Nach Halbzeit in Sebring: Audi trainiert, Audi marschiert

232

Im Westen nahezu nichts Neues: Nach wie vor diktieren die Audi R18 TDI das laue Treiben der diesjährigen 12 Stunden von Sebring halbwegs problemlos. – Der Ernüchterung Spitze: Nicht nur ganz vorne wird in den Nasen gebohrt – sogar im GT-Feld herrscht relative Ruhe.

Audi langweilt sich mit zwei von drei ihrer Wagen an der Front des Feldes, das Sicherheitsfahrzeug sammelt Bonusmeilen: Der Auftakt der neuen FIA World Endurance Championship, die 12 Stunden von Sebring 2012, ist eine wenig unterhaltsame Angelegenheit. Als würde es nicht reichen, dass Audi ob der Abstinenz eines Gegners auf Diesel-Augenhöhe vollkommen unangefochten in Richtung Sieg cruist, zerstückelt nun auch auch noch eine Gelbphase nach der anderen das ohnehin magere Renngeschehen auf der famosen Flugplatzpiste im Nordwesten Floridas.

Die Überraschung des 60. Geburtstages des Einmal-um-die-Uhr-Klassikers in Sebring ist allerdings die Tatsache, dass nicht einmal in der ansonsten so wilden Raufbude der Gran-Turismo-Fighter die Fetzen fliegen. Zwar liegt BMW Team RLL (BMW E92 M3) mit Bill Auberlen, Uwe Alzen und Jörg Müller momentan mit nur zirka zwei Sekunde Luft zu Corvette Racing auf Rang eins des GTE-Klassements, so überschlagen sich die Ereignisse aber selbst hier nicht.

Zu Rennbeginn verabschiedeten sich gleich drei vermeintliche Topautos aus dem Kampf um den GT-Sieg: Zum einen kollidierte der Deutsche Jörg Bergmeister im Porsche 911 GT3 RSR von Flying Lizard Motorsports mit den Zweitplatzierten der gestrigen Qualifikation aus dem Hause Luxury Racing (Ferrari F458 Italia); zum anderen musste AF Corse (Ferrari F458 Italia), das Team der Polesitter um Gianmaria „Gimi“ Bruni und Co., mit technischen Gebrechen das Handtuch werfen.

Getriebeprobleme am Nummer-eins-Audi

Auch Marcel Fässler sowie seine Stallkumpanen André Lotterer und Benoît Tréluyer bekamen das Pech technischer Ungereimtheiten zu spüren. Die Schaltung ihres Audi R18 TDI zwang sie zu einem längeren Aufenthalt im Reparaturbereich hinter der Boxenmauer, wodurch sie bis ins Mittelfeld durchgereicht wurden. Nichtsdestoweniger fliegen noch immer zwei der LMP1-Weiterentwicklungen aus Ingolstadt Dauertest-ähnlich gelassen mit der Gesamtführung inne um den 5,9 Kilometer lange Sebring International Raceway – McNish, Capello und Kristensen vor Dumas, Bernhard und Duval.

Auf den Plätzen der großen Prototypen-Klasse folgen Klaus Graf, Simon Pagenaud sowie FIA-GT1-Weltmeister Lucas Luhr im HPD ARX-03a von Muscle Milk Pickett Racing; dahinter ein Fahrzeug gleichen Modells, eingesetzt von JRM. Nicht weit zurück, und zwar auf Gesamtrang sieben, rangiert der aktuelle Leader der LMP2-Sektion: Christophe Bouchut im HPD ARX-03b der Mannschaft Level 5 Motorsport. Knapp darauf folgen die von Rang eins dieser Kategorie ins Rennen gestarteten Recken der Sportwagen-Racing-Rückkehrer der britischen Automobilmanufaktur Morgan.

In den beiden Challenge-Klassen des Starterfeldes führen die Teams CORE Autosport (Oreca FLM09) und NGT Motorsport (Porsche 911 GT3 Cup).