Prototypen: Gewinnen die DP ihr letztes Heimrennen?

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Gewinnen die Daytona-Prototypen ihr letztes Heimrennen? | © IMSA

Zum letzten Mal lautet in diesem Jahr das Duell um den Sieg bei den 24 Stunden von Daytona DP gegen LMP. Im kommenden Jahr werden die Daytona-Prototypen keine Starterlaubnis mehr haben. Können sie sich bei ihrem letzten Auftritt auf ihrer Heimbahn durchsetzen, oder schlagen die LMP erstmals beim Auswärtsspiel zu?

Bekanntlich wird im kommenden Jahr ein neues Regelwerk für Prototypen eingeführt. Damit werden in der IMSA SportsCar Championship die Daytona-Prototypen abgeschafft, die seit der Saison 2003 im Einsatz sind. Die aktuellste Generation ist die dritte und befindet sich seit 2012 im Einsatz – es wird das letzte Jahr für die preisgünstigen Fahrzeuge. Ab dem kommenden Jahr treten dann die Daytona Prototype international (DPi) an, die auf den LMP2 basieren.

Wie der Name bereits verrät haben die DP ihre Heimat beim 24-Stunden-Rennen von Daytona. Seit dem Jahr 2014 haben sie mit den LMP2 neue Konkurrenten bekommen, doch die hochkomplexen europäischen Boliden vermochten sich bislang nicht durchzusetzen. Bleibt dies auch im letzten Jahr für die DP so?

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Erstmals herrscht in diesem Jahr fast numerischer Gleichstand in der Prototypenklasse. Sieben DP treten gegen fünf LMP2 und den DeltaWing an. Die Titelverteidiger kommen aus dem Ford-Lager und stemmen eine Mammutaufgabe. Neben zweier Prototypen leitet Chip Ganassi Racing auch den Einsatz der beiden Werks-Ford-GT in der GTLM-Klasse.

„Wir waren uns einig, dass unser IndyCar-Team recht wenig zu tun hat, wenn die Saison im September vorbei ist. Daher haben wir entschieden die IndyCar-Leute bei den DP-Autos einzusetzen“, erklärt Geschäftsführer Mike Hull die logistischen Überlegungen im Team. Auf der Fahrerseite setzt er auf das Siegerquartett aus 2015: Scott Dixon, Tony Kanaan, Jamie McMurray und Kyle Larson. Darüber hinaus rollt ein zweiter Wagen an den Start – am Steuer: Alex Wurz, der sich einen Traum erfüllt.

Gewinnen die LMP erstmals gegen die DP?

Daneben gilt Action Express Racing als ewiger Favorit. Die amtierenden Meister haben sich mit Scott Pruett und Filipe Albuquerque verstärkt. Den Test vor zwei Wochen schloss die Truppe sehr zuversichtlich ab: „Am ersten Tag war es unser Ziel, dass sich alle im Auto wohlfühlen und Fahrer und Ingenieure auf eine Wellenlänge zu bringen. Dann konnten wir am zweiten und dritten Tag unseren Arbeitsplan durchgehen“, so Teammanager Gary Nelson.

Gleichwohl zeigten sich die Herausforderer angriffslustig. Olivier Pla peitschte seinen Ligier von Michael Shank Racing mehrmals zur Bestzeit, bis ihm Luis Felipe Derani in die Parade fuhr. Der Brasilianer, der für ESM Racing auf gleichem Material unterwegs ist, erzielte in der letzten Sitzung die Gesamtbestzeit auf dem Ovalrundkurs mit 1:39,249 Minuten.

ESM Racing ist erstmals in Kooperation mit OAK Racing, dem Hersteller des Ligier JS P2, unterwegs. Das Daytona-Rennen stellt für die Truppe von Scott Sharp die Vorbereitung auf die kommende Saison der Langstrecken-WM dar. Eine Variable ist BR Engineering. Der BR01 kommt erstmals außerhalb von Europa zum Einsatz, jedoch in den erfahrenen Händen von Maurizio Mediani, Nicolas Minassian, Mikhail Aleshin und Kirill Ladygin.

Ein weiterer Faktor, neben der eingesetzten Technologie, ist jedoch die Einstufung der IMSA. Diese hat sich im Verlauf der vergangenen Woche in den Kampf um den Sieg eingeschaltet und den LMP-Fahrzeugen zehn Kilogramm mehr Gewicht verordnet. Andererseits zeigten sich schon in der Vergangenheit die Boliden mit viel Abtrieb auf einer Runde sehr stark, im Rennen konnten sie sich jedoch nicht durchsetzen.

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