ALMS 2012: Eine Saison im Zeichen des Wandels

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Im traditionellen „State of the series“ in Braselton anlässlich des Petit Le Mans verkündete ALMS-Präsident Scott Atherton seine Planungen für die kommende Saison. Zu den wichtigsten Errungenschaften zählen eine neue Vereinbarung mit dem ACO, ein neues TV-Konzept und ein elf Rennen umfassender Kalender.

Gegen 21:00 Uhr des 03. Oktober war mit dem Fallen der Zielflagge des Petit Le Mans die ALMS-Saison 2011 beendet. Ein paar Tage zuvor verkündete Scott Atherton seine neuesten Planungen, mit denen er die 1999 von Don Panoz gegründete ALMS ins neue Jahr führen will.

Zu allererst jedoch lobte sich Atherton einmal selbst. Er betonte welche Fortschritte die Serie im Jahre 2011 gemacht habe und, dass sich dies noch erweitere, wenn das neue Jahr angebrochen ist. Indem er die ALMS die „beste Sportwagenserie der Welt“ nannte legte er in diesem Punkt noch nach.

Ebenfalls sehr stolz ist der US-Amerikaner auf sein neues Abkommen, das er mit dem französischen ACO (Automobile Club de l’Ouest) aus Le Mans ausgehandelt hat. Das erste Rennen unter diesem neuen Vertrag wird das Zwölf-Stunden-Rennen von Sebring 2012 sein. Dies ist bereits die 60. Auflage des Langstreckenklassikers in Florida. Zugleich wird dies der Auftakt des neu geschaffenen FIA World Endurance Championship sein, eine Meisterschaft mit offiziellem WM-Prädikat.

TV-Partnerschaft bleibt erhalten

Nach dem ersten Erfolgreichen Jahr der Vermarktung der ALMS-Rennen über das Fernsehen wollen die Sender ABC und ESPN, sowie die ALMS ihre Partnerschaft fortsetzen. Zudem bleibt über ESPN3 das Online-Angebot für Zuschauer aus der ganzen Welt erhalten.

Laut eigenen Aussagen hat der Zuspruch der Zuschauer selbst die Sender und die ALMS überrascht. Die Nielsen Media Research fasste diese Zahlen einmal statistisch zusammen. Heraus kamen über eine Million mehr Zuschauer als im letzten Jahr, was einen Zuwachs von 51 Prozent bedeutet.

Auch Scott Atherton ließ diese Zahlen nicht unkommentiert: „Wie bereits einige Male getan, haben wir eine Führungsposition bei der Neuausrichtung unserer Übertragung übernommen. Auch wenn es schwer war den status quo zu überwinden, haben wir es geschafft und wurden belohnt.“

Eine Mediale Neuerung wird der neue Internetauftritt der American Le Mans Series. In diesem Jahr stiegen die Aufrufe der Seite bereits um 24 Prozent, womit sich die Wachstumsrate verdoppelte. Dies soll die neue Seite noch verbessern, indem sie viele Mitwirkungsmöglichkeiten bietet.

Zudem konnte sich die ALMS auch in den Fokus der Printmedien rücken. So wurde sie regelmäßig in Beiträgen des TIME Magazines, des Wall Street Journals, der New York Times oder im Bloomberg TV zum Thema. Zudem will Bloomberg TV der ALMS einen ganzen Bericht im Rahmen der Reihe ‚Enterprise‘ widmen. Konzept der TV-Serie ist es Unternehmen zu zeigen, die führend auf den Bereichen der Innovationen, Anpassung und Wachstum sind.

Reglement bleibt unangetastet

Im neuen Jahr werden mit der LMP1, LMP2, LMPC, GT und GTC wieder die fünf Klassen auftreten, die es schon 2011 gab. Entgegen der Entwicklungen in der LMS, dem europäischen Pendant, wird die LMP1 als Königsklasse erhalten bleiben und auch die etwas älteren Prototypen des Jahrgangs 2010 zulassen. Die Regeln der restlichen Klassen bleiben, wie sie im Jahre 2011 waren.

„Wir denken, dass wir eine ideale Ausgangslage mit dem Reglement von Le Mans für unsere Rennserie haben, aber die Flexibilität, das zu tun, was wir für gut halten, ist eine der Interessen der ALMS, der Teilnehmer und der Zuschauer“, gibt Atherton zu Protokoll. „ Wir sind dankbar für die Zusammenarbeit mit unseren Partnern beim ACO, dass wir unsere Sportwagenrennen im ‚Le-Mans-Style‘ in Nordamerika weiterhin durchführen können.“

Einige Neuerungen im Kalender

„In jedem Jahr versuchen wir einen Kalender mit den Besten Rund- und Straßenkursen zusammenzustellen und dabei auch in den wichtigsten Städten aufzutreten“, so Atherton. „Unser Kalender für das Jahr 2012 erfüllt definitiv diese zwei Ziele.“

Abermals finden sich wieder viele Klassiker, sowie neuere Rennen im Kalender wieder. Neben dem 12-Stunden-Klassiker in Sebring wird auch wieder das Petit Le Mans vertreten sein. Das Rennen in Laguna Seca, das ebenfalls seit Beginn der ALMS im Kalender ist, wird wieder, wie schon 2010 in den Mai rücken und damit vor das Rennen in Le Mans rücken. Ebenfalls wieder mit im Kalender wird das Rennen in Baltimore sein.

Im Vergleich zum Jahr 2011 werden zwei zusätzliche Rennen abgehalten werden. Terminiert ist das erste auf Mai oder Juni, somit vermutlich vor Le Mans und das zweite als vorletztes Rennen im September oder Oktober. Dafür ist das Petit Le Mans extra nach hinten gerutscht. Wo die beiden Rennen stattfinden werden ist derweil noch unbekannt. Ob es eine bereits bekannte Rennstrecke, wie der Miller Motorsports Park nahe Salt Lake City, der Infineon Raceway in Sonoma oder eine gänzlich neue Strecke, wie der Barber Motorsports Park wird, bleibt daher abzuwarten.

Der gesamte Kalender im Überblick:

17. März – 12-Stunden-Rennen von Sebring

14. April – Long Beach Street Circuit

12. Mai – Laguna Seca

Mai/Juni – TBD

(Le-Mans-Pause)

7. Juli – Lime Rock Park

22. Juli – Mosport International Raceway (Kanada)

4. August – Mid-Ohio Sportscar Course

18. August – Road America

1. September – Baltimore Street Circuit

September/Oktober – TBD

20. Oktober – Petit Le Mans

Abschließend verkündete Scott Atherton, sichtlich stolz, dass „wir nun alles zusammengefügt haben, um die ALMS dort führend zu machen, wo sie am wichtigsten ist – in Nordamerika.“

SportsCar-Info wird auch 2012 ausführlich über jedes Rennen der ALMS berichten.