Blancpain-GT-Kommentar: Das Bentley-Team benötigt eine Denkpause

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Bentley widersetzt sich der Anweisung der Rennleitung | © Vision Sport Agency

Das Team Bentley hat sich beim Saisonauftakt der Blancpain-Endurance-Serie in Monza den Entscheidungen der Rennleitung widersetzt und sogar eine Disqualifikation rundenlang ignoriert. Nach Tatsachenentscheidung hat Startfahrer Guy Smith aber einen schweren Startunfall verursacht. Dieses Verhalten muss Konsequenzen für Bentley haben.

Das Verhalten der Bentley-Mannschaft beim Saisonauftakt der Blancpain-Endurance-Serie in Monza ist an Unsportlichkeit nicht zu überbieten. Selten sieht man eine professionelle Werksmannschaft ein solch bizarres Schauspiel veranstalten. Die Stéphane Ratel Organisation muss in dieser Sache ein Machtwort sprechen und dies kann nichts anderes als einen Ausschluss für den nächsten Wertungslauf in Silverstone bedeuten.

Was ist passiert? – Startfahrer Guy Smith rammt durch ein unbedachtes Manöver Ezequiel Perez Companc (Grasser Racing Team), welcher sich unglücklich auf die Fahrbahn und damit in den Weg von fünfzig Fahrzeugen dreht. Zehn Starter scheiden aus. Die Rennleitung entscheidet auf eine Stop-and-Go-Strafe mit fünfzehn Sekunden Standzeit. Dies hätte für Bentley bereits kurz nach dem Start einen großen Rückstand bedeutet.

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Aus diesem Grunde hat sich das Team nicht darauf eingelassen und Smith fünf Runden weiterfahren lassen. Teamkollege Oliver Jarvis argumentierte am Mikrofon, dass er unschuldig sei, da ein weiteres Fahrzeug den Continental GT3 gerammt habe. Die Rennleitung ist anderer Meinung und disqualifiziert den Wagen. Doch statt sich aus dem Rennen zurückzuziehen fährt Smith durch die Boxengasse und legt weitere Runden zurück, während er andere Teilnehmer irritiert.

Dieses Verhalten ist so für eine Werksmannschaft nicht hinnehmbar und zeigt einen großen Respektverlust gegenüber der Rennleitung. Die Regelhüter sind, wie im Fußball, an der Strecke die höchste Instanz und müssen Entscheidungen fällen und durchsetzen. Hierbei haben sie Zugriff auf Kameramaterial und Telemetriedaten. Das Recht des Einspruchs steht Bentley zweifelsohne zu, doch nach der Niederlage hat das Team die Entscheidung zu akzeptieren.

Den Organisatoren obliegt es nun ihren Autoritätsanspruch zu betonen und gleichzeitig sicherzustellen, dass ein solches Schauspiel – trotz Disqualifikation weiter am Rennen teilzunehmen – nicht toleriert wird. Daher sollte das Bentley-Team für das Heimrennen in Silverstone gesperrt werden. Den Fahrer Smith trifft bei diesem Spiel nur eine Teilschuld, da er die Anweisungen seiner Mannschaft befolgt. Der Kommandostand von M-Sport benötigt somit erst einmal eine Denkpause.

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