Michael Bork: „In ihrem Kern ist die VLN eine Breitensportserie“

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Profis sollen Kosten der Kleinen tragen | © Ralf Kieven (1VIER.com)

VLN-Sportleiter Michael Bork befürwortet ebenfalls eine Professionalisierung, um das breitensportliche Kernkonzept zu bewahren. Diese garantiere einerseits die Finanzierung, umfasse andererseits die Erhöhung der Sicherheit. Denn die Organisation wolle ein GT3-Verbot auf jeden Fall abwenden.

Auch VLN-Sportleiter Michael Bork betrachtet die weiterschreitende Professionalisierung der Langstreckenmeisterschaft als Notwendigkeit, um die Fortexistenz des Championats auf der Nürburgring-Nordschleife sicherzustellen. „Damit sie auch in Zukunft weiter erfolgreich sein kann, muss sich die VLN allerdings, das ist meine Überzeugung, der Zeit anpassen, sie muss sich modernisieren“, meint Bork in einem Interview im VLN-Fanguide.

Die breitensportliche Grundausrichtung solle auch in Zukunft unangetastet bleiben. Dennoch erfordere die Orientierung ein Mindestmaß an Professionalität. „In ihrem Kern ist die VLN eine Breitensportserie, und mir und meinen Kollegen in der Führung ist es sehr wichtig, dass sie eine Breitensportserie bleibt“, betont Bork. „Dafür müssen wir die VLN aber in bestimmten Bereichen weiter professionalisieren.“

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Vornehmlich gewährleiste dieses Nebeneinander die künftige Finanzierung der VLN-Langstreckenmeisterschaft. Darum habe das Organisatorengespann eine „spezifische Nenngeldstruktur“ konzipiert, die den Löwenanteil der Kosten den Großen auferlegt und die Kleinen entlastet. „Neben den klassischen Amateurteams, die früher einmal das Gros des Teilnehmerfeldes bildeten, lassen wir professionelle oder semiprofessionelle Teams mit großen Autos, den GT3 zum Beispiel, zu“, erklärt Bork.

Zudem zeigt Bork den Formenreichtum der Professionalisierung auf, welcher sich nicht auf die Teilnahme der GT3-Sportwagen beschränkt. Ebenso misst die Veranstaltergemeinschaft auch Rennställen enorme Bedeutung bei, die Cockpits vermieten und mitunter ein Fahrzeugaufgebot im zweistelligen Bereich an den Start bringen. „Diese Teams bezahlen deutlich mehr Nenngeld, damit die privaten Teams mit den kleineren Autos weiterhin fahren können.“

„Die FIA schaut sehr genau auf das, was auf der Nordschleife passiert“

Ferner müsse der Veranstalter auch die Vermerkartung der VLN-Langstreckenmeisterschaft optimieren, kehrt Bork hervor. Eine weitere Dimension des Zugewinns an Professionalität umfasst wiederum die Abläufe entlang des Eifelaner Traditionskurs. Darum beabsichtige die Veranstaltergemeinschaft die Schulung der Sportwarte auszuweiten, deren Aufgabe sich bislang in der bloßen Meldung von Zwischenfällen erschöpfte.

In Zukunft sollen die Streckenposten allerdings ebenso imstande sein, Unfälle und Regelverletzungen zu bewerten, um den Untersuchungen der Sportkommissare zuzuarbeiten, damit die Regelhüter wiederum die Vorkommnisse adäquat sanktionieren können. „Wir müssen und wollen die Disziplin der Fahrer auf der Strecke erhöhen“, erläutert Bork die mittelfristige Zielsetzung.

Diese Maßnahem ergreifen die Veranstalter vor dem Hintergrund der auslaufenden FIA-Streckenlizenz. Denn aufgrund der internationalen Beteiligung bedarf die Nordschleife einer entsprechenden Genehmigung des Automobilverbandes. „Die FIA schaut natürlich – gerade seit dem Unfall mit einem getöteten Zuschauer im Jahr 2015 – sehr genau auf das, was in der VLN und auf der Nürburgring-Nordschleife passiert“, tut Bork dar.

Im Großen und Ganzen zweckt das Vorhaben auf die Verstetigung des Teilnehmerfeldes in seiner augenblicklichen Zusammensetzung ab. Explizit: Die VLN-Organisation will ein GT3-Verbot verhüten. „Es geht um die Sicherheit und in diesem Kontext eben auch um die Frage, ob bestimmte Fahrzeuge, ich denke da an die GT3, weiterhin auf der Nordschleife fahren dürfen“, fügt Bork hinzu. „Wir wollen, dass die Struktur des Starterfelds, wie wir sie momentan haben, erhalten bleibt.“