Bei den Sechs Stunden von Spa-Francorchamps haben die Bayerischen Motorenwerke ihren ersten FIA-WEC-Gesamtsieg davongetragen. Robin Frijns, René Rast und Sheldon van der Linde gewann dank einer taktischen Entscheidung in der Frühphase; die Stallgefährten machten den Doppelerfolg perfekt.
Die Bayerischen Motorenwerke haben in Spa-Francorchamps ihren ersten Gesamtsieg in der FIA World Endurance Championship errungen. Auf dem belgischen Grand-Prix-Kurs – somit Heimspiel für das einsatzleitende W Racing Team – gelang dem Münchner Konstrukteur überdies ein Doppeltriumph: Robin Frijns, René Rast und Sheldon van der Linde streckten den Gewinnerpokal empor; die Stallgefährten Kevin Magnussen, Raffaele Marciello und Dries Vanthoor wurden Zweite.
Dabei reüssierte die WRT-Equipe dank einer taktischen Entscheidung in der Frühphase des Sechs-Stunden-Rennens im Ardenner Wald. Als die Rennleitung erstmals das Safety-Car ausrücken ließ, riefen die BMW-Strategen Startfahrer Rast vorzeitig an die Box, um einen vorgezogenen Tankstopp durchzuführen. Dieses Vorgehen verschaffte Rast und seinen Mitstreitern im BMW M Hybrid V8 nun einen Vorteil im Fernduell mit denjenigen Konkurrenten, welche den regulären Tankzyklus fortsetzen.
Einen neutralisierenden Effekt zeitigte schließlich eine Safety-Car-Phase zum Anbruch der fünften Rennstunde sowie zwei weitere Fahrten hinter dem Sicherungsfahrzeug während der letzten Wettbewerbsstunde. Gleichwohl gereichten diese Unterbrechung der BMW-Abordnung zum Vorteil, welche bei der Wiederaufnahme des Rennen die vorderen beiden Ränge beanspruchten und diese Führungsrolle bis zum Fallen der schwarz-weiß karierten Flagge verteidigten.
Bronze für Ferrari
Weltmeister Ferrari bestieg bei der Generalprobe für die 24 Stunden von Le Mans wiederum den Bronzerang, obwohl Antonio Fuoco, Miguel Molina und John Nielsen zwischenzeitlich wegen eines verkorksten Boxenstopps ins Hintertreffen geraten waren. Im Endspurt übte Fuoco zwar noch einmal Druck auf Magnussen aus, der beim letzten Ansteuern der Box keine Reifen gewechselt hatte, wagte jedoch keine ernstliche Attacke.
Die Markenkollegen Alessandro Pier Guidi, James Calado und Antonio Giovinazzi fielen dahingegen zum Ende der fünften Rennstunde infolge einer unverschuldeten Kollision in La Source aus. GT3-Pilot Augusto Farfus krachte Pier Guidi im Überrundungsverkehr ins Heck. Die dritte Ferrari-Besatzung – das Gespann in Gelb: Robert Kubica, Phil Hanson und Yifei Ye – erreichte das Ziel derweil an sechster Stelle.
Eine Achtung gebührendes Überraschungsresultat erzielte unterdessen Aston Martin vor – laut Veranstalterangaben – über hunderttausend Zuschauern entlang der wallonischen Traditionsstrecke. Harry Tincknell und Tom Gamble belegten den vierten Platz – das bislang beste Ergebnis für den Aston Martin Valkyrie AMR-LMH. Die Teamkollegen Alex Riberas und Marco Sørensen schieden dahingegen nach einem Leitplankeneinschlag auf der Kemmel-Geraden aus.
Peugeot erstmals auf Poleposition
Nach dem Erfolg bei der Saisoneröffnung in Imola war Toyota auf dem Circuit de Spa-Francorchamps kein Edelmetall vergönnt. Obschon Sébastien Buemi, Brendon Hartley und Ryō Hirakawa ebenfalls eine abweichende Strategie zur Anwendung brachten, kam das Trio nicht über den zehnten Rang hinaus. Dahingegen beförderten sich die Markenkolleg Mike Conway, Kamui Kobayashi und Nyck de Vries zumindest auf den fünften Platz.
Derweil konnten Statistiker an diesem Wochenende einen weiteren Vermerk in den Geschichtsbüchern notieren: Peugeot stand erstmals in der FIA-WEC-Historie auf der Poleposition, nachdem Malthe Jakobsen in der Qualifikation am Freitag die schnellste Rundenzeit geglückt war. Allerdings verlor Stallgefährte Loïc Duval die Führung schon im ersten Umlauf an Cadillac-Kontrahent Will Stevens.
Im mittleren Veranstaltungsdrittel hatte Jakobsen allerdings Pech und schaffte es in der Kurvenkombination Le Combes nicht mehr, einem zu überrundenden GT3-Sportwagen auszuweichen, über den Matteo Cressoni die Kontrolle verloren hatte. Der Zusammenstoß zwang die Peugeot-Truppe zum Forfait. Immerhin: Nick Cassidy, Paul di Resta und Stoffel Vandoorne landeten auf dem siebenten Platz.
Garage 59 siegt in der GT3-Klasse
An achter Position im Endklassement reihte sich Genesis Magma Racing mit André Lotterer, Luís Felipe „Pipo“ Derani und Mathys Jaubert ein; Neunte wurden wiederum die Cadillac-Athleten Stevens, welcher das Rennen zu Beginn vorübergehend angeführt hatte, Norman Nato und Louis Déletraz.
In der GT3-Klasse trug indessen die Garage 59 den Sieg davon. Im McLaren-Cockpit wechselten Antares Au, Thomas Fleming und Marvin Kirchhöfer einander ab. Das Heart of Racing Team erkämpfte mit seinen Aston-Martin-Piloten Ian James, Mattia Drudi und Zacharie Robichon Rang zwei. Manthey-Racing komplettierte das Siegertreppchen; ins Porsche-Steuer griffen Richard Lietz, Riccardo Pera und Yasser Shahin.
In fünf Wochen finden die 24 Stunden von Le Mans auf dem Circuit de la Sarthe statt. Sodann gastiert die Langstreckenweltmeisterschaft in São Paulo, wo die erste Saisonhälfte endet. Der restliche Rennkalender umfasst – Stand jetzt – Wertungsläufe in Austin, am Fuji sowie in Katar und Bahrain.


Schreibe einen Kommentar
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.