Langstrecken-WM: FIA veröffentlicht Fahrereinstufungen, Russinow droht mit Ausstieg

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Viele Teams der LMP2-Klasse und der GTE-Am werden sich neu aufstellen müssen | © Ralf Kieven

Wie in den letzten Jahren üblich hat der Automobil-Weltverband FIA die provisorischen Fahrereinstufungen für die nächstjährige Saison nach dem Finale der Langstrecken-WM bekannt gegeben. Prägnanteste Änderung: Roman Rusinow. Der Russe erhält ab sofort den Profistatus „Gold“.

Die diesjährigen Änderungen der FIA bezüglich der Fahrereinstufungen könnten und werden viel Schwung in das Fahrerkarussell der Langstrecken-WM bringen. Hauptsächlich davon betroffen sind die privaten Teams in der LMP2-Division und in der GTE-Am. Demgemäß bekommen zum Beispiel Rui Águas, Ben Barker, Matteo Caroli, Gustavo Menezes, Marco Seefried und Roman Rusinow ein Upgrade von „Silber“ zu „Gold“.

Vor allem der letztgenannte Rusinow kritisiert öffentlich seine neue Rolle. Der Russe droht sogar mit dem Ausstieg aus der WM. „Für mich ist die Sache einfach. Ich besitze einen Vollzeitjob neben der Strecke und komme hierher, um Spaß zu haben. Wenn Profifahrer wie Dries Vanthoor, Julien Canal oder einige GP2-Piloten ihren Silberstatus behalten, frage ich: Was ist ein Silberfahrer?“, bekundet Rusinow sein Missfallen gegenüber Sportscar365.

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„Zudem habe ich bei Vincent Beaumesnil (Anm d. Red.: ACO-Sportdirektor) nachgefragt, was ein Silberathlet sei. Aber er wusste es nicht. Er hat keine Ahnung davon. Ich würde sehr gerne weiter in der WM antreten, aber wenn ich meinen Profistatus behalten sollte, werden wir nicht in die Weltmeisterschaft zurückkehren. Stattdessen wäre ein Programm für die Rallye-Dakar denkbar“, so Rusinow zu seinen Alternativen.

Neben der Mannschaft von Jota Sport, die bislang den Einsatz von Roman Rusinow und G-Drive gestemmt haben, müssen weitere Teams neue und schnelle Herrenfahrer suchen. Unter anderem sind Mannschaften wie Gulf Racing oder die amtierenden LMP2-Weltmeister von Signatech-Alpine direkt davon betroffen.

Des Weiteren erhalten einige Profi-Rennfahrer wie beispielsweise Shane van Gisbergen, Richie Stanaway, Billy Johnson, Antonio Giovanazzi oder der frischgebackene GTE-Pro-Champion Nicki Thiim die höchste Fahrerklasse Platin. Dagegen verlieren bekannte Namen wie Chris Dyson oder Jan Seyffarth ihren Profistatus und gelten ab der nächsten Saison als Silberpiloten.