Mexiko-Stadt: Porsche übernimmt das Zepter im zweiten freien Training

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Porsche sicherte sich die Bestzeit des ersten Trainingstages in Mexiko-Stadt | © Porsche AG

Im zweiten freien Training in Mexiko-Stadt hat sich Porsche die beiden Bestzeiten gesichert. Die WM-Führenden Marc Lieb, Neel Jani und Romain Dumas standen am Ende der Sitzung auf dem obersten Platz der Zeitenliste. Audi sortierte sich vor dem Toyota-Solisten auf den Plätzen drei und vier ein.

Am ersten Tag der fünften Begegnung der Langstrecken-WM in 2 250 Meter Höhe in Mexiko-Stadt hat sich der Porsche-Pilot Neel Jani die Tagesbestzeit gesichert. Der Schweizer benötigte bei seinem schnellsten Umlauf 1:25,810 Minuten für den 4,3 Kilometer langen Kurs. Damit stellte er den Porsche 919 Hybrid, den er sich mit seinen Partnern Marc Lieb und Romain Dumas teilt auf den vordersten Platz der Wertung.

Dahinter folgten Timo Bernhard, Mark Webber und Brendon Hartley im Schwesterwagen. Audi belegte im zweiten freien Training die Plätze drei und vier. Markenintern hatten Lucas di Grassi, Loïc Duval und Oliver Jarvis die Nase vorn. Ihre Kollegen Marcel Fässler, André Lotterer und Benoît Trèluyer folgten mit marginalem Abstand.

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Toyota erlebt einen schwierigen Start in das Rennwochenende und bestritt das Training nach dem schweren Unfall des Wagens mit der Nummer sechs beim kollektiven Test nur mit einem TS050-Hybrid.Boliden. Sßébastien Buemi und Kazuki Nakajima hetzten den beiden Audi mit gut einer Sekunde Rückstand hinterher.

Ungewohnte Bedingungen auf dem neuen Kurs

Die Teams zollten der dünnen Luft in der großen Höhe Respekt. Aerodynamik und Kühlung werden auf dem Kurs mit seinen engen Kurven und einer langen Geraden vor besondere Herausforderungen gestellt. Zudem rechnet die Porsche-Führungsabteilung mit Regen beim Rennen am Sonntag.

„Großes Kompliment ans ganze Team zuhause und hier an der Strecke für die Vorbereitung des Rennens hier in Mexiko“, meint Porsche-Teamchef Andreas Seidel. „Die Strecke war für uns alle neu, zusätzlich gibt es die Herausforderung mit der Höhe und deren Auswirkungen auf die Luftdichte. Mit den im Vorfeld getroffenen Entscheidungen hinsichtlich Kühlungskonfigurationen und Fahrzeugeinstellung konnten wir hier direkt mit unserem Programm loslegen.“

Porsche erwarte ein kurzweiliges Rennen. „Wir haben mit beiden 919 sehr viele Runden ohne technische Probleme absolviert und uns kontinuierlich verbessert“, fügt Seidel hinzu. „Wir sind mit der Performance der Autos bisher sehr zufrieden. Die Konkurrenz liegt erneut eng beisammen, wir können uns auf ein spannendes Qualifying und Rennen freuen. Die Wettervorhersage für das Rennen am Samstag spricht von einer hohen Regenwahrscheinlichkeit, was dann noch eine weitere Herausforderung wäre.“

Zudem hat der neue Kurs seinen Eindruck bei den Fahrern hinterlassen. „Der Kurs hat Flair, aber er ist wirklich sehr eng und wird am Samstag für unser Rennen mit dem dichten Verkehr eine Herausforderung“, so der schnellste Mann des Tages Neel Jani. Romain Dumas bringt die Schwierigkeit auf den Punkt: „Die Strecke ist recht eng und daher nicht ganz einfach mit einem LMP1. Hier kann man leicht in einer Mauer landen.“

Mark Webbers Attest: „Dies ist eine schwierige Strecke, um alle Faktoren optimal zusammenzubringen. Ich finde den ersten Sektor mit den Kurven eins, zwei und drei nicht ohne. Die Kurven zehn und elf – das ist die schnelle Passage im mittleren Abschnitt – haben auch ihre Tücken. Aber das größte Problem wird der Verkehr. Der Kurs ist so schmal, dass man nicht oft Gelegenheit zum Überrunden hat. Er wirkt ein bisschen wie ein Stadtkurs, vor allem im letzten Sektor mit dem Baseball-Stadium.“

Toyota kehrt am Freitag zurück

Toyota hat derweil bestätigt, dass das Chassis des am Vormittag verunfallten TS050-Hybrid gebrochen ist. Der Fahrer Stéphane Sarrazin sei aber unverletzt und die Kölner Mannschaft ist sich sicher, bei der dritten Trainingssitzung wieder am Start zu sein.

Sarrazin äußerte sich zu seinem Unfall folgendermaßen: „Unglücklicherweise hatte ich einen Unfall in der letzen Kurve. Ich war im fünften Gang und habe das Auto auf den Kerbs verloren. Ich habe einen Fehler gemacht. Heute war es für uns wichtig, die Strecke kennen zu lernen. Es war also keine gute Zeit für so etwas. Das ist aber nie. Ein großes Dankeschön an die Mechaniker, die vor der großen Aufgabe stehen, das Auto bis morgen wieder hinzubiegen.“

In der LMP2 ging die Bestzeit an die Mannschaft Morand Racing mit Ricardo González, Filipe Albuquerque und Bruno Senna im Ligier-Nissan. Die GTE-Pro-Bestzeit erzielten Nicki Thiim und Marco Sørensen im Aston Martin, während sich Michael Wainwright, Adam Carroll und Ben Barker im Porsche von Gulf Racing die Bestzeit bei den GT-Amateuren sicherten.