Navarra: Rückkehr ins Land der Stiere

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Lamborghini benennt seine edelsten Modelle nach spanischen Kampfstieren. Deshalb passt es gut, dass die beiden bisherigen Runden der GT-WM in Navarra jeweils von dem italienischen Supersportwagen dominiert wurden. Doch gelingt das auch in diesem Jahr?

Die beiden bisherigen Runden der GT-WM liefen nicht so wahnsinnig gut für das Reiter-Team, das die Lamborghini-Flitzer auf der Welttournee einsetzt. In Frankreich fehlte schlicht der Speed, in Belgien war es die Taktik und technische Gebrechen, die Besseres verhinderten. Doch in Navarra gewann bisher immer ein Lamborghini. Im Jahre 2010 das Werksteam, Reiter Engineering mit Poleposition und Sieg in beiden Rennen. Im Jahr darauf dominierte das damalige Kundenteam Münnich Motorsport, denen es dabei sogar gelang in beiden Rennen eine Doppelpole und zwei Doppelsiege einzufahren. Wen wundert das? Immerhin liegt die Strecke nur unweit von Pamplona, einer der bekanntesten Städte im Stierkampf.

Konkurrenz ebenfalls stark

Doch auch die Konkurrenz wird nicht schlafen, allen voran das WRT-Team, dass immer noch die Teamwertung anführt und von Audi sicherlich mehr Unterstützung erhält, als Reiter von Lamborghini. Außerdem sind der Gallardo und der R8 technisch auch teilweise miteinander verwandt, also sollte der Kurs auch den Belgiern liegen. Auch war der letztjährige R8 schon im damaligen GT3-EM Lauf erfolgreich.

Selbst die Vorjahressieger von Münnich sollte man als Meisterschafszweite sicher auf der Rechnung haben. Wie schon in den letzten Jahren die langen Geraden den Lambos entgegen kamen, dürften sie auch den SLS liegen, die das Münnich-Team dieses Jahr einsetzt.

Und auch das Exim-Bank-China-Team konnte mit seinen Neunelfern schon ein Rennen gewinnen. Und Porsche sollte man in jedem Rennen im Hinterkopf behalten, da die Fahrzeuge ausgereift sind und nur selten wegen Kleinigkeiten ausfallen.

Ebenfalls nicht vorzeitig abschreiben sollte man die AF-Corse-Truppe. Die Mannschaft setzt schon derart lange Ferrari-Boliden in der GT-Klasse diverser Le-Mans-Serien ein, das auch ein Sieg in der GT-WM mehr eine Frage der Zeit, denn mangelnden Könnens ist.

Neuland für Teams und Fahrer

Der relativ neue Kurs, der erst 2010 fertig wurde, ist für viele Fahrer und Teams, die das erste mal in der GT-WM fahren Neuland. Auch viele neue Fahrzeuge mit teils ganz anderen Charakteristiken, wie die bisher eingesetzten, dürften den Teams die Einstellarbeiten nicht leichter machen, obwohl viele Teams aus genau den zuvor genannten Gründen bereits dort getestet haben.

Für die ein oder andere Träne dürfte der sehr stramme Zeitplan sorgen, der bei dieser auf zwei Tage zusammengeschobenen Veranstaltung wohl nur wenig Zeit für Reparaturen lässt. So liegen am Samstag kaum zwei Stunden zwischen den für diesen Tag geplanten vier Sessions (freies Training eins und zwei, Qualifikation und Qualifikationsrennen) und auch am Sonntag ist bereits um 13.45 Uhr alles vorbei.

Technisch fordernd

Der Kurs mit seinen 15 Kurven und der langen Start-Ziel-Geraden gilt als technisch fordernd, da die meisten Kurven relativ langsam sind. Hier gilt es guten mechanischen Grip zu finden, um gut aus den Kurven heraus zu kommen, um dann wiederum in den schnelleren Kurven und auf der Geraden genug Speed zu haben.

Etwas weniger fordernd als zuletzt in Belgien dürfte wohl das Wetter sein. Für das Wochenende sind in Navarra jeweils 24 Grad Tageshöchsttemperatur gemeldet und auch Regen ist nicht in Sicht. Einem kurzen, aber hoffentlich spannenden Rennwochenende der GT-WM steht also nichts im Wege.