AvD 100 Meilen: Schultis sichert sich souveränen Auftaktsieg

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Klare Angelegenheit in der Eifel: Der Wiesbadener FLM-Pilot Mirco Schultis bot bei den AvD 100 Meilen eine makellose Vorstellung und tütete den Sieg beim Auftaktrennen ein. Zweiter wurden Carton/Latif. In der GT-Wertung dominierten die Mannen aus dem Porsche-Lager.

Für Mirco Schultis, der dieses Jahr in einem Lotus LMP2 in der Sportwagen-WM unterwegs ist, war es der dritte Gesamtsieg bei den AvD 100 Meilen. Gleich in der ersten Runde stach der Oreca-FLM mit dem markanten V8-Sound in Führung. Beim Start musste sich Schultis jedoch hinten anstellen. Hubert Jouhsen verteidigte zunächst die Poleposition, die Teamkollege Sven Barth im über den Winter neu aufgebauten PRC WPR60 Audi herausgefahren hatte.

Das Tempo an der Spitze konnte Jouhsen dann aber nicht mitgehen. Als Jouhsen den PRC mit blockierenden Vorderrädern in Runde dreizehn ins Kiesbett feuerte, war das Rennen gelaufen. „Da war keine Chance mehr etwas zu machen, und ab ging es ins Kiesbett. Wir wussten aber schon vorher, dass wir mit der Bremse nicht durchfahren können, haben es aber dennoch probiert“, kommentierte Jouhsen die Aktion.

Latif/Carton machen es spannend

Damit schien der Weg für Mirco Schultis endgültig frei zu sein. Allerdings blieben Alessandro Latif und Greg Carton im Division 2-Wolf GB08 dem Oreca-Piloten dicht auf den Fersen. Als das Saftey-Car in Runde 16 auf die Strecke geschickt wurde, nutzte das internationale Fahrerduo die Gelegenheit aus und kam zum Pflichtboxenstopp rein. Da Mirco Schultis die Saftey-Car-Phase etwas ungünstiger erwischte, verlor dieser einige Sekunden gegenüber den beiden Fahrern.

Somit verließ der Wolf GB08 nach dem Fahrerwechsel als Gesamterster die Boxengasse. Die Führung währte ganze zwei Runden. Dann hatte sich Schultis mit einem Zwischenspurt die erste Position zurückgeholt, die er bis ins Ziel nicht mehr abgab. Latif/Greg blieben zwar am Oreca-FLM dran, doch näher heran rücken konnten die beiden Piloten nicht mehr. Dennoch war Greg Carton mit dem zweiten Platz hochzufrieden: „Es war für uns ein fantastisches Ergebnis. Alessandro fuhr den ersten Teil und er machte einen tollen Job. Gegen die starken Fahrzeuge war es eine echte Herausforderung“.

Kofler ärgert im X-Bow die Sportwagen

Die dritte Gesamtposition ging nach einer starken Vorstellung an Reinhard Kofler. Für Kofler, der fünf Jahre in der Nachwuchsförderung des Red Bull Teams war und unter anderem den BMW ADAC Formel Junior Cup gewinnen konnte, war es der erste Auftritt bei den AvD 100 Meilen. „Das Rennen begann für mich schon sehr positiv mit einem guten Start. Während des Rennens lief das Auto einfach super und ich konnte konstant gute Zeiten fahren. Es ist eine große Freude für mich und für KTM gleich beim ersten Mal auf dem Podium zu stehen“, äußerte Reinhard Kofler. Der Österreicher ließ mit seinem KTM X-Bow R den PRC Honda von Fabian Plentz und Tommy Tulpe hinter sich.

Plentz hatte den PRC zunächst an die zweite Stelle gewuchtet, musste dann aber den schnelleren Wolf GB08 vorbeilassen. Genau wie Kofler verpasste der 24-Jährige den richtigen Zeitpunkt zum Boxenstopp um eine Runde. Während Reinhard Kofler mit einem beeindruckenden Speed diesen Nachteil noch kompensieren konnte, musste Tommy Tulpe die Porsche von Jim Gebhardt und Langer/Noller passieren lassen. Dennoch zahlte es sich am Ende aus, dass das PRC Duo trotz 2-Liter Aggregat in die große Division gewechselt war. Hier belegten Plentz/Tulpe den zweiten Klassenrang, was im Hinblick auf die Gesamtwertung wichtige Zähler bedeutete.

Hinter Plentz/Tulpe überquerten Michael Hälfiger und Simon Stoller (ADR3 MCE) den Zielstrich als Gesamtsiebte. Damit sicherten sich die beiden jungen Schweizer bei ihrem aller ersten Rundstreckenrennen den dritten Platz in der Division 2 vor John Shepard und von Anhalt/Fox (beide PRC Honda).

Der Start war okay, und wir konnten den Platz halten. Durch einen Fahrfehler gingen zunächst zwei Plätze verloren, doch wir konnten dann wieder aufschließen und nach einem Fehler des Vordermanns wieder vorbei. Gegen Rennende waren die Bremsen ziemlich heruntergefahren, wodurch es dann recht schwer wurde, das Auto zu bremsen. Aber wir haben es ins Ziel gebracht und sind sehr zufrieden, zumal es unser erstes Rennen war“, so die beiden zufriedenen Schweizer.

Jim Gebhardt gewinnt GT-Wertung

Bei den GT-Fahrzeugen siegte Jim Gebhardt (Porsche 997 GT3 Cup) nach einer tadellosen Vorstellung. Nach einigen Jahren im KTM X-Bow hatte Gebhardt wieder auf einen Neunelfer gewechselt und somit gleich beim ersten Auftritt den Sieg geholt. „Es waren leider ein bisschen wenig GTs am Start. Ich habe dann versucht, am KTM dranzubleiben. Das hat Spaß gemacht. Für mich war es aber in erster Linie ein Test, mit dem ich natürlich sehr zufrieden bin“, erklärte der Porsche-Pilot.

Mit einer Runde Rückstand belegten Rainer Noller und Thomas Langer den zweiten Platz bei den GTs. Rang drei ging an Sebastian Glaser und Steffen Schlichenmeier (Porsche 996 GT3 Cup), welche die Dodge Viper Competition von Steve Metior aus Monaco hinter sich halten konnten. Der Viper-Pilot hatte kurz vor Schluss an die Box fahren müssen, was ihn letztlich den dritten Platz kostete.

Auf Gesamtrang neun sah der Sieger der Sports-2.000-Division Mads Christensen (Swift) die Zielflagge. Den zweiten Rang teilten sich Harald Schmeyer und Peter Hug vor Friedhelm Stolzer. Die Klasse der Caterham-Fahrzeug ging mit deutlichem Vorsprung an Kurt Hoffmann und Wolfgang Becker im Caterham R300. Dahinter folgte gleich ein ganzes Rudel britischer Caterham-Piloten. Willy Scully und Darren Burke belegten vor Noris/Bradley den zweiten Klassenrang.

Nach diesem spannenden Auftakt geht es für die Piloten der AvD 100 Meilen erst wieder im Juni weiter. Auf dem Hockenheimring wird vom 16. bis 17. Juni der zweite Saisonlauf ausgetragen.

Patrick Holzer

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