Tipp der Redaktion: Wer gewinnt die Jubiläumsauflage in Dubai?

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Die Frage nach dem Favoriten in Dubai beantwortet die SportsCar-Info-Redaktion einhellig: Black Falcon. Doch wer ist in der Lage, den Erfolg der Meuspather Truppe zu gefährden? Fach Auto Tech? Neuerlich Stadler Motorsport? Oder doch ein anderer Hersteller? Die Tipps unserer Autoren.

Allein die gesamtsiegfähige Spitzenklasse bei den 24 Stunden von Dubai umfasst sechsundzwanzig Sportwagen. Dennoch äußert die SportsCar-Info-Redaktion eine einmütige Antwort im Hinblick auf die Favoritenfrage: Black Falcon. Doch wer ist imstande, dem Mercedes-Benz-Gespann die Führungsrolle abspenstig zu machen? Fach Auto Tech? Erneut Stadler Motorsport? Oder doch die Ferrari-Fraktion? Unsere Autoren wagen eine Prognose.

Maximilian Graf: Während der vergangenen Dekade avancierte das 24-Stunden-Rennen von Dubai gleichsam zu einer Endurance-Machtprobe zu Saisonbeginn – quasi eine erste Standortbestimmung in der Sportwagen-Sparte. Angesichts der Niederlage im Vorjahr sinnt Black Falcon bei der zehnten Ausgabe des Wüstenmarathons auf Revanche. Das Profigespann Khaled Al Qubaisi, Jeroen Bleekemolen, Bernd Schneider und Andreas Simonsen bezieht zweifelsohne die Favoritenstellung.

Allerdings mangelt es bei der Jubiläumsauflage an ernstlicher Konkurrenz. Denn die Teilnehmer verzichten meistenteils auf professionelle Besatzungen, engagieren stattdessen einen zusätzlichen Bezahlfahrer. Im Porsche-Lager sticht Fach Auto Tech nichtsdestotrotz hervor: Martin Ragginger und Sven Müller sind womöglich in der Lage, gemeinsam mit Jens Richter und Otto Klohs einen Überraschungserfolg zu erringen – schließlich gelang dies auch den Markenkollegen von Stadler Motorsport in der vergangenen Saison, obwohl ihnen ein Gros das Fachpublikums allenfalls Außenseiterchancen eingeräumt hatte.

Der Geheimfavorit beim Langstrecken-Wettstreit am Persischen Golf? Cavallino rampante. Die Scuderia Praha demonstrierte bereits in Barcelona ihre Standfestigkeit, wodurch die Ferrari-Abordnung dank konstanter Darbietung einen triumphalen Erfolg davontrug. Gelingt erneut solch ein Auftritt, wohnen Ji?í Písa?í, Jaromír Ji?ík. Matteo Malucelli und Peter Kox am Samstag eventuell neuerlich der Siegerzeremonie bei.

Ralf Kieven: Die Rennen der niederländischen Creventic-Organisation sprechen traditionell und auch aufgrund ihrer Ausrichtung eher ambitionierte Amateur-Mannschaften mit durchaus professioneller Unterstützung an. Reine Profiteams oder gar Werksmannschaften sind hier Mangelware.

Die Ausnahme von der Regel macht die Truppe von Black Falcon aus Meuspath am Ring. Mit zwei bärenstarken Besatzungen stemmen sich die Eifler gegen die wilde Horde der Herrenfahrer. Nach 2012 und 2013 soll der dritte Sieg beim Wüstenmarathon eingetütet werden. Mit Khaled Al Qubaisi, Jeroen Bleekemolen, Andreas Simonsen und nicht zuletzt Bernd Schneider fühlen sich die Falken in der Favoritenrolle auch nicht ganz unwohl.

Aber auch am Persischen Golf gelten alte Langstreckenweisheiten. Konstante Rundenzeiten, fehlerfreie Arbeit und ein wenig Glück führen über die Distanz zum Erfolg. Meiner Meinung nach könnte einer der Porsche von Fach Auto Tech die Eifler Greifvögel am ehesten in die Wüste schicken. Otto Klohs und Jens Richter, die ihre Erfahrung im Porsche-Sports-Cup gesammelt haben teilen sich den Neunelfer mit dem Porsche-Junior Sven Müller und Martin Ragginger. Zudem hat die letztjährige Ausgabe bewiesen, dass der Wüsten-Parcours und der Heckmotor-Renner gut zusammen harmonieren.

