Petit Le Mans: „La grande finale“ der ALMS

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Das Saisonfinale der American Le Mans Series lockt noch einmal die Sportwagenelite in die Vereinigten Staaten von Amerika. Auch die alles überschattenden Rivalen Audi und Peugeot werden sich die Ehre geben und den ALMS-Protagonisten das Leben etwas schwerer machen.

Zum zweiten Mal im Jahre 2011 teilen sich der ILMC und die ALMS ein Rennen. Diese Ehre hatte zuvor das Zwölf-Stunden-Rennen auf dem Flughafenkurs in Sebring. Für beide Rennserien war das Rennen im März der Auftakt zu einem turbulenten Jahr. Am kommenden Wochenende steht für eine der beiden Serien der Abschluss nach neun Rennen an. Die ALMS begeht ihr letztes Rennen zum zweiten Mal in Folge auf der Road Atlanta, nachdem diese Ehre jahrelang der „Dünenachterbahn“ Laguna Seca zuteil geworden war.

Seit der Eröffnung am 13. September 1970 ist der 4,088 Kilometer lange Kurs, genannt Road Atlanta, ein Mekka für Sportwagen. Dies bekräftigt der Zuspruch des seit 1998 ausgetragenen Petit Le Mans. Das Rennen über entweder 1.000 Meilen oder zehn Stunden lockt seitdem die Sportwagenasse aus Europa über den großen Teich, um sich dort mit den einheimischen Teams zu messen.

Startschuss vor 14 Jahren

Es war der 10. Oktober 1998, als erstmals die grüne Flagge für das Petit Le Mans geschwenkt wurde. Damals noch unter dem Banner der IMSA-Serie, doch schon nach dem Reglement des französischen ACO. 31 Prototypen und GT teilten sich den Rundkurs nahe Braselton in Georgia. Am Ende hatte der Ferrari 333 SP von Doyle-Risi Racing die Nase vorn. Im Folgejahr gewann ein Panoz, bevor Audi eine beispiellose Siegesserie mit neun Siegen hintereinander startete. Erst Peugeot konnte diese Serie beenden und 2009 im Chaosrennen, sowie 2010 nach langem Kampf und Pech für Audi nahe Atlanta gewinnen.

Anno 2011 wird der Event an einer Superlative dazugewinnen. Der Verkehr wird dem in einer Großstadt gleichen. Nicht weniger als 68 Wagen aus den Klassen LMP1, LMP2, LMPC, GTE Pro und GTE-Am werden sich, laut vorläufiger Nennliste, den Rundkurs teilen müssen. Dies stellt sowohl für die schnellen LMP, als auch für die deutlich langsameren GT eine große Belastung dar, da man permanent mit Überrundungen rechnen muss. Intensiviert wird dieses Problem noch durch die einbrechende Dunkelheit in den letzten Stunden des Rennens.

Showdown der ALMS, trotz Titelentscheidungen

Auch die ALMS dürfte sich intern noch einmal ein großes Rennen liefern. Trotz, dass die Entscheidungen in den Klassen LMP1 und GT bereits zu Gunsten von Dyson Racing und BMW gefallen sind, sollten alle Teilnehmer heiß auf den Sieg beim Petit Le Mans sein, zumal man starke Konkurrenz aus den Partnerserien LMS und ILMC bekommt.

Diese Entscheidung um den Rennsieg wird einmal mehr nicht nur durch das Material, die Fahrer oder die Boxencrew, sondern auch durch den Benzinverbrauch bestimmt. Ein Lied davon kann die Mannschaft von Risi Competizione, den Auftaktsiegern von 1998, singen. Beim letztjährigen Petit Le Mans führte die Mannschaft des italienischstämmigen Guiseppe Risi, die inzwischen in der GT-Klasse zu Hause ist, bis in die letzte Runde in ihrem Ferrari 430. Doch dann ereilte sie das Schicksal eines leeren Tanks und das italo-amerikanische Gespann wurde nach hinten durchgereicht. Profitieren konnte Corvette Racing. Nicht besser lief es beim erst vor zwei Wochen ausgetragenen Wertungslauf in Laguna Seca. Auch dort lag man aussichtsreich in Führung, doch Spritmangel verhinderte den zweiten Saisonsieg der Fahrerpaarung Toni Vilander und Jaime Melo in diesem Jahr.

Im ILMC ist in Sachen Meisterschaft hingegen noch alles offen. Bei den LMP1 hat Peugeot zwar einen Vorsprung von knapp 50 Punkten auf Audi, dieser kann jedoch in kürzester Zeit, bei noch zwei ausstehenden Rennen, aufgebraucht sein. Noch enger geht es bei den GT zu. Ferrari führt mit lediglich 20 Punkten vor BMW. Dahinter folgen mit etwas Respektabstand Porsche und Corvette.

Somit steht ein Rennen, das Spannung bis in die letzte Runde verspricht, bevor. Der Rennstart ist am Samstag um 17.30 Uhr europäischer Zeit. Die karierte Flagge fällt spätestens um 3.30 Uhr. Dies kann durch Unwägbarkeiten, wie Regen oder mehrere längere Safety-Car-Phasen bedingt sein.