Nürburgring: Porsche gewinnt ein ereignisarmes Rennen

474
Porsche gewinnt unangefochten in der Eifel | © Maximilian Graf

Porsche hat beim Heimrennen in der Eifel überlegen gewonnen. Ohne Zwischenfälle gingen die Sechs Stunden auf dem Nürburgring mit einer Dauer-Porsche-Führung über die Bühne. Für etwas Abwechslung sorgte die GTE-Pro-Klasse mit einigen Zweikämpfen, welche am Ende Ferrari für sich entschieden hat.

Timo Bernhard, Earl Bamber und Brendon Hartley haben die Sechs Stunden auf dem Nürburgring gewonnen. Die 52.000 Fans sahen ein wenig spannendes Rennen, bei dem Toyota nicht imstande war, an der Porsche-Dominanz zu rütteln. Trotz Poleposition der Kölner hat Porsche das Geschehen diktiert und nach gut eintausend Kilometern den Doppelsieg eingetütet.

Die Startfahrer haben den Polesitter Kamui Kobayashi erst einmal ein wenig ziehen lassen, um entspannt ins Rennen zu kommen. Bereits nach dem ersten Boxenstopp zur Ein-Stunden-Marke war es um die Toyota-Führung geschehen. José Maria Lopez musste sich innerhalb weniger Kurven der Übermacht beugen. Anschließend zogen beide Porsche davon – und wechselten noch mehrmals die Positionen.

Der letzte Boxenstopp hat schließlich die Entscheidung herbeigeführt. Während der Spitzenreiter Andre Lotterer 1:23 Minuten in der Box verweilte, durfte Bernhard bereits nach 1:15 Minuten losziehen. Damit hat Porsche die Tabellenführer zum Sieg gebracht und steuert komfortabel in Richtung erneuten WM-Gewinn. Toyotas zweites Fahrzeug kam überhaupt nicht zur Geltung. Sébastien Buemi musste noch in der Einführungsrunde mit einer defekten Benzinpumpe die Garage ansteuern. Der Abstand am Ende betrug fünf Runden.

Le-Mans-Sieger reiten auf Erfolgswelle

Etwas mehr hat da noch die LMP2-Klasse geboten. Die Le-Mans-Sieger und Podiumsbesucher von DC Racing haben auch die Wertung am Ring gewonnen. Damit bauen sie ihre Meisterschaftsführung aus. Die stärkste Leistung des Rennens zeigte jedoch G-Drive Racing. Nach der technischen Kontrolle anschließend an die Qualifikation ist das Auto mit einem nicht regelkonformen Unterboden aufgefallen. Trotz dreiminütiger Stop-and-Go-Strafe ging es noch auf Platz sechs nach vorn.

Von der gähnenden Ereignislosigkeit an der Spitze vermochte heuer nur die GTE-Pro-Klasse abzulenken. Die vier Hersteller zeigten sich gut aufgelegt und die Fahrzeugeinstufungen schienen optimal gelungen zu sein. Nach der ersten Poleposition seit 2013 hat das Zuffenhausener GT-Team die Plätze zwei und drei erklommen. Die Sieger Alessandro Pier Guidi und James Calado sind aber mit ihrem Ferrari zu weit enteilt.

Aston Martin hat nach einem starken Kampf nur den vierten und siebenten Platz belegt, Ford platziert sich dazwischen auf fünf und sechs. Für die Tabellenführer aus dem amerikanischen Lager ist es ein ernüchterndes Ergebnis vor den Augen der Kölner Mitarbeiter. Gleichwohl haben auch die ärgsten Verfolger von Aston Martin sowie im zweiten Ferrari nicht den besten Tag erwischt und sind noch dahinter gelandet.

Für einen weiteren Porsche-Sieg hat jedoch das Team Proton Competition in der GTE-Am-Klasse gesorgt. Matteo Cairoli, Marvin Dienst und Christian Ried haben mit nur 4,6 Sekunden Abstand nach sechs Stunden Rennen gewonnen. Verfolger Miguel Molina (Spirit of Race) hat mit seinem Ferrari im Schlussstint noch einmal den Druck angezogen, aber letztlich ging ihm die Zeit aus.