Als Geheimtipp habe ich mir aber einen Lamborghini ausgeschaut. Stuart Hall und Frédéric Fatien, die über die nötige Erfahrung verfügen, ein solches Rennen zu überstehen, teilen sich das Cockpit mit Altmeister Jamie Campbell-Walter. Allerdings startet das Gulf-Racing-UK-Trio im Modell LP-560 und somit nicht in der aktuellsten und leistungsstärksten Version des Italo-Sportlers. Wenn der aber hält, können die Drei weit nach vorne fahren.

Daniel Schnichels: Selten war die Leistungsdichte bei den 24 Stunden von Dubai so hoch wie in diesem Jahr. Ein Rekordteilnehmerfeld bedeutet für die Teams auch ein höheres Maß an Aufmerksamkeit. Routine und Erfahrung im Verkehr sind der Schlüssel zum Sieg. Wie Selektiv dieses Rennen ist, zeigte allerdings die letztjährige Ausgabe des Wüstenmarathons. Zahlreiche Rennställe sahen schon wie der sichere Sieger aus, gerieten aufgrund von Differenzen ins Hintertreffen.

Den Gesamtsieg traue ich auf jeden Fall einer Abordnung von Black Falcon zu. Die Besatzung um Bernd Schneider ist nur schwer zu schlagen, an ihnen führt kein Weg am Sieg vorbei. Jedoch muss auch dieses Quartett das Rennen vorerst schadlos überstehen und auf Patzer der Konkurrenz hoffen.

Fach Auto Tech habe ich bereits seit Jahren auf dem Zettel. Aufgrund verschiedener Probleme gelang es den Eidgenossen noch nie, den Sieg in Dubai davonzutragen. In diesem Jahr zählt das Fahrzeug mit der Startnummer zwölf zu meinen Favoriten. Außenseiterchancen rechne ich hingegen Ram Racing aus, doch den Gesamtsieg im Nahen Osten fechten Fach Auto Tech und Black Falcon unter sich aus. Meine Prognose: Porsche kann den Titel im Dubai Autodrome verteidigen.

Sofern das Fahrzeug der Nissan GT Academy ohne technischen Defekt das Rennen übersteht, zähle ich die Mannschaft als Anwärter auf einen Podiumsplatz. Ferrari könnte es im besten Fall auch aufs Stockerl schaffen, muss allerdings auf Patzer der Konkurrenz hoffen, um dieses Unterfangen realisieren zu können.

Daniel Stauche: Mein Favorit auf den Gesamtsieg ist das Team Black Falcon. Mercedes-Benz hat mit dem SLS AMG GT3 bereits bewiesen, dass der Flügeltürer in Dubai ein Siegerauto ist. Dazu hat Black Falcon die richtigen Fahrer mit Stars der GT-Szene wie Yelmer Buurman, Jeroen Bleekemolen oder Bernd Schneider. Beide Autos sind homogen besetzt und haben wohl die gleichen Chancen auf den Sieg. Dahinter steht eine erfahrene Mannschaft, die weiß wie man in der Wüste zum Sieg fährt. Für eine Überraschung könnten die Titelverteidiger gut sein. Ähnlich wie im letzten Jahr könnte Stadler Motorsport zur Stelle sein, wenn Black Falcon ins Wanken gerät.

Nick Preylowski: Obwohl Porsche neben dem großen Aufgebot der Mercedes-Benz-Fraktion eher einen Außenseiter darstellt, ist mein Tipp für den Sieg beim 24-Stunden-Wüstenmarathon in Dubai ist die Neunelfer-Mannschaft von Fach Auto Tech. Mit Otto Klohs, Martin Ragginger, Sven Müller und Jens Richter hat das Schweizer Porsche-Team gutes Quartett, welches bereits Erfahrungen mit dem Zuffenhausener Sportwagen gesammelt hat. 

Gereon Radomski: Ein Favorit ist in diesem hochklassigem Feld schwer auszumachen. Die größte Siegchance dürfte wohl das Mercedes-Benz-Gespann von Black Falcon mit der Startnummer drei haben. Mit dem dem Quartett Andreas Simonsen, Bernd Schneider, Jeroen Bleekemolen und Khaled Al Qubaisi dürfte der Sieg nur über sie gehen.

Auch Hofor-Racing ist zu einem Topresultat in der Lage. In den ersten Stunden könnte auch V8 Racing mit der GT2-Corvette für Furore sorgen. Fraglich wird bei dem US-Boliden die Standfestigkeit sein.Wenn die Spitzenmannschaften in Probleme geraten, ist Lechner Racing womöglich imstande, unter die besten Drei zu fahren. Mit den Fahrern Jaap van Lagen, Klaus Bachler, Clemens Schmid und Fahad Algosaibi sitzen allesamt Porsche-Spezialisten im 991-Cup-Renner.