Vierter Podestplatz: Paffett glänzt mit Köpfchen und Konstanz

22

Erster, Zweiter, Erster, Dritter: Gary Paffetts bisherige Saisonbilanz ist à la bonne heure. Gänzlich im Stile eines Champions ließ sich der Benz-Mann auch in Spielberg mitnichten zu Dummheiten verführen. – Nicht gewonnen, aber die Führung in der Meisterschaft ausgebaut – „das ist es, was zählt.“

Gary Paffett geht bestens gelaunt in die Sommerpause der DTM. Der smarte Engländer fuhr im gestrigen Auftritt Europas größter Tourenwagen-Rennserie auf dem Red Bull Ring in Österreich souverän zu Position drei und belegt nun mit 36 Zählern Vorsprung auf Audi-Markenrivale Mattias Ekström (Abt Sportsline) den Spitzenplatz in der Gesamtwertung. Trotz einer Chance auf den Sieg im Alpenland steckte der HWA-Pilot letzten Endes zurück und gab sich mit seinem vierten Podiumsbesuch nacheinander zufrieden.

„Wir hatten uns vorgenommen, so viele Punkte wie möglich für die Meisterschaftswertung aus Spielberg mitzunehmen“, so Paffett in einer Pressemeldung. Bronze ist das heuer schlechteste Ergebnis des Gewinners der Rennen in Hockenheim und Brands Hatch. „Natürlich hätte die Platzierung besser ausfallen können“, aber so sei er eben, der Rennsport. Bisweilen holte Paffett in der Saison pro Meisterschaftslauf durchschnittlich 20,75 Punkte – nahezu doppelt so viele wie Ekström, der am vergangenen Sonntag Vierter wurde.

Fingerspitzengefühl im Duell an der Spitze

Den Sensationssieger des Rennens in Spielberg, Edoardo Mortara (Audi Sport Team Rosberg), bezwang Paffett nicht, obwohl er es versuchte. Der 31-Jährige Benz-Boy lag nach seinem zweiten Boxenstopp dicht hinter dem A5-Coupé Mortaras, griff den Führenden auch kurzerhand an, doch als dieser ihn mit einem robusten Manöver auf die Wiese drängte, stellte er seine Attacken sofort wieder ein. In der Folge wurde Paffett noch von Martin Tomczyk (BMW Team RMG) geschnappt, was ihn aber nicht weiter aus der Fassung brachte.

„Die Zweikämpfe waren heute teilweise recht hart und meine Kühler waren gegen Ende durch aufgesammeltes Gras verstopft“, erklärte der Champion des Jahres 2005 seine Lage in den letzten Runden des Rennens – und fügte nachdrücklich an: „Ich habe meine Führung in der Meisterschaft ausgebaut – das ist es, was zählt.“ Was die nächste DTM-Station 2012 angeht, hat Paffett Nachholbedarf: Am Norisring sah er im letzten Jahr nicht die Zielflagge; ein technischer Defekt lies ihn in einer Gelbphase in die Mauer krachen.