikation zum achten VLN-Lauf eine Rundenzeit von 8:03,231 Minuten. Mit dem Sportwagen der Bayrischen Motorenwerke erreichte die Kultmannschaft aus Barweiler nur einen Bestwert von 8:06,903 Minuten. Mit dem BMW belegte Frikadelli Racing im Rennen Platz sieben, mit dem Porsche den sechsten Rang.