Fehlstart in Le Castellet: Pescarolo dominiert nach Porsche-Havarie

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Desaströser Auftakt in der Provence: Aufgrund eines folgeschweren Beschlusses der Rennleitung, eine zweite Einführungsrunde zu starten, endete der Start im Chaos. Dabei wurde die gesamte Porsche-Flotte eliminiert. Pescarolo führt indes nach Problemen bei der Konkurrenz.

Mit einem Paukenschlag wurde das Sechs-Stunden-Rennen in Le Castellet eröffnet. Dabei leistete sich die Rennleitung jedoch einen eklatanten Fauxpas. Da die GT-Akteure eine derart große Lücke zwischen dem eigenen Pulk und dem LMP-Starterfeld klaffen ließen, beschlossen die Verantwortlichen kurzerhand, die Protagonisten auf eine zweite Installationsrunde zu schicken. Dies entpuppte sich als gravierende Fehlentscheidung.

Denn der zweite Umlauf hinter dem Sicherheitsfahrzeug sollte bereits als erste Rennrunde gewertet werden. Foglich wurde die Ampel auf Grün geschaltet, weshalb die Spitzengruppe infolgedessen frühzeitig beschleunigte und unmittelbar danach wieder eingebremst wurde. Somit wurden die Frontfahrzeuge zum Hindernis der aufschließenden GT-Boliden. Zum Leidwesen der Weissacher, deren Speerspitze vollständig aus dem Verkehr gezogen wurde. Einzige der zweite Felbermayr-Porsche kam mit einem blauen Auge davon und führt seitdem die GTE-Amateur-Klasse an.

Die LMP1-Kategorie blieb von dem Intermezzo weitgehend verschont. Nach zwei weiteren Runden hinter dem Safety-Car wurde das Rennen endgültig aufgenommen. Inzwischen haben Christophe Tinseau, Emmanuel Collard und Julien Jousse (Pescarolo-Judd) den Platz an der Sonne übernommen, nachdem die Konkurrenz vom Defektteufel erwischt wurde. Andrea Belicchi und Jean-Christophe Boullion (Rebellion) liegen auf Rang zwei. Die Flügeltür öffnete sich während der Fahrt und ließ sich nicht mehr schließen. Die Fixierung kostete über eine Runde.

Ein Getriebeschaden zwang die Stallgefährten Nicolas Prost und Neel Jani dagegen zur definitiven Aufgabe. Bei den Rivalen von Quifel-ASM sah die Starphase nicht rosiger aus, denn ein Reifenschaden am Zytek-Boliden machte dem portugiesischen Gespann einen Strich durch die Rechnung. Olivier Pla versuchte sich anschließend schnellstmöglichst an die Box zu retten, wobei der Franzose sich die Karosserie vehement beschädigte. Infolge der Strapazen bei den Mitstreiter rangiert überraschend der Aston Martin AMR-One mit Stefan Mücke am Steuer auf dem dritten Platz.

In der LMP2-Klasse führt Nicolas de Crem (Boutsen-Oreca-Nissan). Die GTE-Profiliga wertet Dominik Farnbacher (Hankook-Ferrari) vor Giancarolo Fisichella (AF Corse-Ferrari) an der Spitze. Spitzenreiter in der Formula Le Mans ist John Hartshorne (Neil Garner Motorsport).