Orechová Potô?: Buurman und Bartels taktieren sich zum Sieg

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Entscheidung im Fernduell: Buurman und Bartels lavierten sich dank rapider Boxenarbeit in Führung und gewannen das GT-WM-Hauptrennen in Orechová Potô?. Die McLaren-Schützlinge Makowiecki und Dusseldorp brillierten in der ersten Halbzeit, mussten sich jedoch letztlich geschlagen geben.

In Orechová Potô? entschied die Boxenstrategie über Sieg und Niederlage. Den BMW-Schützlingen Yelmer Buurman und Michael Bartels glückte auf diese Weise eine Finesse, die dem Vita4One-Gespann zum zweiten Saisonerfolg verhalf. Nachdem der niederländische Startfahrer bis zuletzt auf der Piste verharrte, fertigten die Mechaniker den Z4-Renner in Rekordzeit ab, woraufhin Teamchef Bartels dem Triumph im Hauptrennen der slowakischen GT-WM-Runde entgegenfuhr. 

Dementsprechend hatten die Verfolger aus dem Hause McLaren das Nachsehen. Obgleich Frédéric Makowiecki in der Anfangsphase an die Spitze des Klassements preschte, wusste Stef Dusseldorp in der zweiten Rennhälfte nicht die passende Antwort auf den Kunstgriff der Rivalen. Die Hexis-Mannschaft musste letztendlich mit dem zweiten Rang Vorlieb nehmen – im Vergleich zum Sonnabend dennoch ein Fortschritt.

Audi ringt zweites BMW-Ensemble nieder

Ein ähnliches Szenario spielte sich im Kampf um den Bronzerang ab. Nachdem Vortagessieger Filip Salaquarda (AF-Corse-Ferrari) binnen der ersten Umläufe von seinen Kontrahenten schanghait wurde, rettete der Tscheche mit Ach und Krach den dritten Platz an die Box. Doch Marc Basseng und Markus Winkelhock waren beim Boxenstopp ebenfalls einige Augenblicke flotter und schlüpften auf diesem Wege an dem springenden Pferd vorbei.

Somit waren die Ränge eins bis vier bezogen, jedoch spitzte sich dahinter nochmals ein Stoßstangenduell zu. Denn die Audi-Flotte schickte sich an, den zweiten BMW-Renner aus dem Vita4One-Lager zu schlucken. Wiewohl sich Nikolaus Mayr-Melnhof mit Händen und Füßen gegen die Angriffe der Audianer wehrte, gewannen die Ingolstädter letzten Endes dennoch die Oberhand.

Aber Mayr-Melnhof überließ seinen Mitstreitern das Feld nicht kampflos. Nachdem zunächst Frank Stippler an dem BMW-Piloten vorbeihuschte und gemeinsam mit seinem Kumpanen Oliver Jarvis den fünften Rang sicherte, biss sich Laurens Vanthoor an seinem Konkurrenten die Zähne aus. In einem beinharten Zweikampf wurde der Ringträger gar auf den Grünstreifen gedrängt. Aber Vanthoor zeigte sich weiterhin angriffslustig und presste sich schlussendlich auf den sechsten Platz.

Enge und Pavlovic kollidieren im Verfolgerduell

Auf dem achten Rang landeten Mike Parisy und Matt Halliday (Porsche), deren Stallgefährten Benjamin Lariche und Ren Wei das Rennen wiederum gar nicht erst antreten konnten. Enzo Ide und Francesco Castellacci (Ferrari) sowie Nicky Pastorelli und Thomas Jäger (Münnich-Mercedes) machten die Topzehn komplett. Elfte wurden Darryl O’Young und Peter Kox (Lamborghini). Dahinter sortierten sich Matteo Cressoni und Milos Pavlovic (Ford) ein.

Letzterer sorgte in der Startphase für Furore. Der Kutscher in Diensten von Sunred duellierte sich mit Tomas Enge (Lamborghini) um Position drei, wobei deren Arbeitsgeräte unsanft auf Tuchfühlung gingen. Für den italienischen Kampfstier war daraufhin Feierabend. Pavlovic konnte das Rennen dagegen nach einem kurzen Boxenaufenthalt wieder fortsetzen. Überdies mussten Grégoire Demoustier und Álvaro Parente (McLaren) gleichermaßen vorzeitig das Handtuch werfen.

Buurman und Bartels erobern demgemäß mit 70 Zählern Vorsprung die Tabellenspitze. An zweiter Stelle liegen Makowiecki und Dusseldorp mit 64 Punkten. Die GT-Weltmeisterschaft verabschiedet sich nun in eine einmonatige Sommerpause, bevor der Tross Anfang Juli an die portugiesische Algarve pilgert.