Langstrecken-WM: SMP Racing beendet sein Programm

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SMP Racing steigt aus | © João Filipe/AdrenalMedia.com

Wider Erwarten hat SMP Racing sein Forfait kundgetan. Der russische Rennstall teilte in einem Kommuniqué mit, keine weitere Saison in der Langstrecken-WM zu bestreiten. Der Grund: die Unterlegenheit gegenüber der Toyota-Werksmannschaft.

Obwohl SMP Racing auf der Starterliste stand, welche das Veranstaltertandem ACO und FIA während der Le-Mans-Woche veröffentlichte, hat der LMP1-Rennstall aus Russland nun mitgeteilt, keine weitere Saison in der Langstrecken-WM zu bestreiten. Die Entscheidung zum Ausstieg liege in der Chancenlosigkeit beschlossen, aufgrund der Überlegenheit Toyotas einen Gesamtsieg einfahren zu können.

Angesichts der Aussichtslosigkeit habe SMP Racing dennoch das Maximalergebnis erfochten. „Unser Ziel ist stets nur ein Sieg gewesen, und wir glauben, wir haben diesen Sieg geholt, indem wir das höchstmögliche Resultat unter den gegebenen Umständen errangen“, meint SMP-Racing-Teamchef Boris Rotenberg in einer Pressemitteilung. „Nach dem Finalrennen in Le Mans fassten wir den Entschluss, dass SMP Racing die FIA WEC verlassen wird. Unsere Mannschaft nimmt nicht an der Saison 2019/2020 teil.“

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Zuletzt startete SMP Racing mit zwei BR1-Prototypen in der LMP1-Oberklasse, welche BR Engineering in Kooperation mit Dallara entwickelt hatte. Während der zurückliegenden Saison rekrutierte sich das Fahrerensemble in wechselnder Konstellation aus Witali Alexandrowitsch Petrow, Michail Petrowitsch Aljoschin, Sergei Olegowitsch Sirotkin, Jegor Orudschew, Matewos Issaakjan, Stéphane Sarrazin, Jenson Button und Stoffel Vandoorne.

Mit Fortdauer der WM-Supersaison habe SMP Racing nach eigener Einschätzung „signifikante Fortschritte“ erzielt. Oftmals war SMP Racing bei den Privatmannschaften obenauf, fünfmal erklomm die russische Equipe das Stockerl. „Für uns war es eine schwierige Saison“, gesteht Rotenberg. Gleichwohl sei SMP Racing imstande gewesen, jedermann den Beweis zu erbringen, inwieweit ein russisches Team imstande ist, Erfolge davonzutragen. Dies sei ein „wohlverdienter Erfolg“.

Mithin schmilzt die LMP1-Kategorie zur kommenden Saison auf nunmehr sechs Sportwagen zusammen. Die Toyota-Werksabordnung tritt unverändert mit einem Zwei-Wagen-Aufgebot an, Rebellion Racing desgleichen. Darüber hinaus hat das Team LNT seine Rückkehr mit zwei Ginetta-Prototypen angekündigt. Allerdings kursieren Gerüchte, wonach die beiden Privatgespanne ihr Engagement eventuell zurückfahren.