Langstrecken-WM: Bereitet Audi seinen Ausstieg vor?

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Steigt Audi aus der Langstrecken-WM aus? | © Audi Media Center

Beendet Audi sein LMP1-Engagement in der Langstrecken-WM? Die Gerüchte verdichten sich, wonach die Marke mit den vier Ringen nach der Saison 2017 aussteigt. Budgetreduktionen seien für die Entscheidung gleichermaßen ausschlaggebend wie das obsolete Dieselkonzept. Rücken BMW und Peugeot auf?

Seit geraumer Weiler ranken sich Gerüchte um einen angedachten Audi-Ausstieg aus der Königsklasse der Langstrecken-WM. Im Fahrerlager am heiligen Fuji mehren sich offenbar die Stimmen, wonach der Konstrukteur mit den vier Ringen das Ende seines Engagements im Oberhaus der Sportwagen bereits beschlossen habe. Einem Bericht von sport auto zufolge gäbe es überdies verschiedenerlei Indizien für eine Rückzug.

Demgemäß bestreite Audi im nächsten Jahr seine letzte LMP1-Saison in der Langstrecken-WM. Ein gewichtiger Grund seien die Nachwirkungen der Abgasaffäre des VAG-Konzerns, einhergehend mit generellen Budgetkürzungen bei Volkswagen. Darüber hinaus fehlt Ferdinand Piëch als emphatischer Fürsprecher der Investitionen in den Motorsport. Auch errang Audi während der letzten beiden Jahre keine nennenswerten Erfolge.

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Ferner wendet Audi bei seiner LMP1-Unternehmung ein obsolete Technologie an. Der Dieselantrieb gilt nicht mehr als zukunftsfähig. Dieser Umstand würde sich auch bei Neuerungen im Regelwerk – Einführung einer Zehn-Megajoule-Klasse – in Gestalt von konzeptionellen Nachteilen manifestieren. Bekanntermaßen bringt der Selbstzünder gegenüber den Benzintriebwerken eine höhere Fahrzeugmasse auf die Waage.

Rücken BMW und Peugeot auf?

Darüber hinaus nötigt sich seit Anbeginn des konzerninternen Wettstreits zwischen Audi und Porsche die Frage der ökonomischen Sinnhaftigkeit dieser Verausgabung auf. Voraussetzungen des Duells war unter anderem der Vergleich zweier konkurrenzierender Konzepte. Vollzöge Audi einen Wechsel, wäre diese hinfort nicht mehr erfüllt. Folglich sprechen einige Argumente unanzweifelbar für ein Forfait.

Mit dem Fortgang Audis würde nach beinahe zwei Dekaden eine ruhmreiche Ära enden. Seit dem Millennium erfocht der Hersteller aus Neuburg an der Donau insgesamt dreizehn Gesamtsiege beim 24-Stunden-Langstreckenrennen von Le Mans und trug sich damit – hinter Porsche – an zweiter Stelle in der ewigen Bestenliste ein. Weitere Erfolge feierte Audi in der Amerikanischen sowie der Europäischen Le-Mans-Serie.

Aufgrund der Gerüchte um den Weggang Audis schwebt gleichermaßen die Frage nach der Zukunft der Langstrecken-WM im Raum. Sofern kein weiterer Konstrukteur in den LMP1-Zirkel einrückt, würden fortan nur noch Toyota und Porsche um den WM-Titel wetteifern. In der privaten LMP1-Klasse startet ByKolles Racing künftig als Alleinunterhalter. Die Anwärter BMW und Peugeot schrecken im Augenblick noch vor den eminenten Kosten zurück.