Schubert: Bekenntnis zum Mythos Nürburgring

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Tradition verpflichtet. Schubert Motorsport bekennt sich zu dieser Tradition. Mit seiner „Ja zum Ring“-Aktion beim Sechs-Stunden-Rennen gewann der Rennstall die Sympathie zahlreicher Nürburgring-Anhänger. Einzig der sportliche Erfolg blieb aus. Der BMW Z4 musste frühzeitig zurückgezogen werden.

Der Mythos Nürburgring lebt. Die Schubert-Mannschaft pflegt ihre Reputation als Publikumsliebling und setzte ein Zeichen in der Krise. Mit seiner „Ja zum Nürburgring“-Aktion vergegenwärtige der Rennstall aus Oschersleben nicht nur die derzeitige Misslage des Traditionskurses, sondern bekannte sich auch zu seiner zweiten Heimat in der Vulkaneifel. Damit fuhr das BMW-Gespann in die Herzen der Nordschleifen-Liebhaber.

Obwohl es sich bei der Kampagne um eine rein symbolische Geste handelte, hinterließ die kultige Lackierung auf dem BMW Z4 GT3 einen wirkungsvollen Eindruck. Beim Sechs-Stunden-Rennen zierte den Schubert-Renner ein kunstvoller Anstrich, der in weißer, grüner und roter Farbe die Nürburgring-Nordschleife abbildete. Damit zeigte die BMW-Delegation aus Sachsen-Anhalt Flagge für den insolventen Nürburgring; Tradition darf nicht sterben. Lediglich der sportliche Erfolg blieb aus. 

„Es ist natürlich etwas Besonderes, mit einem solchen Design am ‚Ring‘ anzutreten und deswegen haben wir schon im Qualifying alles gegeben“, kommentiert Claudia Hürtgen diese Initiative. „Mit dem neuen Luftmengenbegrenzer, den wir nach dem 24-Stunden-Rennen bekommen haben, war mehr als P6 nicht drin.“ Im Rennen war der ambitionierten Truppe das Glück jedoch nicht hold. Zwar hielt die BMW-Abordnung mit der Spitzengruppe Schritt, doch ein technische Defekt verursachte das frühzeitige Aus.

Rückzug aus Sicherheitsgründen 

Zwischenzeitlich eroberten Hürtgen, Anders Buchardt und Peter Posavac gar den fünften Rang im Gesamtklassement. Allerdings fiel das BMW-Trio einem gebrochenen Krümmer anheim. Die Folge war schlussendlich ein Defekt an der Elektrik, weshalb die Techniker die logische Konsequenz zogen: Rückzug aus dem Wettbewerb. Somit musste die Schubert-Equipe während der zweiten Rennhälfte das Handtuch werfen.

„Das Rennen verlief gut, auch meine Teamkollegen haben sich gut eingeschossen“, konstatiert Hürtgen. „Doch dann hat uns dieser technische Defekt ereilt. Dennoch war es ein großartiges Rennen, denn wir haben eine Menge tolles Feedback von den Fans bekommen. In der Boxengasse, in der Startaufstellung – immer hat sich eine große Traube um unseren Z4 gebildet, und auch in der Einführungsrunde haben die Zuschauer den Daumen hoch gezeigt.“

Die alten Fotostrecken sind leider nicht mehr verfügbar.

„Bis zu unserem technischen Problem war es ein gutes und ereignisreiches Rennen für uns“, urteilt Team-Manager Stefan Wendl. „Schon im Zeittraining haben wir alles gegeben, um die Poleposition herauszufahren, es hat aber um 2,2 Sekunden nicht gereicht. Zu Beginn des Rennens hingen wir deshalb hinter einem Konkurrenten fest, haben aber immer P5 oder P6 gehalten. Mit dem Z4 GT3 hatten wir dann ein elektrisches Problem, das durch einen gebrochenen Krümmer verursacht wurde, der Teile des Kabelbaums in Mitleidenschaft gezogen hat. Aus Sicherheitsgründen haben wir das Auto zurückgezogen. Trotzdem war das Wochenende ein großer Erfolg: Mit unserem Bekenntnis zum Ring haben wir ein großes Fan-Interesse erzeugt und überraschend viel Feedback bekommen.“

Klassensieg in der Dieselwertung

Unterdessen feierte Schubert Motorsport in der Kategorie VD1T für Dieselfahrzeuge einen Klassensieg. Torsten Schubert höchstpersönlich und sein Stallgefährte Nils Tronrud klassierten sich mit dem BMW E90 320d in der Gesamtwertung auf Position 34. Nichtsdestotrotz war dieser Erfolg hart erarbeitet. 

„Die Rundenzeiten waren von Beginn an in Ordnung und auch mit dem Ergebnis – Platz 34 – bin ich überaus zufrieden“, gab Schubert zu Protokoll. „Vor drei, vier Jahren wäre es mit dem BMW 320d Special bei der Langstrecken-Meisterschaft noch möglich gewesen, auf einen Platz auf der ersten Seite des Zeitenmonitors zu fahren, also unter die Top-20. Das ist heutzutage mit vielen GT3-Sportwagen und Cup-Porsches nicht mehr drin. Alles in allem können wir also sehr zufrieden sein.“