Aston Martin hat den Le-Mans-Testtag wider Erwarten mit der gesamtschnellsten Rundenzeit abgeschlossen. Den zweiten Platz bei den Einstellfahrten auf dem Circuit de la Sarthe belegte Toyota. Cadillac beendete die Vorbereitungen nach der Vormittagsbestmarke an dritter Stelle.
Der Testtag in Vorbereitung auf die 24 Stunden von Le Mans hat einen überraschenden Ausgang genommen. Weder Weltmeister und Dreifachgewinner Ferrari fuhr in den beiden Probefahrten auf dem Circuit de la Sarthe die schnellste Rundenzeit, noch Herausforderer Toyota platzierte sich an oberster Stelle des Klassements, sondern Aston Martin setzte die absolute Bestmarke bei der Standortbestimmung im Nordwesten Frankreichs.
In der Nachmittagssitzung überquerte Tom Gamble die Kombination aus permanentem Rundkurs und abgeriegelter Nationalstraße binnen 3:26,293 Minuten. Die zweitschnellste Umrundung des Traditionskurses im Département Sarthe gelang wiederum Toyota-Werksfahrer Brendon Hartley, welcher sich dem Tagesschnellsten im Aston-Martin-Cockpit um 0,108 Sekunden geschlagen geben musste.
Den gesamtdritten Platz belegte Cadillac mit seiner Einsatzmannschaft Jota Sport: Am besten schnitt Norman Nato ab, welcher die absolute Bestzeit um 0,560 Sekunden verfehlte. Sein Stallgefährte Filipe Albuquerque war hingegen in der ersten der beiden Trainingseinheiten obenauf; nach dem schnellsten Umlauf stoppte die Uhr bei 3:27,011 Minuten, was für den fünften Rang in der kombinierten Wertung zureichte.
Ferrari belegt nur den achten Platz
An vierter Position im Gesamtklassement ordnete sich Alpine dank Ferdinand Habsburg ein. Die Differenz zur Referenzrundenzeit Aston Martins betrug 0,645 Sekunden. Markenkollege Victor Martins wurde Sechster mit 0,724 Sekunden Abstand zur Bestmarke, BMW-Fahrer Robin Frijns – für das W Racing Team im Einsatz – fehlten als Siebenter 0,846 Sekunden in der Endabrechnung.
Erst auf Platz acht folgte der flotteste Ferrari-Pilot: Alessandro Pier Guidi. Sein Delta zum Tagesbesten lag bei 0,874 Sekunden. Damit fuhr Pier Guidi exakt dieselbe Rundenzeit wie Toyota-Widersacher Kamui Kobayashi. Die Zeitnahme maß nämlich eine Umrundung der nordwestfranzösischen Piste innerhalb von 3:27,167 Minuten. Die besten Zehn machte Paul-Loup Chatin mit 3:27,174 Minuten für Genesis komplett.
Damit belief sich das Niveau der Rundenzeit auf einem ähnlichen Level wie beim Vorjahrestest auf dem Circuit de la Sarthe. Allerdings ist der Unterschied zu den Rundenzeiten der letztjährigen Hyperpole-Qualifikation erheblich: Bei der Auswahl der besten Fünfzehn waren die Piloten ungefähr drei bis vier Sekunden schneller als die Bestplatzierten des diesjährigen Testtages.
IDEC Sport und Vista AF Corse fahren Klassenbestzeiten
Derweil erzielte IDEC Sport die schnellste Rundenzeit der LMP2-Klasse. Oreca-Faher Job van Uitert meisterte den über dreizehneinhalb Kilometer messenden Circuit de la Sarthe innerhalb von 3:35,344 Minuten. In der GT3-Kategorie war währenddessen Vista AF Corse am schnellsten; Ferrari-Lenker Francesco Castelacci ließ sich am Nachmittag eine Rundenbestzeit von 3:56,646 Minuten notieren.
Dem Teilnehmerfeld ist nun eine zweitägige Pause vergönnt, ehe am Mittwochnachmittag der Trainingsbetrieb auf dem Circuit de la Sarthe beginnt. Anschließend stehen zwei separate Qualifikationseinheiten – für die Klassen LMP2 und GT3 einerseits, für LMH-Wettbewerber andererseits – sowie ein Nachttraining auf dem Programm. Am Donnerstag finden zwei weitere Trainingssitzungen und die Hyperpole statt. Das Rennen startet am Samstag nach dem morgendlichen Warm-up um sechzehn Uhr.


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