Bathurst: Nissan gewinnt im Herzschlagfinale

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Nissan ist perfekt in seine Motorsportsaison gestartet und hat Audi, Aston Martin und Bentley im Schlussspurt der Zwölf Stunden von Bathurst bezwungen. Katsumasa Chiyo, Florian Strauss und Wolfgang Reip sicherten somit für den japanischen Hersteller den Sieg beim Mount Panorama Circuit. Phoenix Racing holte Silber vor der Aston-Martin-Mannschaft Craft Bamboo Racing.

Nissan hat den Sieg beim Zwölf-Stunden-Rennen von Bathurst errungen. Der japanische Hersteller ging letzten Endes aus einem Fünfkampf als Sieger hervor. In einem nervenaufreibenden Finale bezwangen Katsumasa Chiyo, Florian Strauss und Wolfgang Reip ihre Kontrahenten von Phoenix Racing, Craft Bamboo Racing, Bentley und Erebus Motorsport.

Eine Dreiviertelstunde vor dem Ende der Zwölf Stunden von Bathurst kämpften fünf Mannschaften um den Rennsieg. Nach einer Safety-Car-Phase führte zunächst Bentley vor Phoenix Racing und Nissan. Craft Bamboo Racing und Erebus Motorsport befanden sich hinter überrundeten Fahrzeugen, aber dennoch in Schlagsitanz.

Nach einer weiteren Safetycar-Phase gut drei Minuten vor der Zielflagge nutzte Chiyo den Neustart und überlistete zunächst den vor ihm fahrenden Laurens Vanthoor im Phoenix-Audo und kurz darauf den führenden Matt Bell im Bentley. Der junge Japaner ließ anschließend nichts mehr anbrennen und fuhr im Nissan sicher zum Sieg.

Dahinter schoss Stefan Mücke im Aston Martin von Craft Bamboo Racing ebenfalls an Bell und Vantoor vorbei auf den zweiten Platz. Der Werksfahrer der Briten musste sich aber in der finalen Kurve dem Belgier in Audi-Diensten geschlagen geben und mit dem dritten Rang vorliebnehmen. Bentley hingegen blieb der ungeliebte vierte Rang.

Safety-Car-Rekord

Überhaupt war das Führungsfahrzeug einer der Hauptprotagonisten der diesjährigen Ausgabe des Zwölf-Stunden-Rennens am Mount Panorama. Ganze zwanzig Mal übernahm das Sicherheitsfahrzeug die Führung über das Feld, nachdem Teilnehmer Bekanntschaft mit einer der Streckenbegrenzungen gemacht hatten oder im Kiesbett fest steckten. Somit gelang es keinem der Teams, sich von den Verfolgern deutlich abzusetzen, weil das Feld immer wieder zusammengestaucht wurde. Die Nissan-Mannschaft machte das Beste aus diesen Nascar-ähnlichen Verhältnissen und lag über die gesamten zwölf Stunden in Schlagdistanz, um dann im richtigen Augenblick den finalen Angriff zu starten.

In der ersten Rennhälfte kontrollierte die Phoenix-Racing-Mannschaft das Rennen von der Spitze aus. Dahinter kam es aber immer wieder zu Positionskämpfen zwischen den Verfolgern. Die Bentley-Truppe hatte sich bis dahin vornehm zurückgehalten. Aber kurz nach dem Erreichen der Sechs-Stunden-Marke lag Bell plötzlich während einer Saftey-Car-Phase in Führung. Noch vor dem Neustart bog der Bentley-Pilot jedoch in die Boxengasse ein und musste in der Folge wegen einer Dehydrierung erschöpft behandelt werden.

In der zweiten Hälfte des Rennens wechselte dann immer wieder die Führung. Zunächst gab die Mercedes-Benz-Mannschaft von Erebus Motorsport das Tempo vor, später Craft Bamboo Racing im Aston Martin. Immer in der Spitzengruppe: das Nismo Athlete Global Team. Die junge Mannschaft aus der Amateur-Kategorie hielt immer den Kontakt zur Spitze und war während der gesamten zwölf Stunden auf Podiumskurs.

Nachdem Audi die Qualifikation dominierte und Markus Winkelhock die schnellste Rennrunde einheimste, war klar, dass auf eine Runde kein Kraut gegen die Ingolstädter gewachsen war. Am Ende waren es aber die bulligen GT3-Rennwagen von Nissan und Bentley die Ausdauer bewiesen und auf der Geraden ihre Stärken ausspielen konnten.

Am Ende hatte die Nissan-Truppe die Nase vorne und Chiyo, Strauss und Reip ließen sich auf dem Podium feiern. Vanthoor, Winkelhock und Marco Mapelli nahmen den Silberpokal in Empfang und Mücke. Darryl’Young und Alex MacDowall freuten sich über den dritten Rang. Die Bentley Boys waren am Ende die tragischen Helden, nachdem sie in den letzten Umläufen vom ersten auf den vierten Rang durchgereicht wurden. Dennoch: Die Briten haben gezeigt, dass auf die Distanz immer mit ihnen zu rechnen ist.