Oak-Morgan: Technische Probleme verhindern Podiumsplatzierung

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Die Eichen haderten beim ELMS-Auftakt in Le Castellet noch. Ein strategischer Fauxpas beim Reifenwechsel kostete Oak Racing den Anschluss auf die vorderen Ränge. Überdies konnte das Potenzial des Morgan-Renners aufgrund von Problemen mit dem Wasserdruck nicht gänzlich ausgeschöpft werden.

Aller Anfang ist schwer. Die Oak-Morgan-Kooperation startete beim Sechs-Stunden-Rennen in Le Castellet in die neue Saison. Trotz einer taktischen Fehlentscheidung und technischer Gebrechen bugsierten Jacques Nicolet, Dominik Kraihamer und Guillaume Moreau den LMP2-Boliden an sechster Stelle über die Ziellinie. In den Augen der Mannschaft ein solider Einstand für den bei Onroak Automotive entwickelten Morgan-Judd, aber kein optimaler. 

Zu Beginn des Rennens visierten die Eichen gar einen Platz auf dem Treppchen an. Kraihamer manövrierte sich reibungslos durch die Startphase und beendete seine Schicht fehlerfrei. Doch beim ersten Boxenstopp entschied die Oak-Truppe, die Reifen nicht zu wechseln. Ein gravierender Fehler. Der österreichische Jungspund verlor im folgenden Verlauf des Rennens den Anschluss an die Spitze.

„Ich absolvierte einen guten Start und bewerkstelligte es, mich aus jedweden Querelen rauszuhalten“, rapportiert Kraihamer. „So konnte ich einen ordentlichen ersten Stint bewältigen, obwohl ich mit den Reifen aus der Qualifikation fuhr, die zunehmend abbauten. Als wir entschieden, sie beim Boxenstopp nicht zu wechseln, wurde es sehr schwierig.“

Technische Gebrechen nach Taktikänderung 

Der zweite Boxenstopp wurde deshalb vorgezogen, und Moreau kletterte hinter das Steuer des Morgan-Flitzers. Zwar stellte sich umgehend eine Verbesserung des Fahrzeugverhaltens ein, doch die Lücke zur Spitzengruppe war groß geworden. Zudem kündigte sich das nächste Unheil an: Fallender Wasserdruck zwang den Rennstall zu einem Reparaturstopp, der nochmals Zeit kostete. Somit wurden die Hoffnungen auf einen Podiumsbesuch begraben. 

„Ich war wirklich zufrieden nach dem Training und der Qualifikation“, bilanziert Moreau. „Das Chassis ist wieder sehr konkurrenzfähig, deshalb lag es nicht an der Leistung des Autos, sondern am fortwährenden Problem mit dem Wasserdruck, welches wir wiederholt nicht orten konnten. Das entsprechende Bauteil, bei jedem Boxenstopp zu wechseln, kostete massig Zeit. Es war frustrierend zu wissen, dass das Auto mehr Potenzial birgt, welches wir nicht nutzen konnten. Wir müssen dieses Problem der Zuverlässigkeit schlichtweg in den Griff bekommen.“

Nichtsdestoweniger stand am Sonntagabend ein sechster Platz zu Buche, den Jacques Nicolet ins Ziel rettete. „Von meinem persönlichen Standpunkt aus gesehen, bin ich mit meiner Leistung hier eher zufrieden als in Sebring“, wertet Nicolet. „Es war nicht einfach, aber trotz der Schwierigkeiten mit dem Fahrzeug, konnte ich meine Position halten. Als Teambesitzer bin ich dennoch enttäuscht. Das Ergebnis entspricht nicht unseren hohen Erwartungen.“