GT-WM 2012: McLaren zeigt neues Interesse

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Mal so, mal so: Stéphane Ratels Regel-Hickhack in Sachen GT-Weltmeisterschaft hat den traditionsbehafteten Sportwagenkonstrukteur McLaren zu neuen Gedanken um einen Einstieg in selbige bewegt. Wenn GT3, könnten die Briten sich ein Engagement vorstellen – Hexis Racing als Einsatzteam?

McLaren könnte nun doch Teil der FIA-GT-Weltmeisterschaft 2012 werden. Aufgrund der jüngsten Bewegungen in den Reglementsentwürfen der Serien-Macher ist die Marke erstmals ernsthaft in Gespräche mit SRO-Chairman Stéphane Ratel verwickelt. Voraussetzung für eine Teilname der Engländer, so Andrew Kirkaldy, Manager des McLaren-GT-Projektes, sei es jedoch, dass die WM ausschließlich auf den aktuellen GT3-Farhzeugkonzepten der Fédération Internationale de l’Automobile (FIA) basieren würde.

„Immer wieder hat Ratel bei uns angeklopft, wir mögen uns doch bitte noch einmal die Regularien ansehen“, berichtete Kirkaldy vor einigen Tagen gegenüber AutoWeek.com. Doch für McLaren sei die Wolrd Championship zu keinem Zeitpunkt wahrhaft attraktiv gewesen. Mit ihrer V8-befeuerten Neuentwicklung MP4-12C gegen die Großen aus der GT1- und GTE- bzw. GT2-Division konkurrenzfähig aufzutreten, habe man damals als nicht machbar erachtet.

Dessen ungeachtet ist die Lage gegenwärtig eine andere: McLaren steht sogar mit dem diesjährigen GT1-Teamwelsteister, Hexis Racing, in Kontakt. Mit jeder Menge GT3-Erfahrung, zwei erfolgreichen Jahren auf GT1-Welttournee und gepflegten Beziehungen ins Mutterland des Motorsports – nämlich zu Aston Martin – könnte die flinke Brausetrunk-Equipe den „petrolheads“ aus Woking zweifelsohne ein guter Partner sein.

Entscheidungen noch in diesem Monat

Doch spruchreif sei nach wie vor gar nichts, „wir reden bloß miteinander“, stellte Ratel dieser Tage klar. Wie auch? Noch immer gibt es kein feststehendes Reglement, keinen Rennkalender und keinen Durchblick. Der 30. November wurde von der FIA derweil als Deadline für den französischen GT-Zampano angekreuzt; bis dahin erwartet der internationale Automobil-Dachverband Handfestes. Sollte Ratel bis dahin jedoch nicht geliefert haben, könnte das Aus der WM – den Meinungen einiger Beobachter zufolge – endgültig besiegelt sein.

Aktuell stehen die Reglements-Zeichen gänzlich auf GT3: Wurden die Fahrzeuge der ACO-Einstufung GTE (vormals GT2) schon im September aus den Plänen der SRO (Stéphane Ratel Organisation) genommen, so sollen die GT1-Fahrzeuge nun ebenfalls durch den Rost fallen. Damit folgt man den Rufen der Hersteller Ferrari, Porsche und McLaren, die sich nicht auf einen Mix aller besagten Klassen einlassen wollten, sich jetzt aber wieder in Diskussionen mit Ratel befinden.