GT Masters am Sachsenring: Handling als Schlüssel zum Erfolg

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40 GT3-Rennwagen sind offiziell für das dritte Rennwochenende der Saison im sächsischen Hohenstein-Ernstthal gemeldet. Da Mittelmotorfahrzeuge auf dem Sachsenring in den letzten Jahren im Vorteil waren, dürfen neben Ferrari, Ford und McLaren besonders Audi und Lamborghini auf ihren ersten Laufsieg im Jahr 2012 hoffen.

Nach den Rennwochenenden in Oschersleben und Zandvoort gastiert das ADAC GT Masters nun schon zum sechsten Mal auf der anspruchsvollen sächsischen Traditionsrennstrecke mit ihrem kurvenreichen Layout in den Ausläufern des Erzgebirges.

Zu den Siegern dieser Saison zählen der BMW Alpina B6 und der Porsche 911 GT3 R sowie die Corvette Z06.R und der BMW Z4: So bestiegen bisher acht verschiedene Fahrer für vier verschiedene Marken die höchste Stufe des Siegerpodestes. Eng verhält es sich daher auch in der Meisterschaftstabelle, die mit 47 Punkten von den Callaway-Corvette-Piloten Daniel Keilwitz und Diego Alessi mit nur einem Zähler Vorsprung angeführt wird. Punktgleich dahinter liegen die Paarungen Jeroen Den Boer/Simon Knap (BMW) und Maxime Martin/Diego Lunardi (BMW-Alpina). Mit 41 Punkten befindet sich das noch sieglose Mercedes-Benz-Duo Sebastian Asch/Maximilian Götz an der Spitze der Verfolgergruppe.

Die üblichen Verdächtigen: Audi und Lamborghini

Wenn es in den sonst so abwechslungsreichen Meisterschaftsläufen des ADAC GT Masters auf dem Sachsenring eine Konstante gab, dann waren es die Siege von Mittelmotorfahrzeugen: Für Lamborghini war der Gallardo bereits viermal erfolgreich, der R8 LMS für Audi sogar fünfmal. Die Audi-Mannschaft von Prosperia UHC Speed hat sogar mit Christopher Mies einen der letztjährigen Gewinner als Fahrer im Kader. Da das Team in Zandvoort seine Form gegenüber dem Saisonauftakt in Oschersleben steigern konnte, liegt ein gutes Ergebnis für beide Fahrzeugbesatzungen nicht außer Reichweite.

Den Klagen der Lamborghini-Teams wurde Gehör geschenkt: Zwei auf 38 Millimeter vergrößerte Restriktoren werden zur erhöhten Leistungsfähigkeit der italienischen Marke beitragen. Besonders die Mannschaft von Reiter Engineering dürfte damit in den Kreis der Favoriten für das Rennwochenende aufrücken: Schließlich hat Peter Kox bereits drei Rennen mit zwei verschiedenen Partnern auf dem Sachsenring gewonnen.

Überdies haben der Niederländer und sein Beifahrer Marc A. Hayek am letzten Wochenende beim verregneten Silverstone-Rennen der Blancpain Endurance Series nicht nur die Pro-Am-Wertung gewonnen, sondern konnten auch auf einen beachtlichen vierten Rang im Gesamtklassement fahren. Der Schwesterwagen mit Albert von Thurn und Taxis und dem Slowaken Stefan Rosina wird nicht am Sachsenring dabei sein, da am gleichen Wochenende die GT-Weltmeisterschaft in der Slowakei an den Start geht. Für das Team rhino’s Leipert Motorsport, das mit zwei Wagen antritt, könnten nun ebenfalls die erhofften ersten Punkte der Saison möglich werden.

Weitere Mittelmotor-Fahrzeuge im Fokus

Die McLaren MP4-12C von MRS GT Racing und Gemballa Racing dürfen nach einem enttäuschenden Beginn der Saison 50 Kilogramm leichter starten. Bisher konnte nur einen einziger Punkt von Alex Müller und Christian Ott mit dem britischen Fabrikat eingefahren werden – was sich aber dank Streckencharakteristik und Balance of Performance auf dem Sachsenring ändern könnte.

Zu den „Einzelkämpfern“ der Mittelmotorfraktion zählen der Ferrari 458 Italia von Farnbacher ESET Racing und der Ford GT von Lambda Performance. Der italienische Sportwagen tritt mit einer neuen Einstufung von zehn Kilogramm weniger Gewicht und kleineren Restriktoren an, die sich auf der sächsischen Berg- und Talbahn noch beweisen muss. Der amerikanische Supersportler hingegen bleibt mit 1.200 Kilogramm Mindestgewicht unverändert eines der leichtesten Fahrzeuge im Feld. Wenn der Belgier Nico Verdonck und der Finne Jesse Krohn an ihre Leistung in Zandvoort anknüpfen können, dann scheint zumindest ein Podium am Sachsenring in Reichweite zu sein.

Viel Lärm um nichts?

Bei aller Mittelmotor-Dominanz am Sachsenring schafften es Corvette-Besatzungen in fünf Jahren bereits achtmal auf das Podium – davon 2007 ein Sieg für die Tschechen Martin Matzke und Ji?í Skula: Eine Quote, an die ebenfalls in diesem Jahr angeknüpft werden kann, auch wenn der Corvette-Restriktor im Vergleich zum vergangenen Rennen um drei Millimeter verkleinert wurde.

Die tief grummelnden V8-Motoren bekommen am Sachsenring bezüglich des Klangs wieder ebenbürtige Konkurrenz, da die im Vogtlang beheimatete Mannschaft von YACO Racing powered by Jochen Schweizer wieder zwei Chevrolet Camaro GT an den Start bringen wird. Mit 1.310 Kilogramm ist das mit acht Litern Hubraum ausgestattete US-Muscle-Car nicht das grazilste, aber wohl das auffälligste Fahrzeug des ADAC GT Masters.

Den spektakulärsten Auftritt machen die Modelle von General Motors jedoch nicht nur unter sich aus: Schulze Motorsport aus der Nähe von Leipzig wird ebenfalls wieder mit dem Nissan GT-R antreten, dessen Formgebung aggressiv-bullig und dessen V6-Motor kernig grölend ist.

Die Rennen des ADAC GT Masters werden am Samstag und Sonntag, jeweils um 12.30 Uhr, von „Kablel1“ live übertragen.