Lange Gesichter bei Schnitzer: Doppelausfall in Spielberg

49

Keine Zähler, zwei lädierte Autos: BMW Team Schnitzer erlebte einen desaströsen Renntag in den Alpen Österreichs. Während Bruno Spengler schon früh mit stumpfen Waffen kämpfen musste, wurde Dirk Werner ein weiteres Mal vom Pech verfolgt. – Nächster Termin: Testfahrten auf dem Lausitzring.

Im BMW-Traditionsrennstall Schnitzer herrscht nach dem vierten Rennen der aktuellen DTM-Saison große Enttäuschung. Weder Toppilot Bruno Spengler noch dessen Teamkollege, Serien-Neuling Dirk Werner, sahen auf dem Red Bull Ring die Zielflagge. Dabei war vor allem Erstgenannter mit großen Erwartungen in die Steiermark gereist: Der schnelle Kanadier lag vor dem letzten Wochenende noch auf Platz zwei in der Gesamtwertung und war damit der ärgste Verfolger von Mercedes-Benz-Mann Gary Paffett (HWA).

Doch Spengler beschädigte sich im Gedrängel des Starts die Frontpartie seines Fahrzeugs derart unglücklich, dass er in der Folge das Tempo des Feldes nicht mehr mitgehen konnte. „In der zweiten Kurve wurde ich hart getroffen und in ein anderes Auto gedrückt. Ich bin dann immer weiter nach hinten gereicht worden“, beschrieb der DTM-Vize der Jahre 2006 und 2007 die Situation später. Nach 33 absolvierten Runden gab er schließlich entnervt auf. Es sei zwecklos gewesen, noch weiterzufahren.

Für Spengler, der nun Vierter in der Meisterschaft ist, gab’s ergo schon zum zweiten Mal in diesem Jahr Blech. Kumpane Werner hat hingegen noch nicht einmal einen einzigen Punkt auf seinem Konto. Nachdem der Hannoveraner in der Qualifikation zum Aufgalopp im badischen Hockenheim noch drittschnellster Pilot war, blieben in den anschließenden Rennen nur die Plätze 17, 19 und 16 – der Ausfall in Österreich markierte seinen ersten in der DTM. Auch sein Unheil nahm bereits auf den ersten Metern des Rennens seinen Ursprung.

Feindkontakte ruinierten alle Chancen

„Ich habe hinten links einen Schlag bekommen und konnte nur noch zurück in die Box fahren“, so der 31-Jährige direkt nach dem Zwischenfall. In der Tat wurde er von einem anderen Wagen getroffen: Jungspund Adrien Tambay (Audi Sport Team Abt) verbremste sich auf dem Weg zur Remus-Kurve und touchierte den Dreier Werners, woraufhin dessen Radaufhängung hinten links brach. „Ich bin sehr enttäuscht“, erklärte der BMW-Werksfahrer frustriert. „Vom neunten Startplatz hatte ich mir vorgenommen, heute Punkte zu sammeln.“

Dieser Ausgang sei sehr schade für das Team, das hart gearbeitet habe, resümiert Spengler nun in einer Pressemeldung seitens BMW. Jetzt konzentriere man sich aber bereits auf den Norisring. Bevor es am 1. Juli im „Monaco Nürnbergs“ wieder um Punkte, Podien, und Positionen geht, rücken die Bayern nächste Woche noch einmal in die Lausitz aus, und zwar zu offiziellen Testfahrten der DTM. Nebst den beiden Schnitzer-Recken Spengler und Werner werden dort auch Martin Tomczyk (BMW Team RMG) und Testfahrer Marco Wittmann ins Lenkrad greifen.