Tim Scheerbarth: „Selbst der Einstieg ist irgendwie besonders“

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Am vergangenen Wochenende ist für Tim Scheerbarth ein Traum in Erfüllung gegangen: Der VLN-Meister des Jahres 2011 durfte zum ersten Mal in einem Gesamtsieg fähigen Auto auf der Nordschleife antreten. Im Mercedes-Benz SLS AMG GT3 seines Teams Black Falcon bestritt er das DMV-250-Meilen-Rennen.

Beim zurückliegendem DMV-250-Meilen-Rennen feierte der gebürtige Dormagener Tim Scheerbarth eine Premiere: Er durfte den Mercedes-Benz SLS AMG GT3 von Black Falcon mit der Startnummer drei pilotieren. Diesen teilte er sich mit dem Ex-DTM-Fahrer Hubert Haupt, David Jahn und Andreas Simonsen.

„Hubert und Andreas sind beide echt schnell und sind schon länger mit Black Falcon auf dem Flügeltürer unterwegs. David kommt aus dem ADAC GT Masters und konnte einen Lauf am Nürburgring gewinnen“, lobt Tim seine Teamkollegen. „Ich bin jetzt in der vierten Saison bei Black Falcon und unser Teamchef Alex Böhm ist davon überzeugt, dass ich das Zeug dazu habe im GT3 zu bestehen.“

Scheerbarth ist durch starke Leistungen in der Topklasse der VLN angekommen. Seit 2007 hat er sich kontinuierlich hochgefahren. Angefangen hat er auf einem Toyota Yaris, über einen Ford Fiesta und einem Honda Civic, bis er 2011 bei Black Falcon ein Cockpit erhalten hat. Dort fuhr er zunächst in der V5 auf einem BMW Z4, mit dem er im selbigem Jahr die VLN-Gesamtwertung gewann. Danach stieg er in die V6 auf, wo er einen BMW M3 bewegte.

In der vergangenen Saison ist Scheerbarth weg von den Produktionswagen und hin zu den VLN-Specials. In dieser Klasse saß er am Steuer eines Porsche 997 GT3 Cup, auf dem er auch bis dato die Saison bestritten hat, um nun in der SP9-Spitzenklasse starten zu können.

„Sonst landet man sehr schnell in der Drift Challenge“

„Allein der Einstieg ist besonders durch die Flügeltüren. Dann sitzt man fast hinten auf der Hinterachse, und man muss sich an die großen Ausmaße des SLS gewöhnen. Dazu lässt sich der Sitz nicht verstellen, sondern nur die Pedalerie und das Lenkrad. Um trotzdem perfekt zu sitzen, bekommt jeder Fahrer eine eigene Sitzschale für den perfekten Halt“, veranschaulicht der VLN-Meister von 2011 seine ersten Wahrnehmungen.

Der SLS haben vom Fahrverhalten wenig mit dem Cup-Porsche zu tun und sei „meilenweit entfernt“ von einem Produktionswagen der V6 oder V5. „Die GT3-Fahrzeuge zeichnen sich durch hervorragende Aerodynamik aus. Dies spürt man vor allem in den schnellen Passagen wie Flugplatz, Mutkurve, Pflanzgarten und so weiter. Darüber hinaus gibt es erhebliche technische Unterschiede zwischen dem SLS und dem Cup-Porsche“, erklärt der neue SLS-Bändiger. „Diese liegen vor allem im Bereich der Aerodynamik. Dazu besitzt der Flügeltürer zirka siebzig PS mehr und weist 25 Kilogramm zusätzlich auf. Einen weiteren Unterschied bildet das extrem hohe Drehmoment.“

Er habe seinen Fahrstil anpassen müssen. „Denn im Mercedes ist es angenehmer mit dem linken Fuß zu bremsen. Das hat einen einfachen Grund: Das Bremspedal liegt sehr weit links im SLS“, erläutert Scheerbarth. „Dazu braucht man die Kupplung nur beim Anfahren oder Stoppen. Außerdem muss man einen sehr sanftem Gasfuß besitzen und das Gas langsam ,aufziehen‘, sonst landet man sehr schnell in der Drift Challenge“, scherzt der 25-Jährige.

Zurzeit laufen die Planungen für die nächste Saison und Tim Scheerbarth schielt natürlich in Richtung GT3. Aber ob dies klappt, steht noch in den Sternen.