Klasseneinteilung: GT1, GT2, GT3, GT4 – oder doch GT5?

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GTP, GTE, GT3, GT4 ... | © Toyota Media, DPPI und Maximilian Graf

GT3-Sportwagen sind eigentlich GT4-Fahrzeuge. Die GTE-Kategorie fungierte ursprünglich als Lückenbüßer im Le-Mans-Fahrerlager. Die gegenwärtige GT4-Riege steigt alsbald zur GT-Königsklasse auf. SportsCar-Info erläutert diese wirren Behauptungen.

Vielerorts ertönt seit geraumer Weile das Lamento, die Zwei-Klassen-Struktur aus GT3 und GTE stifte unnötige Verwirrung. Schließlich nähern sich die Sportwagen konzeptionell mehr und mehr einander an. Die Trennung sei lediglich formal. Dies demonstriert auch Ferrari mit seiner aktuellen Modellgeneration, deren Basis identisch ist. Daher bahnen FIA und ACO abermals Konvergenzgespräche mit den Konstrukteuren an.

Dabei stellen die konkurrierenden Ansätze zwischen GT3-Kundensport und GTE-Werkssport de facto ein Luxusproblem dar. Selten in der Historie des GT-Wettbewerbs existierten bloß zwei Wertung – respektive drei, sofern man die GT4-Kategorie hinzuaddiert. In der Vergangenheit glich die Klassenstruktur geradezu einer unentwirrbaren Gemengelage mit zuweilen fünf Divisionen aufwärts, wenngleich oftmals nur ein nomineller Unterschied herrschte.

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Ein Blick ins Archiv fördert zudem zutage: Die prosperierende GT3-Liga basiert eigentlich auf GT4-Rennern. Die GTE-Riege fungierte ursprünglich als Lückenbüßer bei den 24 Stunden von Le Mans. Und: Es sollte den Veranstaltern ein inhärentes Interesse sein, die GT4-Division zu pflegen, damit diese alsbald das Erbe der GT3-Königsdisziplin antreten kann. Irritiert? SportsCar-Info erläutert diese verqueren Behauptungen.

Die Entwicklung des gegenwärtigen GT-Wettstreits nahm ihren Anfang gewissermaßen mit dem Zusammenbruch der Sportwagen-Weltmeisterschaft und der Gründung der BPR Global GT Series – also zu Beginn der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Zunächst bot die Breitensportserie von Jürgen Barth, Patrick Peter und Stéphane Ratel – drei illustre Gestalten der Branche – eine Plattform für quasi jedwede GT-Gattung.

Schillernde Jahre: Prototypen mit GT-Optik

Die positive Entwicklung der Meisterschaft brachte schließlich ein Zwei-Klassen-System hervor, das alsdann in der Einführung der FIA-GT-Serie einmündete. Die simple Bezeichnung: GT1 und GT2. Diese duale Einteilung wendete auch der ACO in Le Mans an. Mit Erfolg: In der Spitzenklasse fuhren letztlich Gefährte wie McLaren F1 GTR, Porsche 911 GT1, Mercedes-Benz CLK GTR, Panoz Esperante GTR-1 oder Lotus Elise GT1.