24 Stunden: Manthey legt auf abtrocknender Strecke vor

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Wechselhaftes Wetter beim Vorglühen in der Grünen Hölle: Platzhirsch Manthey-Racing schnappte sich auf abtrocknender Strecke die erste Bestzeit des Wochenendes. Dahinter stahlen Mercedes und Audi den Titelverteidigern von BMW die Show.

Vorhang auf für den jährlichen Höllentrip. Mit dem freien Training fiel der Startschuss auf der Nürburgring-Nordschleife zur 39. Auflage des 24-Stunden-Rennens in der Eifel. Nachdem die Sitzung zunächst bei leichtem Regen und nassen Bedingungen aufgenommen wurde, purzelten die Rundenzeiten im Laufe der Anderthalbstunden mit zunehmend trocknender Piste sukzessive unter die Neun-Minuten-Marke.

Beim Endspurt während der letzten Minuten hatte schließlich der Porsche-Brummer von Manthey-Racing die Nase vorne. Das Neunelfer-Quartett Marc Lieb, Timo Bernhard, Romain Dumas und Lucas Luhr nutzte die Gunst der Stunde, um die Kombination aus Nürburgring und Nordschleife in 8:40,641 Minuten zu umrunden. Die Titelverteidiger Jörg Müller, Augusto Farfus, Uwe Alzen und Pedro Lamy (BMW) wurden somit auf den letzten Metern in die Schranken gewiesen. Deren zügigster Umlauf von 8:42,160 Minuten reichte nach zeitweiliger Führung letztlich nur für Position vier.

Denn kurz vor Torschluss wurden die Bayern förmlich von den Konkurrenten aus den rivalisierten Audi- und Mercedes-Lagern überrumpelt. Unmittelbar vor dem Abwinken der Zeitenjagd huschte der Sternkrieger aus dem Hause ROWE Racing nämlich nochmals über den Zielstrich, wodurch sich Alexander Roloff, Roland Rehfeld, Hubert Haupt und Marco Schelp (8:40,772 Minuten) auf Rang zwei im Klassement hievten. Obendrein korrigierten die Audianer Markus Winkelhock, Frank Stippler, Marc Hennerici und Christopher Haase (Phoenix) nochmals die Rangordnung und schoben sich an den Vorjahressiegern vorbei auf Platz drei.

Fünfte wurden Jörg Bergmeister, Richard Lietz, Marco Holzer und Patrick Long (Hybrid-Porsche), welche im mobilen Labor ebenfalls zum Ende hin nachlegten. An sechster Stelle sortierten sich Christopher Mies, Christian Abt, Klaus Ludwig und Christer Jöns (Abt-Audi/+21,844 Sekunden), welche jedoch nicht die Schallmauer von neun Minuten knackten.

Selbstverständlich blieb das Trainingssegment nicht ohne Zwischenfälle, selbst nach dem bereits das schwarzweiße Tuch geschwenkt wurde. In diesem Sinne erwischte es den Aston Martin V12 Zagato. Der Exot erlitt auf dem Rückweg zur Box ein Reifenschaden vorne links. Überdies schlug die Defekthexe bei etlichen weiteren Akteuren zu, welche mit technischem Defekt ausrollten oder das Tempo entsprechend drosseln mussten.

Nichtsdestoweniger zeigte sich die Grüne Hölle im Großen und Ganzen von ihrer zahmen Seite, sodass die Protagonisten zur heutigen Qualifikation in jedem Fall einsatzfähig sein sollten. Start der ersten Zeitenjagd ist um 19.30 Uhr und geht über eine Dauer von vier Stunden, bis die Boxengasse um 23.30 Uhr schließt.