Le Mans: Toyota analysiert Ursache des entscheidenden Defekts

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Toyota hat die Ursache des Defektes in Le Mans geklärt | © Maximilian Graf

Nach viertägiger Untersuchung hat Toyota die Ursache für den tragischen Defekt in Le Mans analysiert. Ein Verbindungselement zwischen Turbolader und Ladeluftkühler führte zum Verlust der Turboladesteuerung. Was dieses Problem wiederum hervorgerufen hat, wissen die Techniker dagegen noch nicht.

Unmittelbar nach dem 24-Stunden-Langstreckenrennen von Le Mans ging Toyota daran, die Ursache für den technischen Defekt in der vorletzten Runde zu Analysieren. Die Untersuchung förderte zutage: Ein Verbindungselement zwischen Turbolader und Ladeluftkühler führte zum Verlust der Turboladesteuerung. Ebendieses Bauteil besiegelte letzten Endes das Schicksal der TMG-Equipe an der Sarthe.

Bis dato war Toyota im Begriff mit ihrer Besatzung Anthony Davidson, Sébastien Buemi und Kazuki Nakajima, erstmals die Traditionsveranstaltung im Nordwesten Frankreichs zu gewinnen. Doch bei dreiminütiger Restzeit rollte Nakajima eingangs der Start-Ziel-Gerade aus und parkte seinen TS050-Hybridprototyp an der Boxenmauer. Seine hilflose Klage am Funk: „Ich habe keine Power mehr.“

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Daraufhin unternahm die Mannschaft den Versuch, die Kontrolleinstellungen zu ändern, um wieder Leistung zur Verfügung zu stellen. Mit Erfolg. Nakajima war imstande, die Fahrt fortzusetzen. Allerdings kreuzte der Japaner die Ziellinie elf Minuten – anstatt der maximalen sechs Minuten – nach dem Gesamtsieger, weshalb die ACO-Regelwächter die Toyota-Werksmannschaft aus der Wertung ausschlossen.

Woher der Fehler an dem Verbindungsstück rührte, darüber herrscht hingegen noch Unklarheit. „Eine weitere Analyse ist erforderlich, um die genaue Ursache zu ermitteln“, bezieht die TMG-Abteilung in einer Pressemitteilung Stellung. Der Fehler stehe jedoch keinesfalls im Zusammenhang mit den Motorproblemen, die bei der Generalprobe in Spa-Francorchamps aufgetreten waren, als Toyota den zweiten WM-Lauf anführte.

Um derlei Zwischenfälle in Zukunft zu verhindern, wenden sich die TMG-Techniker weiteren Detailanalysen zu. „Umfangreiche Untersuchungen bei TMG sind im Gange, um den genauen Grund festlegen zu können und mit dem Ziel Gegenmaßnahmen zu entwickeln, sodass dieses Problem sich in Zukunft nicht wiederholen kann“, ergänzt der Toyota-Renstalll in seinem Kommuniqué.